Wacker 90 Nordhausen: Das Fünkchen Hoffnung
Donnerstag, 25. Januar 2001, 10:35 Uhr
Nordhausen (nnz). Am Sonntag beginnt für den FSV Wacker 90 Nordhausen die Rückrunde der Saison 2000/2001. Mit acht Zählern und 14 zu 60 Toren liegt die Mannschaft fast hoffnungslos abgeschlagen am Tabellenende der Oberligastaffel Süd.
Die nackten Zahlen sagen jedoch nichts über die Tragik aus, die sich in den letzten Monaten im Verein abgespielt hat. Der arg gebeutelte Traditionsverein durchlebte im vergangenen Jahr die schlimmste Krise der Vereinsgeschichte und es grenzt schon an ein kleines Wunder, daß es einer Hand voll engagierten Männern, die sich in den schweren Zeiten vor den Karren gespannt haben, überhaupt gelungen ist, Wacker am Leben zu erhalten.
Denn fast schien es zu Beginn der Saison 2000/2001, als wenn die Lichter für immer ausgehen sollten, nach dem Präsident Bernd Seidenstücker zum Trainingsauftakt im Juli den Offenbarungseid leisten und beim Amtsgericht in Mühlhausen das Insolvenzverfahren beantragen mußte. Die Folge war, daß fast zwei Drittel der Spieler des Oberligateams, die komplette 2. Männer- und die A-Juniorenmanschaft dem Verein den Rücken kehrten. Keine spielfähige Mannschaft, kein Trainer, kein arbeitsfähiges Präsidium und kein Präsident - der alte hatte das Handtuch geworfen - das waren die Voraussetzungen unter denen der FSV Wacker 90 Nordhausen in die Saison 2000/2001 startete. Es glich schon einer Sensation, als man nach vier Spieltagen acht Punkte auf dem Konto hatte.
Im September wählten die Mitglieder mit Wolfgang Lutze einen neuen Präsidenten, Joachim Claus und Klaus Becker komplettierten das kleine Präsidium, dessen erklärtes Ziel es war, den Verein zu retten. Anfang Dezember 2000 konnte das Insolvenzverfahren erfolgreich beendet werden, Wacker war damit schuldenfrei und konnte wirtschaftlich neu beginnen.
Dieser Erfolg war allerdings überschattet vom völligen sportlichen Einbruch. Im November verließen nochmals einige Leistungsträger den Verein, weil sie die ihnen vorgelegten Verträge nicht akzeptierten. Von der "alten Garde" blieben lediglich noch Frank Schneider und Jens Ludwig übrig. Spielerverluste in dieser Größenordnung kann keine Mannschaft verkraften und so reihte sich eine deftige Niederlage an die andere. Die neuen Spieler, fast ausnahmslos aus der Kreis- und Bezirksliga, waren den sportlichen Anforderungen noch nicht gewachsen und alte Hasen wie Ludwig, Schneider, Pistorius, Klause und Rüdiger waren zu wenig, um die Partien erfolgreich gestalten zu können. Die etwa 500 Fans sahen in den Heimspielen das emsige Bemühen der Elf und honorierten den Einsatzwillen und die ungebrochene Moral mit überaus herzlichen Beifall, trotz ständig hoher Niederlagen - eine Vertrauensbekundung, die man im Kuntz-Sportpark bis dato noch nicht erlebte.
Elf Punkte trennen die Mannschaft von einem Nichtabstiegsplatz. Es wird sehr schwer werden, den Anschluß an das untere Mittelfeld herzustellen. Aufgegeben haben aber sowohl Präsidium als auch die Männer um Kapitän Ludwig das Ziel, die Klasse doch noch zu halten, keineswegs. Die fünf Neuverpflichtungen Elejiko Bobsam, Johny Ebiwari Ebikurogha, Ibrahim Öztürk, Alassane Traore und Stipan Brkic in der Winterpause belegen das deutlich. Jörg Weißhaupt, seit Anfang des Jahres als sportlicher Leiter wieder in verantwortungsvoller Position bei Wacker, wird der Mannschaft mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ob es die Elf schafft, hängt sicherlich von vielen Faktoren ab, die Spieler werden alles Mögliche tun und sich in die noch ausstehenden 17 Spiele hineinknien. Die Fußballfans sind in die Pflicht genommen, die Elf von Trainer Dirk Fuhrmann nach Kräften auch weiterhin so herzlich und lautstark zu unterstützen. Gelegenheit dafür besteht schon am Sonntag ab 14.00 Uhr, wenn Wacker die Mannschaft aus Zittau empfängt.
Autor: rhDie nackten Zahlen sagen jedoch nichts über die Tragik aus, die sich in den letzten Monaten im Verein abgespielt hat. Der arg gebeutelte Traditionsverein durchlebte im vergangenen Jahr die schlimmste Krise der Vereinsgeschichte und es grenzt schon an ein kleines Wunder, daß es einer Hand voll engagierten Männern, die sich in den schweren Zeiten vor den Karren gespannt haben, überhaupt gelungen ist, Wacker am Leben zu erhalten.
Denn fast schien es zu Beginn der Saison 2000/2001, als wenn die Lichter für immer ausgehen sollten, nach dem Präsident Bernd Seidenstücker zum Trainingsauftakt im Juli den Offenbarungseid leisten und beim Amtsgericht in Mühlhausen das Insolvenzverfahren beantragen mußte. Die Folge war, daß fast zwei Drittel der Spieler des Oberligateams, die komplette 2. Männer- und die A-Juniorenmanschaft dem Verein den Rücken kehrten. Keine spielfähige Mannschaft, kein Trainer, kein arbeitsfähiges Präsidium und kein Präsident - der alte hatte das Handtuch geworfen - das waren die Voraussetzungen unter denen der FSV Wacker 90 Nordhausen in die Saison 2000/2001 startete. Es glich schon einer Sensation, als man nach vier Spieltagen acht Punkte auf dem Konto hatte.
Im September wählten die Mitglieder mit Wolfgang Lutze einen neuen Präsidenten, Joachim Claus und Klaus Becker komplettierten das kleine Präsidium, dessen erklärtes Ziel es war, den Verein zu retten. Anfang Dezember 2000 konnte das Insolvenzverfahren erfolgreich beendet werden, Wacker war damit schuldenfrei und konnte wirtschaftlich neu beginnen.
Dieser Erfolg war allerdings überschattet vom völligen sportlichen Einbruch. Im November verließen nochmals einige Leistungsträger den Verein, weil sie die ihnen vorgelegten Verträge nicht akzeptierten. Von der "alten Garde" blieben lediglich noch Frank Schneider und Jens Ludwig übrig. Spielerverluste in dieser Größenordnung kann keine Mannschaft verkraften und so reihte sich eine deftige Niederlage an die andere. Die neuen Spieler, fast ausnahmslos aus der Kreis- und Bezirksliga, waren den sportlichen Anforderungen noch nicht gewachsen und alte Hasen wie Ludwig, Schneider, Pistorius, Klause und Rüdiger waren zu wenig, um die Partien erfolgreich gestalten zu können. Die etwa 500 Fans sahen in den Heimspielen das emsige Bemühen der Elf und honorierten den Einsatzwillen und die ungebrochene Moral mit überaus herzlichen Beifall, trotz ständig hoher Niederlagen - eine Vertrauensbekundung, die man im Kuntz-Sportpark bis dato noch nicht erlebte.
Elf Punkte trennen die Mannschaft von einem Nichtabstiegsplatz. Es wird sehr schwer werden, den Anschluß an das untere Mittelfeld herzustellen. Aufgegeben haben aber sowohl Präsidium als auch die Männer um Kapitän Ludwig das Ziel, die Klasse doch noch zu halten, keineswegs. Die fünf Neuverpflichtungen Elejiko Bobsam, Johny Ebiwari Ebikurogha, Ibrahim Öztürk, Alassane Traore und Stipan Brkic in der Winterpause belegen das deutlich. Jörg Weißhaupt, seit Anfang des Jahres als sportlicher Leiter wieder in verantwortungsvoller Position bei Wacker, wird der Mannschaft mit Rat und Tat zur Seite stehen. Ob es die Elf schafft, hängt sicherlich von vielen Faktoren ab, die Spieler werden alles Mögliche tun und sich in die noch ausstehenden 17 Spiele hineinknien. Die Fußballfans sind in die Pflicht genommen, die Elf von Trainer Dirk Fuhrmann nach Kräften auch weiterhin so herzlich und lautstark zu unterstützen. Gelegenheit dafür besteht schon am Sonntag ab 14.00 Uhr, wenn Wacker die Mannschaft aus Zittau empfängt.
