Kampf dem Leerstand
Mittwoch, 09. April 2003, 14:14 Uhr
Nordhausen/Weimar (nnz). Der zunehmende Leerstand macht den Thüringer Wohnungsgenossenschaften zu schaffen. Die Genossenschaften haben dabei die gleichen Probleme wie kommunale oder private Wohnungsunternehmen, sagte der Direktor des Verbandes Thüringer Wohnungswirtschaft, Norbert Nareyke, heute in Weimar. Mehr dazu mit einem Klick auf MEHR.
In Weimar treffen sich Vertreter von knapp 300 Genossenschaften aus Thüringen, Hessen und Rheinland-Pfalz zu einem zweitägigen Erfahrungsaustausch unter dem Motto Genossenschaftliches Wohnen - Wohnen mit Herz und Zukunft. Nach Angaben von Nareyke stehen in Thüringen, wie generell in den neuen Bundesländern, etwa 12 bis 15 Prozent der Genossenschaftswohnungen leer. In kleineren Siedlungen, wo Eigentümergemeinschaften etwa in den 60er Jahren Häuser bauten, sei die Situation günstiger, in großen Plattenbaugebieten und unsanierten Blöcken dagegen oft problematisch. Nach Meinung von Nareyke müssen sich die Genossenschaften also intensiv am Stadtumbau beteiligen. Abriss und Rückbau seien ein wirtschaftliches Erfordernis.
Allerdings werde dabei genossenschaftliches Eigentum vernichtet, also ein Stück Vermögen vieler Menschen. Das mache Entscheidungen nicht einfach. Die Genossenschaftsmitglieder seien als Mieter und Eigentümer aufgefordert, die Geschicke der Genossenschaft und damit auch des eigenen Wohnens mitzubestimmen.
Nach Angaben Nareykes gibt es in Thüringen derzeit 135 Genossenschaften, die etwa 156 000 Wohnungen besitzen. In Ostthüringen habe es bisher eine Insolvenz gegeben. Acht Genossenschaften seien im Zuge des Verkaufs kommunalen Eigentums nach dem Altschuldenhilfegesetz in den 90er Jahren neu entstanden. Viele von ihnen hatten einen schwierigen Start, weil ihnen Eigentum und Kapital fehlte, erklärte Nareyke. Heute mache der Bevölkerungsrückgang den Unternehmen auch finanzielle Probleme.
Dennoch sei die Idee des genossenschaftlichen Wohnens jung geblieben. So seien in den vergangenen Jahren drei Neugründungen in Thüringen erfolgt. In einem Fall haben sich in Weimar Eigenheimbauer zusammengeschlossen und gemeinsam eine kleine Siedlung gebaut. Bundesweit haben rund fünf Millionen Menschen in 2,2 Millionen Genossenschaftswohnungen ein Zuhause gefunden.
Autor: nnzIn Weimar treffen sich Vertreter von knapp 300 Genossenschaften aus Thüringen, Hessen und Rheinland-Pfalz zu einem zweitägigen Erfahrungsaustausch unter dem Motto Genossenschaftliches Wohnen - Wohnen mit Herz und Zukunft. Nach Angaben von Nareyke stehen in Thüringen, wie generell in den neuen Bundesländern, etwa 12 bis 15 Prozent der Genossenschaftswohnungen leer. In kleineren Siedlungen, wo Eigentümergemeinschaften etwa in den 60er Jahren Häuser bauten, sei die Situation günstiger, in großen Plattenbaugebieten und unsanierten Blöcken dagegen oft problematisch. Nach Meinung von Nareyke müssen sich die Genossenschaften also intensiv am Stadtumbau beteiligen. Abriss und Rückbau seien ein wirtschaftliches Erfordernis.
Allerdings werde dabei genossenschaftliches Eigentum vernichtet, also ein Stück Vermögen vieler Menschen. Das mache Entscheidungen nicht einfach. Die Genossenschaftsmitglieder seien als Mieter und Eigentümer aufgefordert, die Geschicke der Genossenschaft und damit auch des eigenen Wohnens mitzubestimmen.
Nach Angaben Nareykes gibt es in Thüringen derzeit 135 Genossenschaften, die etwa 156 000 Wohnungen besitzen. In Ostthüringen habe es bisher eine Insolvenz gegeben. Acht Genossenschaften seien im Zuge des Verkaufs kommunalen Eigentums nach dem Altschuldenhilfegesetz in den 90er Jahren neu entstanden. Viele von ihnen hatten einen schwierigen Start, weil ihnen Eigentum und Kapital fehlte, erklärte Nareyke. Heute mache der Bevölkerungsrückgang den Unternehmen auch finanzielle Probleme.
Dennoch sei die Idee des genossenschaftlichen Wohnens jung geblieben. So seien in den vergangenen Jahren drei Neugründungen in Thüringen erfolgt. In einem Fall haben sich in Weimar Eigenheimbauer zusammengeschlossen und gemeinsam eine kleine Siedlung gebaut. Bundesweit haben rund fünf Millionen Menschen in 2,2 Millionen Genossenschaftswohnungen ein Zuhause gefunden.
