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Oberzentrum und Realismus

Montag, 07. April 2003, 19:00 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Landesregierung hat ihre Vorstellung für das „Thüringen der Zukunft“ am Freitag vorgestellt. Landesentwicklungsplan soll das Zauberwort heißen. Konkretes nannte Staatskanzleiminister Jürgen Gnauck nicht, dafür wird in den Kommunen des Freistaates emsig gearbeitet. Auch in Nordhausen.


Das Werk „Landesentwicklungsplan“ muß so sensibel sein, dass sich die jetzige Landesregierung auf keinen Fall damit den Wahlkampf stören lassen will. Ministerpräsident Bernhard Vogel stellte denn auch klar, dass es einen LEP-Beschluß in dieser Legislaturperiode nicht mehr geben werde. Diese Zeit will nun aber die Stadt Nordhausen auf ihrem Weg zum Oberzentrum nutzen. Er wird schwer werden, denn die Favoriten der Landesregierung sind klar gesetzt: Erfurt, Gera und Jena.

Ob es einen vierten Platz auf dieser Liste geben wird, ist momentan schwer auszumachen, doch Nordhausen will kämpfen. Wie Wirtschaftsdezernent Dietrich Beyse (CDU) heute der nnz sagte, sei man sich in diesem Ringen der Unterstützung der vier Nordthüringer Landkreise gewiß. Es habe in den zurückliegenden Wochen und Monaten insgesamt vier Beratungen in der Staatskanzlei gegeben und da habe man die Nordhäuser Position unmissverständlich klar gemacht: Oberzentrum! Der engste Verbündete wird auf diesem Weg wohl die Stadt Sondershausen sein. Sollten die Einstufungen der Landesregierung für den nächsten LEP Realität werden, dann „versinkt“ Sondershausen in der ländlichen Bedeutungslosigkeit.

Die einzige Trumpfkarte, auf die Nordhausen setzen könnte, wäre ihre geografische Lage. Was einst immer Hemmnis war, könnte jetzt zum Joker avancieren: Südharz oder Nordthüringen? So richtig wusste es niemand, wo die Reise hingehen soll. Jetzt aber, da es in einem Radius von 75 Kilometer kaum ein Oberzentrum geben könnte, sollte es vielleicht machbar sein. Unterstützung benötigt Nordhausen, vor allem im Landtag, in der Landesregierung. Und da kommt auf zwei Abgeordnete eine ganz spannende Rolle zu: Egon Primas und Dr. Klaus Zeh müssen diesen Part erledigen. Die SPD wird in ihrer Oppositionsrolle kaum Einfluß nehmen. Aber das kann ja im nächsten Jahr ganz anders sein. Wie gesagt: Die Landesregierung wird vor der Landtagswahl nicht beschließen. Es sei zu sensibel.
Autor: nnz

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