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Turbulente Schlussviertelstunde

Samstag, 05. April 2003, 20:54 Uhr
Nordhausen (nnz). Am 22. Spieltag der Fußball-Landesklasse West kam es heute im Albert-Kuntz-Sportpark zum Spitzenspiel zwischen Wacker 90 und dem FSV 04 Viernau. Für die Nordhäuser zählte nur ein Sieg, wenn die Chance auf den zweiten Tabellplatz erhalten werden sollte. Über das Spiel berichtet nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg.


nnzAuf hohem Nivaeu stand die Spitzenbegegnung im Kuntzsportpark zwar nicht, aber spannend war sie allemal. Die rund 300 Zuschauer sahen nach einem nervösen Beginn ein Spiel, das sich in der Folgezeit vornehmlich zwischen beiden Strafräumen abspielte. Torraumszenen blieben Mangelware, viel zu wenig Schüsse aus der zweiten Reihe. Aber gerade die wären notwendig gewesen, um die dichtgestaffelte Viernauer Verteidigung - übrigens die beste in der Staffel West - zu überraschen. Statt dessen schienen die Wackeren den Ball ins gegnerische Tor tragen zu wollen. Nur einmal zog Jens Ludwig beherzt aus gut 20 Metern ab und zwang den Gästeschlussmann Böhnisch zu einer Glanzparade (31.). Leider blieben solche Aktionen viel zu selten.

Nach einer eher harmlosen Attacke schickte der sehr kleinlich pfeifende Schiedsrichter Ronald Telle aus Blankenhain den Viernauer Günther mit einer Gelb Roten Karte frühzeitig zum Duschen (32.). Dass die Südthüringer einen Mann weniger auf dem Platz hatten, fiel in der Folgezeit nicht auf. Zu umständlich und einfallslos agierten die Gastgeber. Es gab nur noch zwei nennenswerte Aktionen in der ersten Halbzeit. Einmal setzte sich Pohl nach einer Vorlage von Heise gegen zwei Verteidiger durch und zog ab. Mit einer Reflexbewegung legte der hervorragende Böhnisch den Ball über die Querlatte (34.). In der 45. Minute setzte Verkouter einen satter Knaller an den Pfosten. Die Gäste übten sich in den ersten 45 Minuten in Enthaltsamkeit, versuchten es nur mit gelegentlichen Kontern, die aber bereits an der Strafraumgrenze abgeblockt wurden. Jens Ludwig hatte seine Abwehr umsichtig organisiert und stand selbst wie ein Fels in der Brandung.

Zu Beginn der zweiten Hälfte brachte Trainer Weißhaupt Mook für Heise. Das erste Achtungszeichen setzten in der 56. Minute die Viernauer, als plötzlich Schneider frei vorm Wackertor auftauchte. Schlussmann Finsterbusch rettete großartig und bewahrte seine Elf vor einem Rückstand. Nur zwei Minuten später prüfte Piotrowski den Gästetorhüter mit einem satten Knaller. Jedoch ein Tor wollte nicht fallen, langsam rannte den Nordhäusern die Zeit davon.

nnz-Fotos: Ch. Greiner Dann kam die 72. Minute. Verkouter wurde im Strafraum von den Beinen geholt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Jens Ludwig überlegt. Die Anwort der Gäste ließ ganze 60 Sekunden auf sich warten. Etwa 25 Meter vor dem Wackertor gab der Unparteiische einen Freistoß für die Südthüringer. Den verwandelte Kramer direkt zum schmeichelhaften Ausgleich.

Für den enttäuschenden Piotrowski kam Kühne, der sich in der Vergangenheit schon oft als Joker erwiesen hatte. Der Stürmer mit dem Torinstinkt war gerade mal 180 Sekunden auf dem Platz, da kam sein großer Auftritt. Einen bereits abgewehrten Ball erwischte der kleine quirlige Mann und setzte ihn aus Nahdistanz unhaltbar in die Maschen zur erneuten Nordhäuser Führung (76.). Nun erwachten die Gäste und begannen einen Sturmlauf auf das Nordhäuser Tor. Es folgte ein großes Bangen und Zittern der Fans, die von ihrer Mannschaft forderten "Wir wollen Euch kämpfen sehen". In der 86. Minute schied auch noch Kapitän Pistorius verletzt aus, für ihn kam Wenzel. Mit viel Glück und Geschick rettete die Mannschaft den kostbaren Sieg über die Zeit und erhält sich damit Chance weiterhin auf den begehrten zweiten Tabellenplatz.
Autor: rh

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