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Handys als Schuldenfalle

Samstag, 05. April 2003, 08:21 Uhr
Nordhausen (nnz). Im Zusammenhang mit der kürzlich stattgefundenen Cebit wurde dort u.a. eine neue Generation von Handys vorgestellt. Der Technologie-Fortschritt in diesem Bereich ist zumindest für den Laien erstaunlich und für viele Nutzer verlockend, wie nnz zu berichten hat.


Über die Art der Fortschritte muss hier nicht berichtet werden, die finden sich sehr viel ausführlicher in Fachjournalen. Inzwischen scheint es ja nicht mehr ausreichend, überhaupt ein Handy zu besitzen, es sollte tunlichst auch eines der jüngsten Generation sein. Und es ist auch die jüngste Generation der Nutzer, die auf diesen Besitz spekuliert, wobei jugendliches Profilierungsgehabe keine geringe Rolle spielt. Und das bringt Probleme mit sich.

Für viele Jugendliche ist das Handy an sich schon zur Schuldenfalle geworden. Bereits zwölf Prozent der 13- bis 24-Jährigen in Deutschland sind verschuldet, durchschnittlich mit 1810 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Münchner Instituts für Jugendforschung, bei der bundesweit 1228 Jugendliche nach ihren Schulden befragt wurden. Das Handy steht dabei schon an Platz vier der Gründe für Kredite, nach dem Auto, Ausgehen und Kleidung.

Das benötigte Geld wird vor allem von den Eltern geborgt. Diese sind es auch, die bei den Jugendlichen für deren „Handymanie“ haften. „Jugendliche unter 18 Jahren können nur mit Einwilligung der Eltern einen Handyvertrag abschließen“, sagt Claudia Kurzbuch von der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung in Kassel. Ende vergangenen Jahres hatten einer Kölner Studie zufolge rund 82 Prozent der 12- bis 19-Jährigen in Deutschland ein Handy ­ Tendenz steigend.
Autor: nnz

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