nnz-Forum: Tief beeindruckt
Donnerstag, 23. Dezember 2010, 07:11 Uhr
"Was ich gestern erlebt habe und was mich tief beeindruckt, gleichzeitig aber auch nachdenklich gestimmt hat... " So beginnt ein Brief an die nnz-Redaktion und auch die restlichen Zeilen wollen wir Ihnen nicht vorenthalten...
Gestern versammelten sich etwa 100 Menschen bei uns in der Trauerhalle, um von ihrem Freund und Bekannten Rüdiger Hohberg Abschied zu nehmen. Das Besondere daran: Es gab keine Angehörigen, die sich um die Bestattung kümmern konnten oder wollten, so wurde die Bestattung vom Ordnungsamt der Stadt angeordnet. Bei solchen behördlich angeordneten Bestattungen gilt: Je billiger desto besser. Für eine Trauerfeier gibt es da kein Geld. Ich habe dies an anderen Stellen schon vielfach bemängelt und ausgeführt, da Menschen, die keine Angehörigen haben, nicht gleich beziehungslos leben und es möglich sein muss, dass Freunde und Bekannte Abschied nehmen können.
Die Freunde und Bekannten von Rüde haben sich von diesem Sparzwang nicht beeindrucken lassen, und haben eine Trauerfeier organisiert, um sich in würdevoller Weise von ihrem Freund zu verabschieden. Selbstverständlich ist dies nicht und deshalb umso mehr herauszustellen. Vielfach sind in unserer Gesellschaft die Menschen nur da, solange es einem gut geht. Geht es einem schlecht, stellen sich einem Hürden in den Weg, oder scheidet einer aus dem Leben, dann ist vielfach keiner mehr da. Hier war es anders. Alle waren da, haben ihrem Freund die letzte Ehre erwiesen und dafür gesorgt, dass er nicht einfach verscharrt wird. Und so haben auch wir gerne unseren Teil dazu beigetragen.
Für dieses Handeln und dieses Beispiel sage ich allen Freunden und Bekannten von ganzem Herzen DANKE und habe große Achtung davor. Sie haben dadurch deutlich gezeigt, dass Menschlichkeit oberstes Gebot hat und haben muss, nicht nur zum Weihnachtsfest. Oder um es mit Worten von Perikles zu sagen: Die Kultur eines Volkes erkennt man daran, wie sie mit ihren Toten umgeht." Vielleicht sollten sich die gewählten Vertreter unserer Stadt daran einmal messen lassen.
P. Tobias Titulaer, Nordhausen
Gestern versammelten sich etwa 100 Menschen bei uns in der Trauerhalle, um von ihrem Freund und Bekannten Rüdiger Hohberg Abschied zu nehmen. Das Besondere daran: Es gab keine Angehörigen, die sich um die Bestattung kümmern konnten oder wollten, so wurde die Bestattung vom Ordnungsamt der Stadt angeordnet. Bei solchen behördlich angeordneten Bestattungen gilt: Je billiger desto besser. Für eine Trauerfeier gibt es da kein Geld. Ich habe dies an anderen Stellen schon vielfach bemängelt und ausgeführt, da Menschen, die keine Angehörigen haben, nicht gleich beziehungslos leben und es möglich sein muss, dass Freunde und Bekannte Abschied nehmen können.
Die Freunde und Bekannten von Rüde haben sich von diesem Sparzwang nicht beeindrucken lassen, und haben eine Trauerfeier organisiert, um sich in würdevoller Weise von ihrem Freund zu verabschieden. Selbstverständlich ist dies nicht und deshalb umso mehr herauszustellen. Vielfach sind in unserer Gesellschaft die Menschen nur da, solange es einem gut geht. Geht es einem schlecht, stellen sich einem Hürden in den Weg, oder scheidet einer aus dem Leben, dann ist vielfach keiner mehr da. Hier war es anders. Alle waren da, haben ihrem Freund die letzte Ehre erwiesen und dafür gesorgt, dass er nicht einfach verscharrt wird. Und so haben auch wir gerne unseren Teil dazu beigetragen.
Für dieses Handeln und dieses Beispiel sage ich allen Freunden und Bekannten von ganzem Herzen DANKE und habe große Achtung davor. Sie haben dadurch deutlich gezeigt, dass Menschlichkeit oberstes Gebot hat und haben muss, nicht nur zum Weihnachtsfest. Oder um es mit Worten von Perikles zu sagen: Die Kultur eines Volkes erkennt man daran, wie sie mit ihren Toten umgeht." Vielleicht sollten sich die gewählten Vertreter unserer Stadt daran einmal messen lassen.
P. Tobias Titulaer, Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
