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Kulinarische Genüsse zum Weihnachtsfest

Samstag, 11. Dezember 2010, 12:11 Uhr
Mindestens drei Wildgerichte stehen täglich auf der Speisekarte des 5-Sterne-Hotels „Romantischer Winkel“ in Bad Sachsa. In diesen Tagen bei den Gästen besonders gefragt: Rehrücken für zwei Personen. Das Wildfleisch wird aus Wolkramshausen geliefert.

Gefragte Ware (Foto: Kurt Frank) Gefragte Ware (Foto: Kurt Frank)
erkäuferin Gabi Henning hält ein großes Angebot an Wildfleisch für festliche Gerichte zu den Feiertage bereit

Seit 15 Jahren ist das so. Auch andere renommierte Hotels in Stolberg und Sondershausen schätzen den heimischen Wildhandel. "Wir sind mit dem Wildbret, das wir aus Wolkramshausen beziehen, sehr zufrieden“, sagt Manfred Albrecht, Küchenchef im „Romantischen Winkel“. Top-Qualität. Stets frisch und hervorragend verarbeitet. Albrecht lobt den Fleischermeister Jens Cotta vom Wildladen der Wippertaler Agrar GmbH & Co. KG. Auf den Mann sei stets Verlass. Der besorge ihm auch gelegentlich Wildtauben und Fasane, die sein Angebot an kulinarischen Köstlichkeiten zusätzlich bereicherten. Im Angebot des Wildladens sucht man Niederwild vergebens, dafür finden Besucher reichlich Fleisch- und Wurstspezialitäten vom Rot-, Dam-, Muffel-, Reh- und Schwarzwild.

Fleischermeister Jens Cotta und sein Geselle Nick Kranhold verarbeiteten in der letzten Saison 500 Wildschweine, 400 Stück Rehwild und 150 Stück Rotwild. Besonders gefragt sind bei der Kundschaft gegenwärtig Hirschkalbskeule und gemischter Wildgulasch. Auch Rehkeule und Wildschwein-Knackwürste verkauften sich gut, verrät Cotta. Er und Kranhold könnten sich vor dem Fest zerreißen. Enorm sei das Wild-Aufkommen.

Abgeschrieben ist derzeit für die Männer der 8-Stunden-Arbeitstag. Für Feierlichkeiten jeder Art werde auch der Partyservice des Hauses mit fertigen Gerichten gern in Anspruch genommen. Das Angebot des Wildladens wissen auch so renommierte Hotels wie das „Schlossrestaurant“ in Sondershausen und das „Hotel im Schindelbruch“ in Stolberg zu schätzen. Dort ist Cotta ein gefragter Mann. Zweimal im Jahr ist er in das Harz-Stadt zu Gast. Jeweils nach den großen Jagden. Er zieht dem erlegten Wild die Schwarte (Schwarzwild) beziehungsweise die Decke (Rot- und Rehwild) ab, zerlegt es fachgerecht, bevor es die Küche weiter verarbeitet.

Wild, von jeher Bestandteil menschlicher Ernährung, sei heutzutage nicht nur seines kernigen Fleisches wegen sehr geschätzt, sondern auch für eine gesunde Ernährung wertvoll. Wildfleisch, versichert der Experte, sei fett- und cholesterinarm, leicht verdaulich, vor allem aber frei von Medikamenten und Hormonpräparaten. Wild rangiert erstmals seit 2004, besagt eine Statistik, in den neuen Bundesländern als Weihnachtsbraten in der Beliebtheit nach Gans und Ente an dritter Stelle. Der Gesamtverbrauch bundesweit ist jährlich unterschiedlich und beziffert sich zwischen 66000 und 75000 Tonnen.

Für 2008 wurde deutschlandweit ein Pro-Kopf-Verbrauch von 850 Gramm angegeben. Neueste Statistiken liegen nicht vor. Er dürfte sich aber seitdem leicht erhöht haben. Zu über 50 Prozent werde er aus der heimischen Jagd, zu über fünf Prozent aus der landwirtschaftlichen Wildhaltung und bis zu 39 Prozent aus Importen bestritten. Was in Wolkramshausen über den Ladentisch geht, kommt weder aus Importen noch aus Wildgattern. Wildfleisch gibt es hier nur aus den Wäldern des Harzes und Nordthüringens. Dort scheint es reichlich vorhanden zu sein.
Kurt Frank
Autor: nnz

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