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Autobahnbau bringt das Mittelalter ans Licht

Montag, 22. Januar 2001, 13:54 Uhr
Nordhausen (nnz). Die neue Autobahn A 38 schafft nicht nur schnelle Verbindungen und entlastet nicht nur den innerstädtischen Verkehr. Der Bau der Magistrale ist für Archäologen oftmals eine Fundgrube. So wurde auf dem Kesselberg bei Sundhausen ein fränkischer Friedhof aus dem 9. Jahrhundert entdeckt. In den Jahren 1997/98 entdeckten die Bauarbeiter schließlich auch Siedlungsreste aus der Bronzezeit. Datiert waren die Funde um 1800 vor unserer Zeitrechnung. Dabei handelt es sich um Reste einer 4.000 Jahre alten Siedlung. Vor allem kamen Abfallgruben sowie Teile von Häuserpfosten zum Vorschein. Besonders überrascht waren die Experten, als in der Nähe von Großwechsungen ein jungsteinzeitliches Grab der so genannten Glockenbecherkultur um 2200 vor unserer Zeitrechnung entdeckt wurde. Bei dem Toten lag eine reich verzierte Schale aus Ton mit fünf Füßchen.
Archäologische Funde gab in der zurückliegenden Zeit auch bei Bauarbeiten in Nordhausen, berichtet Denkmalpfleger Hans-Jürgen Grönke der nnz. Vor allem der Standort der ehemaligen Jacobikirche erwies sich als wahrer Quell für die Historiker. Mittelalterliche Wohnstätten sowie die Grundmauern der Kirche selbst konnte hier freigelegt werden. Bei Schachtarbeiten im Bereich Kranichstraße/Domstraße wurden Reste einer mittelalterlichen Siedlung gefunden. Auch Überbleibsel einer Siedlung aus der späten Bronzezeit sind entdeckt worden. Für die Archäologen ein Indiz dafür, daß dort, wo einst die Burg von Heinrich dem I. gestanden hat, lange Zeit vorher bereit gesiedelt wurde.
Autor: nnz

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