Mysteriöse Entführung (2)
Mittwoch, 26. März 2003, 17:39 Uhr
Nordhausen (nnz). Die nnz hatte heute von einer Entführung berichtet, die in Worbis begann. Die Ermittlungen seien zwar noch nicht abgeschlossen, die Beamten der Kripo konnten aber heute sowohl das mutmaßliche Opfer als auch den Täter vernehmen.
Einen verzwickten Fall hat gegenwärtig die Nordhäuser Kripo zu lösen. Nach ersten Ermittlungen soll eine 31-jährige Frau von einem Bekannten zwei Tage lang in einem Auto festgehalten und sexuell missbraucht worden sein. Am Dienstag hatte sich kurz nach 15.00 Uhr die aus Leinefelde stammende Frau über Handy bei der Polizei in Worbis gemeldet. Sie schilderte, dass sie in einem weißen Toyota mit Göttingen Kennzeichen festgehalten werde. Ihren Standort konnte sie jedoch nicht bestimmen, beschrieb aber verschiedene Gebäude in Worbis.
Rund 40 Polizeibeamte aus den Nordthüringer Dienststellen und ein Polizeihubschrauber nahmen die Suche nach dem Auto auf. Über längere Zeit bestand telefonischer Kontakt zu der Frau, in dem sie immer wieder beschrieb, was sie sah. Es passte allerdings nicht zu dem, was gerade in Worbis geschah. Außerdem stand die Frage, warum der Täter, der mit im Auto saß, die Frau ungehindert mit der Polizei telefonieren ließ.
Die Verwirrung war perfekt, als die Frau den Hubschrauber entdeckte und beschrieb, welche Flugmanöver er durchführt. Auch das stimmte mit der Flugbahn des Polizeihubschraubers nicht überein. Erst später sollte sich herausstellen, dass die Frau den in Nordhausen stationierten Rettungshubschrauber gesehen hatte. Zeitweise glaubten die Polizeibeamten, sie würden an der Nase herum geführt, gaben aber trotzdem nicht auf.
Nach über drei Stunden verzweifelter Suche wurde das Auto an der B 80 am Schäperdenkmal nahe Wipperdorf im Landkreis Nordhausen gesichtet. Auf der Rückbank lag die völlig verstörte Frau. Sie wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht. Der Fahrer, ein 59-jähriger Mann aus Niedersachsen, wurde vorläufig festgenommen. Nachdem er mehrfach zusammengebrochen war, musste auch er in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Da beide Personen zunächst nicht vernehmungsfähig waren, mussten ihre Vernehmungen bis heute Mittag verschoben werden.
Nach diesen Vernehmungen, die zum Teil durch im Auto aufgefundene Gegenstände bekräftigt werden, hat der Mann sein Opfer vermutlich betäubt. Es muss davon ausgegangen werden, dass dazu sowohl Alkohol, als auch Medikamente benutzt wurden. Deshalb war die Frau auch orientierungslos und zum Teil verwirrt. Außerdem wies die Frau mehrere Verletzungen, vor allem Hämatome auf. Der Täter, ein Bekannter des Opfers, soll die Frau in diesem Zustand mehrfach sexuell missbraucht haben. Auch er hatte offensichtlich Alkohol und Medikamente zu sich genommen und war in seiner Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt. Das erklärt auch, warum die Frau ungehindert telefonieren konnte.
Die Ermittlungen der Kriminalpolizei sind noch nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen prüft gegenwärtig, ob gegen den Täter Haftbefehl zu beantragen ist.
Autor: nnzEinen verzwickten Fall hat gegenwärtig die Nordhäuser Kripo zu lösen. Nach ersten Ermittlungen soll eine 31-jährige Frau von einem Bekannten zwei Tage lang in einem Auto festgehalten und sexuell missbraucht worden sein. Am Dienstag hatte sich kurz nach 15.00 Uhr die aus Leinefelde stammende Frau über Handy bei der Polizei in Worbis gemeldet. Sie schilderte, dass sie in einem weißen Toyota mit Göttingen Kennzeichen festgehalten werde. Ihren Standort konnte sie jedoch nicht bestimmen, beschrieb aber verschiedene Gebäude in Worbis.
Rund 40 Polizeibeamte aus den Nordthüringer Dienststellen und ein Polizeihubschrauber nahmen die Suche nach dem Auto auf. Über längere Zeit bestand telefonischer Kontakt zu der Frau, in dem sie immer wieder beschrieb, was sie sah. Es passte allerdings nicht zu dem, was gerade in Worbis geschah. Außerdem stand die Frage, warum der Täter, der mit im Auto saß, die Frau ungehindert mit der Polizei telefonieren ließ.
Die Verwirrung war perfekt, als die Frau den Hubschrauber entdeckte und beschrieb, welche Flugmanöver er durchführt. Auch das stimmte mit der Flugbahn des Polizeihubschraubers nicht überein. Erst später sollte sich herausstellen, dass die Frau den in Nordhausen stationierten Rettungshubschrauber gesehen hatte. Zeitweise glaubten die Polizeibeamten, sie würden an der Nase herum geführt, gaben aber trotzdem nicht auf.
Nach über drei Stunden verzweifelter Suche wurde das Auto an der B 80 am Schäperdenkmal nahe Wipperdorf im Landkreis Nordhausen gesichtet. Auf der Rückbank lag die völlig verstörte Frau. Sie wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht. Der Fahrer, ein 59-jähriger Mann aus Niedersachsen, wurde vorläufig festgenommen. Nachdem er mehrfach zusammengebrochen war, musste auch er in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Da beide Personen zunächst nicht vernehmungsfähig waren, mussten ihre Vernehmungen bis heute Mittag verschoben werden.
Nach diesen Vernehmungen, die zum Teil durch im Auto aufgefundene Gegenstände bekräftigt werden, hat der Mann sein Opfer vermutlich betäubt. Es muss davon ausgegangen werden, dass dazu sowohl Alkohol, als auch Medikamente benutzt wurden. Deshalb war die Frau auch orientierungslos und zum Teil verwirrt. Außerdem wies die Frau mehrere Verletzungen, vor allem Hämatome auf. Der Täter, ein Bekannter des Opfers, soll die Frau in diesem Zustand mehrfach sexuell missbraucht haben. Auch er hatte offensichtlich Alkohol und Medikamente zu sich genommen und war in seiner Handlungsfähigkeit stark eingeschränkt. Das erklärt auch, warum die Frau ungehindert telefonieren konnte.
Die Ermittlungen der Kriminalpolizei sind noch nicht abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen prüft gegenwärtig, ob gegen den Täter Haftbefehl zu beantragen ist.
