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Gut für Nordhausen, schlecht für...

Mittwoch, 01. Dezember 2010, 10:20 Uhr
Der Statistische Bericht 'Entwicklung der Bevölkerung ausgewählter Städte Thüringens 2010 bis 2030' mit den Ergebnissen der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung liegt nunmehr vor. Und da gibt es zum Beispiel zwischen Nordhausen und Sondershausen besonders gravierende Unterschiede...

Die Übersicht (Foto: TLS) Die Übersicht (Foto: TLS)

Die Vorausberechnungen der insgesamt 27 kreisangehörigen Städte mit mehr als 10 000 Einwohnern basieren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik auf dem fortgeschriebenen Bevölkerungsstand zum 31.12.2009 und reichen bis zum Jahr 2030. Die Entwicklung der Bevölkerung in diesen Städten wird bis zum Jahr 2030 sehr unterschiedlich verlaufen.

Einzig die Städte Hildburghausen und Nordhausen können von 2009 bis 2030 mit 0,9 Prozent und 2,8 Prozent geringe Bevölkerungszuwächse verzeichnen. Für alle anderen Städte über 10 000 Einwohner ist im Vorausberechnungszeitraum ein Bevölkerungsverlust zu erwarten. Dieser reicht von 31,1 Prozent in der Stadt Greiz bis 1,6 Prozent in der Stadt Eisenberg. Zum Vergleich: Für Thüringen ergibt sich im Rahmen der 12. kBV von 2009 bis 2030 ein Bevölkerungsverlust von 18,1 Prozent.

Nordhausen - Sondershausen

Im Jahr 2009 lebten in Nordhausen 44.127 Menschen, im Jahr 2030 werden es den Statistikern zufolge 45.377 Frauen, Männer, Kinder und Greise sein. Das ist ein Zuwachs von 1.250. Verursacht wird dies vor allem durch Zuwanderungen, vermutlich aus dem Umland.

In Sondershausen wurden im vergangenen Jah 23.483 Einwohner registriert. In 20 Jahren werden es noch 18.181 sein. Das sind 5.302 weniger als Ende 2009. Das Durchschnittsalter der Sondershäuser wird von aktuell 47,1 Jahre auf dann 53,1 Jahre steigen. Das Durchschnittsalter der Nordhäuser hingegen klettert lediglich von 45,6 auf 46,9 Jahre.

In allen ausgewählten Städten werden im Vorausberechnungszeitraum mehr Menschen sterben als geboren werden. Dieser Sterbefallüberschuss wird in jeder der in die Vorausberechnung einbezogenen Stadt die Hauptursache des Bevölkerungsrückgangs sein. Bezogen auf das Basisjahr 2009 schwankt der Sterbefallüberschuss je 1 000 der Bevölkerung zwischen 104 in der Stadt Heilbad Heiligenstadt und 237 in der Stadt Greiz. An der Spitze der Rangliste mit den höchsten Sterbefallüberschüssen sind an der 2. und 3. Position die Städte Meuselwitz (206) und Zeulenroda-Triebes (203) zu finden.

Verschärft wird der Prozess des Bevölkerungsrückgangs bei zehn großen kreisangehörigen Städten durch zu erwartende Wanderungsverluste. Diese reichen im betrachteten Zeitraum von 1 713 Personen in der Stadt Apolda bis 145 Personen in der Stadt Waltershausen. Bei 17 der ausgewählten Städte ist ein Wanderungsgewinn zwischen 93 (Stadt Zella-Mehlis) und 6 005 Personen (Stadt Nordhausen) zu erwarten. Für die Städte Hildburghausen und Nordhausen wird der Wanderungsgewinn ausreichen, um den Sterbefallüberschuss zu kompensieren.

Den höchsten positiven Wanderungssaldo je 1 000 der Bevölkerung hat neben Nordhausen (136) und Hildburghausen (128) die Stadt Eisenberg (126). Den höchsten Wanderungsverlust je 1 000 der Bevölkerung müssen Zeulenroda-Triebes (87) und Leinefelde-Worbis (77) verschmerzen.

Es wird weiterhin eine zunehmende Überalterung charakteristisch für die Entwicklung in den nächsten Jahren sein, die sich u.a. im Durchschnittsalter widerspiegelt. Die Stadt Greiz - im Jahr 2009 durchschnittlich 'älteste' kreisangehörige Stadt mit mehr als 10 000 Einwohnern in Thüringen - wird im Jahr 2030 gemeinsam mit Zeulenroda-Triebes 'älteste' Stadt sein. Das Durchschnittsalter wird sich in Greiz von 2009 bis 2030 um 5,8 Jahre auf 55,3 Jahre erhöhen, in Zeulenroda-Triebes von 47,6 Jahre auf 55,3 Jahre. Den höchsten Anstieg des Durchschnittsalters haben die Städte Zeulenroda-Triebes und Leinefelde-Worbis mit jeweils 7,7 Jahren.

Die im Jahr 2030 'jüngste' der ausgewählten Städte wird die Stadt Nordhausen mit durchschnittlich 46,9 Jahren sein. Mit einer Zunahme um 1,3 Jahre gegenüber 2009 nimmt die Stadt gleichzeitig den ersten Platz in der Liste des geringsten Anstiegs des Durchschnittsalters ein. Mit einer Zunahme um 1,9 und 2,1 Jahre folgen die Städte Pößneck und Schmölln.
Autor: nnz

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