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Medizinische Kooperation

Dienstag, 23. November 2010, 13:50 Uhr
Beim nächsten Internationalen Nordhäuser Energie-Kugelstoß-Indoor am 21. Januar kooperiert das Wettkampf-Team zum ersten Mal mit dem Nordhäuser Südharz-Krankenhaus. Wie sich die Mediziner einbringen wollen, das hat die nnz erfahren...

Zusammenarbeit (Foto: J. Piper) Zusammenarbeit (Foto: J. Piper)

Dr. Andreas Wagner (rechts), Chefarzt des Zentrums für Rehabilitation und Physiotherapie, wird am Wettkampftag in der Wiedigsburghalle vor Ort sein und die Athleten gemeinsam mit dem spezialisierten Physiotherapeuten Andreas Wolf aus Jena betreuen. Diese ärztliche Versorgung vor Ort sei eine wichtige Ergänzung des Services für die Kugelstoßer, so Indoor-Direktor Werner Hütcher: „Das war bislang eindeutig eine Lücke bei uns, die wir nun durch die Kooperation mit dem Südharz-Krankenhaus geschlossen haben.“

Bislang gab es zwar noch keine ernsthaften Verletzungen beim Kugelstoß-Indoor, aber „wenn jetzt etwas passiert, sind wir gut aufgestellt. Der Versorgungsgrad zum Krankenhaus ist nun geradliniger“, meint Dr. Andreas Wagner, Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Sportmediziner, Spezialist für manuelle Medizin, Chirotherapie und Naturheilverfahren. Das Team sorge nun für ein „Rund-um-Paket für Athleten“, so der Nordhäuser Dr. Wagner, der selbst als Langstreckenläufer erfolgreich war.

Dabei geht es keinesfalls im das „Fit-Spritzen“ der Kugelstoßer, denn viele Medikamente, die in der herkömmlichen Therapie verwendet werden, gelten bei den Kugelstoßern als Doping. Vielmehr werde man „Hand in Hand“ aus ärztlicher und physiotherapeutischer Sicht manuelle Therapien anwenden, wobei bei ihm sicher der Schwerpunkt auf der Diagnostik liegen werde, so Dr. Andreas Wagner. „Das ist die ideale Besetzung für den Wettkampf“, ist sich auch Andreas Wolf sicher.

Der Physiotherapeut blickt ebenfalls auf eine Sportlerkarriere zurück und war in den 80er Jahren ein erfolgreicher Ringer im Schwergewicht. „Einen solchen Sportphysiotherapeuten zu haben ist wirklich ideal. Denn er verfügt auch über die körperlichen Ressourcen, um die Kugelstoßer zu behandeln“, spricht Dr. Wagner die Herausforderung an, die großen und schweren Athleten fit zu halten. Denn einen Kugelstoßer manuell zu behandeln, ist etwas Besonderes, wie schon ein kleines Beispiel zeigt.

„Ich kann mit meinen beiden Händen nicht den Oberarm von Weltmeister Christian Cantwell umfassen und das kann ich eigentlich sonst bei jedem, denn ich hab ja auch nicht gerade kleine Hände“, sagt der Physiotherapeut Andreas Wolf. Der ehemalige Ringer, der eine Praxis in Jena-Lobeda hat, ist im Januar bereits zum vierten Mal vor, während und nach dem Kugelstoß-Indoor für die Starter da, massiert die Sportler und behebt Funktionsstörungen beispielsweise in den Gelenken oder der Wirbelsäule – ein Balanceakt zwischen Kraft und Fingerspitzengefühl. „Gerade bei der Mobilisierung von Gelenken muss man sensibel vorgehen“, sagt Andreas Wolf, der auf Be- und Überlastungserscheinungen bei Sportlern spezialisiert ist und auch mit dem Thüringer Olympiastützpunkt zusammenarbeitet.

Vor dem Wettkampf haben die Athleten aus Amerika vor allem mit den Folgen des Jetlags zu kämpfen. Hier setzt Andreas Wolf aus Entmüdungsmassagen. Insgesamt seien die Kugelstoßer aber vor dem Wettbewerb zurückhaltender, was die Behandlungen angeht, um die aufgebaute Spannung zu erhalten, so der Physiotherapeut. „Am meisten habe ich nach dem Wettkampf zu tun.“

Das Zentrum für Rehabilitation und Physiotherapie, mit dem das Indoor-Team nun eng zusammenarbeitet, ist ein Querschnittbereich des Südharz-Krankenhauses, der mit allen Kliniken zusammenarbeitet und auch ambulant Patienten beispielsweise in der medizinischen Trainingstherapie versorgt. Im vergangenen Jahr erbrachte das Zentrum rund 140.000 Einzelleistungen im ambulanten und stationären Bereich. Dort sind rund 30 Mitarbeiter beschäftigt, neben Fachärzten zum Beispiel auch Physio-, Trainings- und Ergotherapeuten und Psychologen. Weitere Informationen zum Energie-Kugelstoß-Indoor gibt es auch unter www.energie-indoor.de.
Autor: nnz

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