Konzept mit Leben erfüllen
Donnerstag, 11. November 2010, 07:02 Uhr
Die BUND-Kreisgruppe Nordhausen hat in ihrem jüngsten Pflegeeinsatz zur Erhaltung und zur Förderung bedrohter Pflanzenarten im Naturschutzgebiet Alter Stolberg wiederum zahlreiche Hasel-, Hartriegel- und Faulbaum-Büsche entfernt.
Vor der BUND-Aktion
Besonders lobenswert war dabei, dass alle Teilnehmer, mit Ausnahme des Organisators, junge Leute waren! Mit den Einsätzen im Alten Stolberg soll eine der wenigen verbliebenen Magerrasenflächen des Naturschutzgebietes, mit einem hohen Anteil laut Roter Liste Thüringens gefährdeter Pflanzenarten, erhalten werden. Unsere Naturschutzgebiete sind die letzten Refugien vieler Arten, die in unserer intensiv genutzten Landschaft ansonsten kaum noch Überlebenschancen haben, sagt Einsatzleiter Bodo Schwarzberg. Sie präsentieren die letzten Reste einer Kulturlandschaft, wie sie noch vor 50 bis 60 Jahren für unsere Region prägend war. - Weil die früheren extensiven Bewirtschaftungsformen durch Schafweide oder einschürige Mahd heute nur noch eingeschränkt durchführbar sind, verbuschen die verbliebenen Restflächen oft innerhalb weniger Jahre.
Die BUND-Kreisgruppe strebt an, in engem Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde, mit den Flächeneigentümern, Landwirten und mit der Forstwirtschaft, diese sensiblen Bereiche wieder extensiv bewirtschaften zu lassen. Alternativ führt sie neben Entbuschungsmaßnahmen auch Entfilzungen der gegenwärtig nicht bewirtschafteten Rasenflächen durch, was insbesondere mehreren Orchideenarten zugutekommt. Durch diese Pflege können allein am von uns zur Zeit gepflegten Standort ca. 15 Rote-Liste-Arten erhalten werden, so Schwarzberg.
Nach der Beräumung
Der Nordhäuser, der durch die individuelle Pflege einzelner Standorte seit 2004 bereits bei mehreren, z.T. hochgradig bedrohten Arten positive Trends erreichen konnte, möchte die Pflegemaßnahmen auf Standorte im gesamten Kreisgebiet ausdehnen. Dies ist Teil des Konzepts der Kreisgruppe, den Landkreis Nordhausen zu einem Referenzkreis für die Arterhaltung zu machen, so Schwarzberg. Hiermit möchte die BUND-Kreisgruppe vor allem an der Umsetzung des jüngst auf der Internationalen Biodiversitätskonferenz im japanischen Nagoya beschlossenen UNO-Zieles mitwirken, das weltweite Artensterben bis 2020 zu stoppen.
Ich persönlich glaube nicht, dass dies global erreichbar ist. Denn schon für 2010 wurde dieses Ziel ausgegeben und komplett verfehlt. Zwischen Worten und Taten klaffen da kaum zu schließende Lücken! Lokal aber sehe ich für eine positive Entwicklung, auch auf Grund messbarer eigener Erfolge, eine Chance, so Schwarzberg. Ganz in diesem Sinne soll der Landkreis nach dem Willen der BUND-Kreisgruppe Möglichkeiten auch für andere Regionen aufzeigen. Nach ihren Vorstellungen könnten solche mit Leben erfüllte Initiativen entscheidend dazu beitragen, den Artenrückgang zunehmend auch überregional zumindest zu bremsen, und punktuell umzukehren.
Um ein Genreservoir für bedrohte Arten zur Verfügung zu haben, und vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, floristische Raritäten zu beobachten, plant die BUND-Kreisgruppe gemeinsam mit der Bürgerstiftung Park Hohenrode einen Erhaltungsgarten, der seinen Platz im Park erhalten soll.
Der BUND freut sich über viele Mitstreiter! Interessenten können sich gern unter bodo_schwarzberg@yahoo.de melden.
Autor: nnzVor der BUND-Aktion
Besonders lobenswert war dabei, dass alle Teilnehmer, mit Ausnahme des Organisators, junge Leute waren! Mit den Einsätzen im Alten Stolberg soll eine der wenigen verbliebenen Magerrasenflächen des Naturschutzgebietes, mit einem hohen Anteil laut Roter Liste Thüringens gefährdeter Pflanzenarten, erhalten werden. Unsere Naturschutzgebiete sind die letzten Refugien vieler Arten, die in unserer intensiv genutzten Landschaft ansonsten kaum noch Überlebenschancen haben, sagt Einsatzleiter Bodo Schwarzberg. Sie präsentieren die letzten Reste einer Kulturlandschaft, wie sie noch vor 50 bis 60 Jahren für unsere Region prägend war. - Weil die früheren extensiven Bewirtschaftungsformen durch Schafweide oder einschürige Mahd heute nur noch eingeschränkt durchführbar sind, verbuschen die verbliebenen Restflächen oft innerhalb weniger Jahre.
Die BUND-Kreisgruppe strebt an, in engem Kontakt mit der Unteren Naturschutzbehörde, mit den Flächeneigentümern, Landwirten und mit der Forstwirtschaft, diese sensiblen Bereiche wieder extensiv bewirtschaften zu lassen. Alternativ führt sie neben Entbuschungsmaßnahmen auch Entfilzungen der gegenwärtig nicht bewirtschafteten Rasenflächen durch, was insbesondere mehreren Orchideenarten zugutekommt. Durch diese Pflege können allein am von uns zur Zeit gepflegten Standort ca. 15 Rote-Liste-Arten erhalten werden, so Schwarzberg.
Nach der Beräumung
Der Nordhäuser, der durch die individuelle Pflege einzelner Standorte seit 2004 bereits bei mehreren, z.T. hochgradig bedrohten Arten positive Trends erreichen konnte, möchte die Pflegemaßnahmen auf Standorte im gesamten Kreisgebiet ausdehnen. Dies ist Teil des Konzepts der Kreisgruppe, den Landkreis Nordhausen zu einem Referenzkreis für die Arterhaltung zu machen, so Schwarzberg. Hiermit möchte die BUND-Kreisgruppe vor allem an der Umsetzung des jüngst auf der Internationalen Biodiversitätskonferenz im japanischen Nagoya beschlossenen UNO-Zieles mitwirken, das weltweite Artensterben bis 2020 zu stoppen.
Ich persönlich glaube nicht, dass dies global erreichbar ist. Denn schon für 2010 wurde dieses Ziel ausgegeben und komplett verfehlt. Zwischen Worten und Taten klaffen da kaum zu schließende Lücken! Lokal aber sehe ich für eine positive Entwicklung, auch auf Grund messbarer eigener Erfolge, eine Chance, so Schwarzberg. Ganz in diesem Sinne soll der Landkreis nach dem Willen der BUND-Kreisgruppe Möglichkeiten auch für andere Regionen aufzeigen. Nach ihren Vorstellungen könnten solche mit Leben erfüllte Initiativen entscheidend dazu beitragen, den Artenrückgang zunehmend auch überregional zumindest zu bremsen, und punktuell umzukehren.
Um ein Genreservoir für bedrohte Arten zur Verfügung zu haben, und vielen Menschen die Möglichkeit zu geben, floristische Raritäten zu beobachten, plant die BUND-Kreisgruppe gemeinsam mit der Bürgerstiftung Park Hohenrode einen Erhaltungsgarten, der seinen Platz im Park erhalten soll.
Der BUND freut sich über viele Mitstreiter! Interessenten können sich gern unter bodo_schwarzberg@yahoo.de melden.


