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Es war einmal in Amerika

Donnerstag, 13. März 2003, 10:58 Uhr
Gangs of New York Nordhausen (nnz). Ähnlich wie in Sergio Leones Meisterwerk erzählt Martin Scorsese in seinem neusten Film "Gangs of New York" eine Geschichte über Mut, Verantwortung und Ehrgefühl und eine allumfassende Korruption der sich niemand entziehen kann ohne sein Existenz zu gefährden.
Nicht Clans sondern Gangs stehen im Mittelpunkt des Geschehens die durch Erpressungen, Schnapshandel, Betrügereien, Glücksspiel und Mord so berühmt wie berüchtigt sind. Der Film offenbart in den Auseinandersetzungen der Gangs jenen eigensinnigen Charakter der Stadt, der bis heute erhalten ist. Bei aller Brutalität des Films ist Scorseses „Gangs of New York“ eine weitere Liebeserklärung an seine Stadt.


New York City, 1863. Bevor aus der Stadt die reiche, kraftvoll-elegante und niemals ruhende Metropole wurde, die wir heute kennen, hatte New York ein gänzlich anderes Gesicht: Es war eine ruppige, wilde und junge Stadt, in der sich die Sehnsucht nach einer besseren Zukunft auch in gewalttätigen Straßenkämpfen Ausdruck verschaffte. Während auf den Schlachtfeldern des Bürgerkrieges um den puren Fortbestand und den Charakter der Nation gefochten wurde, entwickelte sich in den Straßen dieser Stadt eine gefährliche und brutale Unterwelt. Zugleich war es aber auch eine Zeit ungewöhnlicher Tapferkeit, da diejenigen, die um ihre Existenz rangen, zugleich für die Freiheit aller künftigen Generationen eintraten.

Martin Scorsese erzählt in seinem breit gefächerten Drama die Geschichte des jungen irisch-amerikanischen Einwanderes Amsterdam Vallon (LEONARDO DICAPRIO), der nach 16 Jahren in einer Erziehungsanstalt in den Five-Points-Distrikt zurückkehrt. Einem düsteren, brodelnden Stadtteil, einem Zentrum des Lasters und des Chaos im damaligen New York. Hier will sich Vallon an William Cutting (DANIEL DAY-LEWIS) rächen.

Cutting, auch bekannt als „Bill The Butcher“, ist nicht nur ein mächtiger Gangsterboss der Einwanderer hasst; er ist auch der Mörder von Amsterdams Vater. Amsterdam weiß, dass er zur Ausführung seines Plans erst im engsten Kreis von Bills Gang, Aufnahme finden muss. Noch schwieriger wird die Situation für ihn, als er Jenny Everdeane (CAMERON DIAZ) begegnet. Die hart erkämpfte Unabhängigkeit und die verführerische Schönheit der geheimnisvollen Taschendiebin faszinieren Amsterdam. Doch auch Jenny hat eine Vergangenheit, durch die seine Pläne noch komplizierter werden.

Amsterdams Reise wird ein Kampf ums Überleben, aber auch ein Kampf um einen Platz für seine Leute. Mitten in den Unruhen von 1863, die sich an der Mobilmachungspolitik der Regierung für den Bürgerkrieg entzündeten, erreicht auch die Geschichte von GANGS OF NEW YORK ihren Höhepunkt. Die Straßenkämpfe und Aufstände jenes Jahres, die den realen Hintergrund der Filmhandlung liefern, wurden zur Zerreißprobe für Amerika – der härtesten, die das Land bis dahin erlebt hatte.

Eine bewegende Geschichte des frühen Amerika, in dessen Konflikten es auch darum geht, ob jemand die Macht haben darf, zu entscheiden, wer und was ein Amerikaner ist. Vor dem Hintergrund dieser fantastischen neuen Welt stellt der Regisseur diese Lebensgeschichte des vaterlos aufgewachsenen Jungen, den es zur Rache drängt, der aber auf seinem Weg dorthin Werte entdeckt, auf die er sein künftiges Leben gründen will: Mut, Verantwortung und Ehrgefühl.

Martin Scorseses Meisterwerk „Gangs of New York“ läuft ab heute im Nordhäuser Kino.
Autor: grabe

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