nnz-Interview: Stempel aufdrücken
Montag, 08. November 2010, 07:02 Uhr
Mehr als drei Wochen sind vergangen, da bekanntgegeben wurde, dass Antonius Pille zum Ende des Jahres die Geschäftsführung des Südharz-Krankenhauses in Nordhausen abgeben wird. Wie geht es jetzt mit Haus weiter? Welche strategische Ausrichtung wird es geben? Diese und andere Fragen stellte nnz dem Aufsichtsratsvorsitzenden Prof. Heinrich Markgraf.
nnz: Herr Prof. Markgraf, Die Entscheidung ist gefallen, beide Seiten haben sie akzeptiert. Wie soll jetzt die Nachfolge für Antonius Pille geregelt werden?
Prof. Markgraf: Wir haben über eine Unternehmensberatung eine interne Ausschreibung für einen kaufmännischen und einen medizinischen Geschäftsführer veranlasst. Diese Ausschreibung ist im Krankenhaus bekannt und ich erwarte bis zum 30. November die entsprechenden Bewerbungen. Ich gehe weiterhin davon aus, dass es zum 1. Januar 2011 zwei Geschäftsführer geben wird.
nnz: Es hieß doch erst, der jetzige stellvertretende Geschäftsführer soll die Geschäfte kommissarisch leiten?
Prof. Markgraf: Das ist richtig, doch sowohl im Aufsichtsrat als auch mit den beiden Gesellschaftern und den Chefärzten ist man sich einig geworden, mit der schnellen Besetzung dieser beiden Leitungspositionen klare Verhältnisse zu schaffen. Das ist übrigens auch mit Herr Hage, dem jetzigen stellvertretenden Geschäftsführer, so abgesprochen.
nnz: Was werden Sie als Aufsichtsratsvorsitzender den beiden Neuen mit auf den Weg geben?
Prof. Markgraf: Die sollen einfach nur einen guten Job machen, sie sollen das Schiff neu ausrichten und vor allem die Ärzte-Situation klären. Es ist selbstverständlich, dass die neuen Geschäftsführer dem Haus ihren eigenen Stempel aufdrücken werden. Für mich ist aber auch wichtig, dass die Grundausrichtung des Krankenhauses erhalten bleibt.
nnz: Also kein Weg der Privatisierung?
Prof. Markgraf: Es gab in den vergangenen Jahren keine Versuche aus der Politik heraus, das Krankenhaus zu privatisieren. Eine Privaistierung steht jetzt und in absehbarer Zukunft überhaupt nicht zur Debatte. Umso verwunderter bin ich über die regelmäßig in den Medien angefachte Diskussion. Sie führt meines Erachtens nur zu Verunsicherungen.
nnz: Und die Ausgliederung unrentabler Bereiche?
Prof. Markgraf: Wenn man in einem Unternehmen alle unrentablen Bereiche schließen würde, dann gebe es irgendwann dieses Unternehmen nicht mehr, da diese Bereiche durch unterschiedliche, manchmal außerhalb ihrer Einflussnahme liegende Bedingungen, oft wechseln. Natürlich muss man die Rentabilität im Auge haben und natürlich muss man die Entwicklung einiger Bereiche des Krankenhauses beobachten, doch hier muss mit Fingerspitzengefühl herangegangen werden, um gewonnene Kontinuität nicht letztlich zu gefährden.
nnz: Wo sehen Sie das Südharz-Krankenhaus am Ende ihrer Aufsichtsratstätigkeit im Jahr 2014?
Prof. Markgraf: Es wird ein fachlich exzellent aufgestelltes Krankenhaus sein. Die Grundlage wurde dafür in den vergangenen Jahren gelegt. Dafür gebührt Geschäftsleitung wie Belegschaft der Dank. Wir werden auch in drei oder vier Jahren ein überregional versorgendes Krankenhaus in Nordhausen haben, das durch Spezialisierungen aber auch Alleinstellungsmerkmale in der Thüringer Krankenhauslandschaft haben wird. In naher Zukunft muss der neue ärztliche Geschäftsführer inhaltliche Konzepte in der Zusammenarbeit mit den Chefärzten und Oberärzten erarbeiten und die dann natürlich auch umsetzen.
nnz: Prof. Markgraf, wir danken für das Gespräch.
Autor: nnznnz: Herr Prof. Markgraf, Die Entscheidung ist gefallen, beide Seiten haben sie akzeptiert. Wie soll jetzt die Nachfolge für Antonius Pille geregelt werden?
Prof. Markgraf: Wir haben über eine Unternehmensberatung eine interne Ausschreibung für einen kaufmännischen und einen medizinischen Geschäftsführer veranlasst. Diese Ausschreibung ist im Krankenhaus bekannt und ich erwarte bis zum 30. November die entsprechenden Bewerbungen. Ich gehe weiterhin davon aus, dass es zum 1. Januar 2011 zwei Geschäftsführer geben wird.
nnz: Es hieß doch erst, der jetzige stellvertretende Geschäftsführer soll die Geschäfte kommissarisch leiten?
Prof. Markgraf: Das ist richtig, doch sowohl im Aufsichtsrat als auch mit den beiden Gesellschaftern und den Chefärzten ist man sich einig geworden, mit der schnellen Besetzung dieser beiden Leitungspositionen klare Verhältnisse zu schaffen. Das ist übrigens auch mit Herr Hage, dem jetzigen stellvertretenden Geschäftsführer, so abgesprochen.
nnz: Was werden Sie als Aufsichtsratsvorsitzender den beiden Neuen mit auf den Weg geben?
Prof. Markgraf: Die sollen einfach nur einen guten Job machen, sie sollen das Schiff neu ausrichten und vor allem die Ärzte-Situation klären. Es ist selbstverständlich, dass die neuen Geschäftsführer dem Haus ihren eigenen Stempel aufdrücken werden. Für mich ist aber auch wichtig, dass die Grundausrichtung des Krankenhauses erhalten bleibt.
nnz: Also kein Weg der Privatisierung?
Prof. Markgraf: Es gab in den vergangenen Jahren keine Versuche aus der Politik heraus, das Krankenhaus zu privatisieren. Eine Privaistierung steht jetzt und in absehbarer Zukunft überhaupt nicht zur Debatte. Umso verwunderter bin ich über die regelmäßig in den Medien angefachte Diskussion. Sie führt meines Erachtens nur zu Verunsicherungen.
nnz: Und die Ausgliederung unrentabler Bereiche?
Prof. Markgraf: Wenn man in einem Unternehmen alle unrentablen Bereiche schließen würde, dann gebe es irgendwann dieses Unternehmen nicht mehr, da diese Bereiche durch unterschiedliche, manchmal außerhalb ihrer Einflussnahme liegende Bedingungen, oft wechseln. Natürlich muss man die Rentabilität im Auge haben und natürlich muss man die Entwicklung einiger Bereiche des Krankenhauses beobachten, doch hier muss mit Fingerspitzengefühl herangegangen werden, um gewonnene Kontinuität nicht letztlich zu gefährden.
nnz: Wo sehen Sie das Südharz-Krankenhaus am Ende ihrer Aufsichtsratstätigkeit im Jahr 2014?
Prof. Markgraf: Es wird ein fachlich exzellent aufgestelltes Krankenhaus sein. Die Grundlage wurde dafür in den vergangenen Jahren gelegt. Dafür gebührt Geschäftsleitung wie Belegschaft der Dank. Wir werden auch in drei oder vier Jahren ein überregional versorgendes Krankenhaus in Nordhausen haben, das durch Spezialisierungen aber auch Alleinstellungsmerkmale in der Thüringer Krankenhauslandschaft haben wird. In naher Zukunft muss der neue ärztliche Geschäftsführer inhaltliche Konzepte in der Zusammenarbeit mit den Chefärzten und Oberärzten erarbeiten und die dann natürlich auch umsetzen.
nnz: Prof. Markgraf, wir danken für das Gespräch.
