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“Auf Gedeih und Verderb“

Mittwoch, 12. März 2003, 10:23 Uhr
Nordhausen/Sondershausen (nnz). Das Sondershäuser Kreiskrankenhaus wird einen neuen Besitzer erhalten. Im Vorfeld der Entscheidung des Kreistages hatte der Landrat des Kyffhäuserkreises von einer neuen Konkurrenzsituation gegenüber Nordhausen gesprochen. nnz sprach heute mit Peter Hengstermann über Wettbewerb und Zusammenarbeit.


Im Gespräch mit der nnz ging Hengstermann noch einmal auf die Geschichte der Ausschreibung des Verkaufs ein. Damals, im vergangenen Jahr, habe es auch im Kreistag eine große Lobby für eine Übernahme der Einrichtung durch das Südharz-Krankenhaus in Nordhausen gegeben, die Nordhäuser hätten auch ein entsprechendes Angebot abgegeben. Doch sie konnten nicht den Beschluß des Kyffhäuserkreistages erfüllen. Dieser sah vor, den Bieter zu bevorzugen, der eine Übernahme aller Abteilungen des Sondershäuser Kreiskrankenhauses garantiere. Deshalb habe man die Nordhäuser Offerte zurückgestellt.

„Jetzt verhandeln wir noch mit einem Bieter über den Verkauf der Einrichtung und folgen einer Empfehlung des Beraterbüros. Nach Abschluß des Kaufvertrages soll das Sondershäuser Krankenhaus wieder in den Stand versetzt werden, die Grund- und Regelversorgung in unserem Landkreis zu übernehmen“, so Peter Hengstermann. Zu dieser Versorgung gehöre auch das „Zurückholen“ von Patienten, die in andere Richtungen abgewandert waren. Mit „andere Richtungen“ meint der Landrat sowohl Bad Frankenhausen als auch Nordhausen.

„Sicher wird durch ein gestärktes Kreiskrankenhaus in Sondershausen eine neue Wettbewerbssituation in der Region entstehen, doch daraus sollte man nicht etwas Negatives ableiten. Für mich ist wichtig, dass die Patienten nicht nach Mittel- oder Ostthüringen, nach Sachsen-Anhalt oder Niedersachsen abwandern, sondern in der Region versorgt werden.“

Die beiden Nordthüringer Landkreise seien letztlich auf „Gedeih und Verderb“ aufeinander angewiesen. Und bisher gebe es viele positive Beispiele der Zusammenarbeit wie das BIC Nordthüringen oder das Theater. Für den Landrat des Kyffhäuserkreises steht außer Frage, dass Nordhausen in dieser Region die dominierende Rolle als zu wünschendes Oberzentrum einnehme. Davon würden alle Kommunen profitieren. Und wenn es denn aus den Reihen der kommunalen Politik hin und wieder mal kleine Salven eines Störfeuers gebe, dann gehöre das für Peter Hengstermann zum Geschäft. Und schließlich: „Das bin ich doch seit Jahren in meinem eigenen Landkreis gewöhnt!“
Autor: nnz

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