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nnz-Betrachtung: Was ist zu tun?

Montag, 01. November 2010, 15:43 Uhr
Es läuft nicht rund bei Wacker Nordhausen. Es läuft überhaupt nicht, sagen einige. Viele sind ratlos. Dabei sollte alles irgendwie besser werden. Oder war die Erwartungshaltung zu groß?


Auch wenn jetzt diverse Teilnehmer im Wacker-Forum sofort wieder über die nnz herfallen - es muss aber etwas geschrieben werden. Auch dazu ist die Presse da. Zum Zustand dieses Mannschaft, zum Zustand dieses Vereins muss was geschrieben werden. Was hatten all die Wackeren - ob Fans, Spieler oder Vereinsmitglieder - nicht für Hoffnungen: Neues Präsidium, neuer Trainer, neue Spieler mit höherklassiger Erfahrung. An Abgängen? Elle - sowieso ein ewiger Wackelkandidat - auch verständlich bei dem Beruf. Dann noch Kolan. War die Lücke nach ihm zu groß - konnte die nicht gestopft werden?

Vorn Mitspielen in der Thüringenliga - das war das Ziel. Aufsteigen nein, um Gottes Fußball willen nicht. Schon von dieser Zielstellung sind alle im Wackerboot weit entfernt. Gab es auch den einen oder anderen Lichtblitz in den vergangenen Spielen - unterm Strich ist alles enttäuschend. Und sehr bitter. Alles scheint verfahren, scheint ausweglos. In solchen Situationen haben andere Präsidien, die auch schon mal als stümperhaft bezeichnet wurden, die Reißleine gezogen. Beim letzten Heimspiel gab es die erste Pfiffe und "Pfui"-Rufe gegen die Mannschaft, auch gegen den Trainer. Wie lange wollen also die Verantwortlichen da noch zusehen?

Die Antwort wird ganz einfach sein - bis es eine Alternative zum jetzigen Trainer gibt. Um es an dieser Stelle nochmals auf den Punkt zu bringen. Ich habe persönlich nichts gegen Jens Ludwig. Ich achte und schätze ihn als Spieler, der immer einen geradlinigen Weg gegangen ist, der dem Verein die Treue hielt, als seine Regionalliga- und Oberligamitspieler schon längst Wacker-Flüchtlinge waren. Doch das Präsidium wird den Trainer letztlich verantwortlich machen (müssen) für die sportliche Talfahrt, die sich übrigens mit dem Weggang von Burkhardt Venth andeutete.

Vielleicht wird man die Halbserie noch durchhalten, vielleicht wird das kommende Heimspiel schon eine Weichenstellung mit sich bringen? Vielleicht wird es dann eine Interimslösung geben, damit in der Winterpause in Ruhe gesucht werden kann? Eine qualifizierte Lösung jedoch kostet Geld, vielleicht auch viel Geld. Und wenn der Verein gleich beim Geldausgeben ist, dann sollte auch in Spielerpotential investiert werden. Ich könnte glattweg drei bis vier Spieler nennen, die dem aktuellen Niveau der Thüringenliga nicht (mehr) gewachsen sind. Jeder halbwegs fußballinteressierte Zuschauer kennt die Namen. Da ist der Zenit erreicht, vielleicht auch schon überschritten.

So ist das nun mal im Fußball. Deshalb gehört es auch zu den Aufgaben der Präsidialen, denen einen würdevollen Abschied zu gestalten, die jahrelang die Knochen im AKS hingehalten haben. Aber ein Dauerspielrecht kann und darf es nicht geben.

Mit freundschaftlichen Banden und gegenseitigen Gefallen treibt man kein Niveau nach oben. Und das ist ja (hoffentlich) nun mal immer noch ein Ziel hier in der Nordhäuser Region. Wenn man Mittelmaß bleiben will, dann soll man auch das sagen. Ganz emotionslos und ganz offiziell.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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