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nnz-forum: Gerade jetzt auf Landwirtschaft setzen

Donnerstag, 18. Januar 2001, 19:54 Uhr
"Die Stellungnahmen seitens der Politik zur Landwirtschaft in der Goldenen Aue nehmen schon beängstigende Formen an. Gerade in Zeiten von BSE und der Diskussion über ökologische Landwirtschaft sind Aussagen von Politikern eine Farce, die den Landwirten raten, ihre Ländereien für Industrieansiedlungen herzugeben, da es sowieso bald niemanden mehr geben wird, der die Produkte kauft. So äußerte sich jetzt der Sprecher der Mittelstandsvereinigung der CDU Herr Goutier auf dem ersten Treffen dieser Vereinigung. Nach den verunglückten Aussagen der Nordhäuser Oberbürgermeisterin gesellt sich jetzt erstmals ein Christdemokrat zu denjenigen, die sich offen gegen die Landwirtschaft aussprechen. Unterstellen wir einmal, daß der Vorsitzende der CDU Kreistagsfraktion und Landtagsabgeordneter, Egon Primas, eine ähnliche Meinung vertritt, wird klar, warum sich dieser bis zum heutigen Tage in der Öffentlichkeit in Schweigen hüllt. Auch dieses sagt viel über Einstellungen aus. Die schwammige Darstellung seitens der Heringer CDU zur Einstellung zur Landwirtschaft lässt grüßen. Statt jetzt die einmalige Chance, die sich aus den geänderten Einstellungen der Verbraucher zu Lebensmitteln und deren Produktion, zur energetischen Nutzung nachwachsender Rohstoffe durchsetzt, zu nutzen, die ökologische Ausweitung der Landwirtschaft in neue Produktionsformen und innovative neue bäuerliche Betriebe voranzutreiben, gibt man sich den überholten Argumenten hin, einzig die Industrie würde langfristig der Region helfen. Der Landwirtschaft jetzt auch noch durch den Landentzug diese Möglichkeiten zu nehmen ist ein Skandal. Langfristig denken bedeutet aber auch, unseren Nachkommen eine intakte Landschaft und Umwelt zu hinterlassen. Nur auf die heutigen Probleme zu reagieren, ist grob fahrlässig. Um die Zukunft gestalten zu wollen, bedarf es heutzutage mehr als uns diese gewählten Politiker vorschlagen. Aber wahrscheinlich schmecken Kartoffeln aus Ägypten, Rindfleisch aus Argentinien, Gemüse aus Holland und Geflügel aus Polen diesen Damen und Herren sowieso besser. Und gegen die Abholzung der Regenwälder ist man ja schließlich... Die Wirtschaftsförderer der Stadt Nordhausen und die Politiker scheinen noch nicht erkannt zu haben, daß aufgrund dieses "Wirtschaftens" unsere und zukünftige Generationen nicht von den Zinsen profitieren, sondern das diese Leute bereits unser Kapital verspielen! Heutzutage müssen Wirtschaftsförderer her, die neue Wege aufzeigen können, Wege die langfristig den Einwohnern und Verbrauchern die Zukunft sichern. Die einmalige Chance, die hiesige Politiker hätten durch Mut und konstruktive Zusammenarbeit mit den Landwirten und Bürgern gemeinsam die Zukunft zu gestalten, wird leider in Nordhausen vertan. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Nordhausen scheint für die Politik ein schlechter Ratgeber zu sein. Vielleicht nimmt sie ja wieder die Ratschläge der Partnerstadt Bochum in Sachen Stadt- und Wirtschaftsentwicklung in Anspruch, oder schaut einfach in den Stadtentwicklungsplan."
Bürgerinitiative "Rettung der Goldenen Aue"
Klaus-Dieter Korb
Autor: nnz

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