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nnz-Forum: So viel Heimlichkeit ...

Freitag, 29. Oktober 2010, 07:07 Uhr
...heißt es in einem uns allen wohl bekannten Kinderlied, das bald auch wieder in vielen Wohnzimmern und Kinderstuben erklingen wird. Erst am Ende steht dann die Freude über Geschenke, die eben gerade in aller Heimlichkeit gebastelt oder bereitgestellt werden, um die Spannung zu steigern. Ein guter Grund besteht also für diese Art von Heimlichkeit ...

Die Fläche, um die es geht (Foto: privat) Die Fläche, um die es geht (Foto: privat)

Das obige Bild betrachtend – der Fotograf befindet sich auf der Autobahn 38 und blickt in südwestlicher Richtung direkt auf das kleine Dorf Sundhausen – fragt man sich, was dieses mit den Eingangszeilen zu tun hat ? Es ist ein ganz besonderer Blick – ein Blick nämlich direkt auf ein heiß begehrtes „Filetstück.“ Was genau man mit diesem fremden „Filetstück“ vorhat, das wurde sehr sorgsam geplant und heimlich still und leise versucht im Sommer dieses Jahres – mitten in der Haupturlaubszeit – während der Fußball WM den Sundhäusern zu präsentieren.

Ursprünglich sollte die Informationszeit dazu nur vier Wochen dauern. Die viel zu kurze Zeit (wenige Tage), die den Sundhäuser Ortsteilräten zugedacht war, sich mit dem Bebauungsplan AT 88 (Autohof Sundhausen) zu befassen, ist ebenfalls als kritisch einzuschätzen. Hatte man vielleicht auf Freude über das lärmbringende, gesundheitsschädigende „Geschenk - Autohof“ – gar auf euphorische Zustimmung im Ort gehofft ? Oder hätte alles besser auch weiter unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit weitergehen – im Stillen laufen sollen ?

Ein Irrtum. Die auf Druck der Sundhäuser dann noch eilends anberaumte öffentliche Stellungnahme der Stadt in der Bürgerversammlung vom 15. Juli vor den Sundhäuser Bürgern zum geplanten Mega-Autohof konnte das zerschlagene Porzellan des Bürgervertrauens nicht wieder zusammenfügen. „Solch einen Bürgerprotest habe ich noch nie erlebt ...“ – so die Äußerung eines Stadtrats aus der politischen Mitte dazu. Behauptungen, daß die Pläne den Sundhäusern seit Jahren bekannt wären und für den Ort nur positives vom Autohof, den tausende Fahrzeuge pro Tag befahren sollen, ausginge (überwiegend schwere LKW) taten damals ein übriges.

Und heute, heute warten hunderte Sundhäuser auf Antworten zu ihren Protest-Stellungnahmen. Immer Donnerstags, so auch gestern, treffen sich viele Bürger an der Kirche um zu protestieren für Ehrlichkeit auf der niedrigsten politischen Ebene die es gibt – der Kommunalebene, für Offenheit, für Bürgernähe!

Es werden immer mehr pikante Einzelheiten bekannt, welche die ehedem prekäre Situation zur Thematik „Autohof direkt am Wohnort“ nur noch verschärfen, die aber auch das eingangs angeprangerte Vorgehen einiger Verantwortlicher ein gutes Stück weit verstehen lassen könnten.
  • Was ist mit dem Projektentwickler, Herrn Hasebrink ?
  • Hat er wirklich noch keinen einzigen Autohof entwickelt ?
  • Welche Informationen gibt es zur Firma Nutri-Lab ?
  • Warum ist die Ansiedlung des Rotlichtmilieus eine Grundbedingung hier so nah am Wohnort ?
  • Warum müssen Lkw und Pkw Fahrer der Autobahn 38 so dicht an ein bereits extrem vorbelastetes Wohngebiet geleitet werden, um verdiente Ruhe und Versorgung genießen zu können ?
  • Soll vielleicht nicht nur ein Autohof, sondern ein riesiges Gewerbe-, Vergnügungs- und Event-Viertel entstehen ?
  • Warum wurde bislang alles so leise und geräuschlos vorangetrieben ?
  • Warum geht diese Strategie jetzt immer noch so weiter ?
  • Gibt es in Nordhausen tatsächlich keine Probleme mit Prostitution und Rotlicht, obwohl im Land gegenwärtig einer der spektakulärsten Gerichts-Prozesse in der Szene läuft ?
  • Ist man wirklich der Meinung, die Sundhäuser mit einer vorerst „kleineren Autohof-Soft-Version,“ die dann Zug um Zug erweitert werden kann, ruhigstellen zu können ?
  • Wird noch mit der e r n s t h a f t e n Prüfung von Alternativstandorten, die in Fülle vorhanden sind, begonnen ?
  • Wieviele Fördermittel und übrige Steuergelder (Gelder der Bürger also) fließen in die geplante Investition?
Viele Sundhäuser Bürger haben bereits sehr vertraut mit zahlreichen Stadträten zu den gestellten Fragen Gespräche geführt – dafür möchten wir an dieser Stelle unseren aufrichtigen Dank sagen. Wir möchten unsere Stadträte aller Fraktionen dazu ermuntern, diese Fragen an die Verantwortlichen offen zu stellen – für mehr Vertrauen in die Kommunalpolitik – für mehr Bürgernähe – für mehr Transparenz und Öffentlichkeit – für Demokratie – gegen so viel Heimlichkeit !
Die Sundhäuser Bürgerinitiative
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: nnz

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