Eröffnung und Lesung
Montag, 25. Oktober 2010, 14:03 Uhr
In der Dichterstätte in Limlingerode wird am 30. Oktober, um 14.30 Uhr eine neue Ausstellung eröffnet. Anschließend werden in einer Lesung die Dichter Peter Huchel, Michael Hamburger und Jan Scácel vorgestellt. Mehr von nnz-Autorin Heidelore Kneffel...
Jörg Trenkner, Mitglied des Fördervereins aus Nordhorn, macht die Besucher in der HausART Nr. XXIII mit der Person und dem Werk des Waldgängers Heinz-Peter Reinelt bekannt, aus Nordhorn gebürtig, der bis Ende Dezember in der Dichterstätte Sarah Kirsch ausstellen wird. Der Künstler ist selbst anwesend. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen Fotografien aus den letzten fünf Jahren. Auch zwei großformatige Ölbilder werden gezeigt, die Einblick in das malerische Werk geben. Die Ausstellung wird vervollständigt von einer Serie von Masken, die Reinelt seit Jahren gestaltet und hier erstmalig in der Öffentlichkeit präsentiert.
Seine Wurzeln sind in der Grafschaft Bentheim zu suchen, der deutsch-niederländischen Grenzregion im westlichsten Zipfel Niedersachsens. Vor 50 Jahren als Sohn eines Webers aus Schlesien geboren, beginnt er mit Anfang Zwanzig als Autodidakt zu zeichnen und erste Skulpturen zu schaffen. Nach der Ausbildung zum Mechaniker in der Textilindustrie folgen Jahre als Akkordarbeiter. Später erlernt er das Tischlerhandwerk und wird zeitweilig freischaffend. Seit 10 Jahren verdient er seinen Lebensunterhalt als Straßenbauarbeiter.
Mit ihm begegnen wir einem Waldgänger, denn sein Arbeitsfeld findet er in den Wäldern der Region, denen er mit der ihm eigenen Sensibilität begegnet. Sein Werk ist vom Einsatz für den Erhalt und den Schutz der Natur geprägt, die ihm zur Lehrmeisterin geworden ist. Brich nicht ins Dickicht, um das letzte Geheimnis zu rauben ..."
Wir begegnen den Wächtern und Richtern des Waldes, Geschöpfen im Verborgenen, die sich nur dem wahrhaft Sehenden offenbaren.
Peter Huchel (1903-1981) ist einer der großen Dichter deutscher Sprache des 20. Jahrhunderts und inspiriert bis heute Autoren. Bleiben wird auch sein Verdienst als Chefredakteur der Literaturzeitung Sinn und Form, die unter seiner Leitung zu der bedeutendsten Kulturzeitung beider deutscher Staaten wurde. Die Staatssicherheit war bei ihm immer präsent. 1971 konnte er nach vielen Querelen aus der DDR in die BRD ausreisen.
Michael Hamburger (1924-2007) flüchtete als Sohn jüdischer Eltern 1933 von Berlin nach London. Er kehrte nicht nach Deutschland zurück. Neben der eigenen Lyrik widmete er sich der Übersetzung von Goethe, Hölderlin, Rilke, Celan, Huchel, Enzensberger u. a. ins Englische, übersetzte gleichermaßen englische Dichter ins Deutsche. Neben dem Dichten galt seine Leidenschaft dem Gärtnern. Sein großer Obstgarten beschäftigte ihn sehr, insbesondere die Apfelzucht.
Jan Scácel (1922-1998) ist ein tschechischer Dichter, der bis 1969 einen Prosaband und fünf Gedichtbände veröffentlichte. Dann fiel er in Ungnade, seine Werke wurden bis 1981 in der Tschechoslowakei nicht mehr gedruckt. In deutscher Sprache erschienen vier Gedichtbände und die Feuilleton-Bände Das elfte weiße Pferd und Das dreizehnte schwarze Pferd.
Heidelore Kneffel
Autor: nnzJörg Trenkner, Mitglied des Fördervereins aus Nordhorn, macht die Besucher in der HausART Nr. XXIII mit der Person und dem Werk des Waldgängers Heinz-Peter Reinelt bekannt, aus Nordhorn gebürtig, der bis Ende Dezember in der Dichterstätte Sarah Kirsch ausstellen wird. Der Künstler ist selbst anwesend. Im Mittelpunkt der Präsentation stehen Fotografien aus den letzten fünf Jahren. Auch zwei großformatige Ölbilder werden gezeigt, die Einblick in das malerische Werk geben. Die Ausstellung wird vervollständigt von einer Serie von Masken, die Reinelt seit Jahren gestaltet und hier erstmalig in der Öffentlichkeit präsentiert.
Seine Wurzeln sind in der Grafschaft Bentheim zu suchen, der deutsch-niederländischen Grenzregion im westlichsten Zipfel Niedersachsens. Vor 50 Jahren als Sohn eines Webers aus Schlesien geboren, beginnt er mit Anfang Zwanzig als Autodidakt zu zeichnen und erste Skulpturen zu schaffen. Nach der Ausbildung zum Mechaniker in der Textilindustrie folgen Jahre als Akkordarbeiter. Später erlernt er das Tischlerhandwerk und wird zeitweilig freischaffend. Seit 10 Jahren verdient er seinen Lebensunterhalt als Straßenbauarbeiter.
Mit ihm begegnen wir einem Waldgänger, denn sein Arbeitsfeld findet er in den Wäldern der Region, denen er mit der ihm eigenen Sensibilität begegnet. Sein Werk ist vom Einsatz für den Erhalt und den Schutz der Natur geprägt, die ihm zur Lehrmeisterin geworden ist. Brich nicht ins Dickicht, um das letzte Geheimnis zu rauben ..."
Wir begegnen den Wächtern und Richtern des Waldes, Geschöpfen im Verborgenen, die sich nur dem wahrhaft Sehenden offenbaren.
Peter Huchel (1903-1981) ist einer der großen Dichter deutscher Sprache des 20. Jahrhunderts und inspiriert bis heute Autoren. Bleiben wird auch sein Verdienst als Chefredakteur der Literaturzeitung Sinn und Form, die unter seiner Leitung zu der bedeutendsten Kulturzeitung beider deutscher Staaten wurde. Die Staatssicherheit war bei ihm immer präsent. 1971 konnte er nach vielen Querelen aus der DDR in die BRD ausreisen.
Michael Hamburger (1924-2007) flüchtete als Sohn jüdischer Eltern 1933 von Berlin nach London. Er kehrte nicht nach Deutschland zurück. Neben der eigenen Lyrik widmete er sich der Übersetzung von Goethe, Hölderlin, Rilke, Celan, Huchel, Enzensberger u. a. ins Englische, übersetzte gleichermaßen englische Dichter ins Deutsche. Neben dem Dichten galt seine Leidenschaft dem Gärtnern. Sein großer Obstgarten beschäftigte ihn sehr, insbesondere die Apfelzucht.
Jan Scácel (1922-1998) ist ein tschechischer Dichter, der bis 1969 einen Prosaband und fünf Gedichtbände veröffentlichte. Dann fiel er in Ungnade, seine Werke wurden bis 1981 in der Tschechoslowakei nicht mehr gedruckt. In deutscher Sprache erschienen vier Gedichtbände und die Feuilleton-Bände Das elfte weiße Pferd und Das dreizehnte schwarze Pferd.
Heidelore Kneffel
