Messe für mehr Integration
Samstag, 23. Oktober 2010, 16:34 Uhr
Um Perspektiven für die Integration in den neuen Bundesländern geht es heute bei der Fachmesse in der Wiedigsburghalle Nordhausen. Organisationen aus Mitteldeutschland, die sich für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, einsetzen stellen dort ihre Arbeit vor...
Darunter aus dem Landkreis das Studienkolleg, ProJob, Lift, Jugendsozialwerk, die Kreisvolkshochschule und das Theater Nordhausen, dessen Musiker und Tänzer sich international zusammensetzen. Landrat Joachim Claus und Petra Heß, die neue Ausländerbeauftragte von Thüringen, eröffneten die Messe am Morgen.
Vielfalt tut gut, erinnerte der Landrat an ein Motto der Messe. Dr. Karamba Diaby, Vorsitzender des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrates, unterstrich, dass trotz der derzeitigen politischen Stimmung viel für Integration getan werde. Diese Veranstaltung hier ist ein sehr gutes Beispiel dafür, sagte Dr. Karamba Diaby bei der Eröffnung.
Integrationsmesse (Foto: J. Piper)
In der anschließenden Podiumsdiskussion betonten die Redner, darunter Jutta Krauth (SPD), 1. Beigeordnete des Landkreises, Nader Mahboubkhah, Vorsitzender des Integrationsbeirates des Landkreises Nordhausen und Peter Kube vom Verein Schrankenlos, die Bedeutung der Integration und Partizipation von Menschen mit Migrationshintergrund. So setzte sich Petra Heß für eine Erweiterung ihres Amtes von einer Ausländer- hin zur Integrationsbeauftragten ein.
Eine dringliche Aufgabe sei es, bei der Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse weiterzukommen. Wir verschenken da ein Potential, das unglaublich ist, sagte Petra Heß. Da müssen wir etwas tun, denn dadurch wird auch unsere Gesellschaft mehr als bereichert. Eine weitere Baustelle sei für sie die Residenzpflicht, ein überkommenes Modell, denn es schränkt ein und verhindert Integration. Sie kündigte außerdem an, dass das Innenministerium dabei sei, noch bis Ende des Jahres einen Landesintegrationsbeirat ins Leben zu rufen.
Einen Weg, die Integration voranzubringen, sah Prof. Dr. Siglinde Naumann, Studiendekanin der FH Nordhausen, darin Migrantenorganisationen zu fördern. Migrantenorganisationen sind oft gegenüber Organisationen aus dem Herkunftsland strukturell benachteiligt, da sie nur mit Ehrenamtlichen arbeiten, sagte die Professorin. Hier sei es wünschenswert, dass der Freistaat bei Förderprojekten das ehrenamtliche Engagement als Eigenanteil anerkenne und nicht eine finanzielle Beteiligung fordere. Andere Bundesländer seien da weiter.
Dr. Karamba Diaby vom Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat machte auf das Ost-West-Gefälle aufmerksam, da es in den alten Bundesländern schon verankerte Systeme von Integration und Migrantenorganisationen gebe. Was jedoch nicht heißt, die die zwangsläufig besser funktionieren als die, die wir hier aufbauen, sagte Dr. Karamba Diaby, der in Halle in der Jugendwerkstatt Frohe Zukunft aktiv ist. Wichtig und erfolgversprechend sei es, Tandemprojekte mit einheimischen Organisationen und freien Trägern zu starten.
Am Mittag stellten die Arbeitsgruppen, die derzeit unter Federführung des Jugendsozialwerks den Integrationsplan für den Landkreis Nordhausen erarbeiten, ihre bisherigen Ergebnisse vor. Um politische Partizipation, kommunale Integrationskonzepte in den neuen Bundesländern, den Zugang zum Arbeitsmarkt, Bildung und Integration sowie Integration durch Sport geht es heute Nachmittag in den Workshops. Gen Ende der Messe werden Balletttänzer des Nordhäuser Theaters mit der Komposition Tango Argentino auftreten, anschließend werden die Workshopergebnisse präsentiert.
Die Fachmesse ist die erste dieser Art in Nordhausen und wird begleitet von einem Treffen von Integrations- und Ausländerbeiräte aus mehreren Städten in den neuen Ländern. Schirmherrin der Fachmesse ist Heike Taubert, Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit. Patin ist die 2. Beigeordnete des Landkreises Loni Grünwald. Veranstalter der Messe sind die Lift gGmbH im Rahmen des Projekts Vielfalt tut gut sowie ProJob Nordthüringen und der Integrationsbeirat des Landkreises Nordhausen.
Für den Eröffnungstanz sorgte die Tanzgruppe Tanzreise aus Heiligenstadt mit dem Stück Bollywood-flavour.
Autor: nnzDarunter aus dem Landkreis das Studienkolleg, ProJob, Lift, Jugendsozialwerk, die Kreisvolkshochschule und das Theater Nordhausen, dessen Musiker und Tänzer sich international zusammensetzen. Landrat Joachim Claus und Petra Heß, die neue Ausländerbeauftragte von Thüringen, eröffneten die Messe am Morgen.
Vielfalt tut gut, erinnerte der Landrat an ein Motto der Messe. Dr. Karamba Diaby, Vorsitzender des Bundeszuwanderungs- und Integrationsrates, unterstrich, dass trotz der derzeitigen politischen Stimmung viel für Integration getan werde. Diese Veranstaltung hier ist ein sehr gutes Beispiel dafür, sagte Dr. Karamba Diaby bei der Eröffnung.
Integrationsmesse (Foto: J. Piper)
In der anschließenden Podiumsdiskussion betonten die Redner, darunter Jutta Krauth (SPD), 1. Beigeordnete des Landkreises, Nader Mahboubkhah, Vorsitzender des Integrationsbeirates des Landkreises Nordhausen und Peter Kube vom Verein Schrankenlos, die Bedeutung der Integration und Partizipation von Menschen mit Migrationshintergrund. So setzte sich Petra Heß für eine Erweiterung ihres Amtes von einer Ausländer- hin zur Integrationsbeauftragten ein.
Eine dringliche Aufgabe sei es, bei der Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse weiterzukommen. Wir verschenken da ein Potential, das unglaublich ist, sagte Petra Heß. Da müssen wir etwas tun, denn dadurch wird auch unsere Gesellschaft mehr als bereichert. Eine weitere Baustelle sei für sie die Residenzpflicht, ein überkommenes Modell, denn es schränkt ein und verhindert Integration. Sie kündigte außerdem an, dass das Innenministerium dabei sei, noch bis Ende des Jahres einen Landesintegrationsbeirat ins Leben zu rufen.
Einen Weg, die Integration voranzubringen, sah Prof. Dr. Siglinde Naumann, Studiendekanin der FH Nordhausen, darin Migrantenorganisationen zu fördern. Migrantenorganisationen sind oft gegenüber Organisationen aus dem Herkunftsland strukturell benachteiligt, da sie nur mit Ehrenamtlichen arbeiten, sagte die Professorin. Hier sei es wünschenswert, dass der Freistaat bei Förderprojekten das ehrenamtliche Engagement als Eigenanteil anerkenne und nicht eine finanzielle Beteiligung fordere. Andere Bundesländer seien da weiter.
Dr. Karamba Diaby vom Bundeszuwanderungs- und Integrationsrat machte auf das Ost-West-Gefälle aufmerksam, da es in den alten Bundesländern schon verankerte Systeme von Integration und Migrantenorganisationen gebe. Was jedoch nicht heißt, die die zwangsläufig besser funktionieren als die, die wir hier aufbauen, sagte Dr. Karamba Diaby, der in Halle in der Jugendwerkstatt Frohe Zukunft aktiv ist. Wichtig und erfolgversprechend sei es, Tandemprojekte mit einheimischen Organisationen und freien Trägern zu starten.
Am Mittag stellten die Arbeitsgruppen, die derzeit unter Federführung des Jugendsozialwerks den Integrationsplan für den Landkreis Nordhausen erarbeiten, ihre bisherigen Ergebnisse vor. Um politische Partizipation, kommunale Integrationskonzepte in den neuen Bundesländern, den Zugang zum Arbeitsmarkt, Bildung und Integration sowie Integration durch Sport geht es heute Nachmittag in den Workshops. Gen Ende der Messe werden Balletttänzer des Nordhäuser Theaters mit der Komposition Tango Argentino auftreten, anschließend werden die Workshopergebnisse präsentiert.
Die Fachmesse ist die erste dieser Art in Nordhausen und wird begleitet von einem Treffen von Integrations- und Ausländerbeiräte aus mehreren Städten in den neuen Ländern. Schirmherrin der Fachmesse ist Heike Taubert, Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit. Patin ist die 2. Beigeordnete des Landkreises Loni Grünwald. Veranstalter der Messe sind die Lift gGmbH im Rahmen des Projekts Vielfalt tut gut sowie ProJob Nordthüringen und der Integrationsbeirat des Landkreises Nordhausen.
Für den Eröffnungstanz sorgte die Tanzgruppe Tanzreise aus Heiligenstadt mit dem Stück Bollywood-flavour.





