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Von Musen und Bündnissen

Samstag, 08. März 2003, 08:40 Uhr
Limlingerode (nnz). Am Sonntag in einer Woche wird es in der Langen Reihe 11 in Limlingerode ab 14.30 Uhr wiederum musenreich. Der Künstler Philip Oeser aus Weimar-Taubach zeigt in der "Haus-Art" eine Auswahl seiner künstlerischen Schöpfungen, besonders Radierungen und Materialdrucke.


Der Graphiker und Maler wurde 1929 in Nordhausen als Helmut Müller geboten, und begann dort mit seiner künstlerischen Ausbildung 1947/48 in der Kunstschule im Judenturm, geleitet von Martin Domke. Mehrere dieser Domke-Schüler bewarben sich an Kunsthochschulen in Weimar, Dresden und Berlin.

Philip Oeser begann sein Studium an der Kunsthochschule in Weimar, eine Fortführung fand in Berlin-Charlottenburg statt. 1959 kehrte er nach Thüringen zurück und restaurierte in Erfurt am Angermuseum Gemälde, später wurde er Chefrestaurator der Weimarer Kunstsammlungen. Seit 1977 ist er als freiberuflicher Künstler tätig.

Während der Ausstellungseröffnung wird ihn der Theologe Walter Martin Rehahn aus Halle, der Oeser und sein künstlerisch reichhaltiges Werk seit vielen Jahren genau kennt, vorstellen. Oeser schuf Gemälde, Radierungen, Monotypien, Materialdrucke, Collagen, Assemblagen und ist immer auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen. So entstanden in den letzten Jahren seine Copygrafien, d. h., der Kopierer wurde ins künstlerische Schaffen einbezogen.

Im Angesicht der Kunstblätter wird Sarah Kirsch lesen, und zwar aus neuester Dichtung. Sie ist Mitte März in Thüringen auf Lesereise und liest ab 12.03.2003 in Erfurt, Weimar und Jena. In Weimar wird sie die Künstlerin Petra Albrecht im Atelier besuchen, denn die erste Preisträgerin des Nordhäuser Ilseltraut-Glock-Grabe-Preises schafft zur Zeit Holzschnitte zu Gedichten Sarah Kirschs, die zu den 6. Diskursen in Limlingerode zum ersten Mal gezeigt werden.

Eigens für den Förderverein schuf Sarah Kirsch den "2. Brief von Lange Reihe 11", zu dem auch ein besonderes Aquarell entstand: "Ein schöner gesprenkelter Tag." Das bezieht sich auf die Eröffnung der Dichterstätte am 1. Dezember 2002. Diese literarische Kostbarkeit ist in einer limitierten Auflage von 50 Exemplaren erschienen und kann am 16. März erworben werden.

Gleichfalls ganz druckfrisch ist Sarah Kirschs "Tatarenhochzeit", bei der Deutschen Verlags-Anstalt München zur Frühjahrsmesse 2003 erschienen. Auch darauf darf man in Limlingerode gespannt sein, denn daran ist das Leben der Dichterin Mitte der 70er Jahre in Ostberlin mit ihrer literarischen Übersetzung des russischen Igor-Liedes verknüpft.
Autor: nnz

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