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nnz-Rückspiegel: 4. März 2002

Dienstag, 04. März 2003, 06:58 Uhr
Nordhausen (nnz). Sie wollen wissen, was sich im Landkreis Nordhausen vor exakt einem Jahr ereignet hat? Kein Problem! Die nnz hat für Sie im Archiv geblättert. Heute:
Ausbildung und Preisspirale


Ausbildung nur noch im Eichsfeld
Jeder Lehrling muß im Laufe seiner Ausbildung neben der theoretischen und der praktischen Ausbildung auch einen überbetrieblichen Teil absolvieren. Was bislang noch im Landkreis Nordhausen möglich war, soll jetzt der Vergangenheit angehören. Schritt für Schritt ist die überbetriebliche Ausbildung in den Landkreis Eichsfeld verlagert worden. Aus Sicht der Nordthüringer Handwerkerschaft ein äußerst vernünftiger Schritt, denn schließlich werde damit auch die Fusion der einstigen Handwerkerschaften der Landkreise Nordhausen und Eichsfeld unterstrichen. Im Landkreis Eichsfeld, speziell in Leinefelde, wird diese Auswirkung der Fusion begrüßt, in Nordhausen ruft sie eher Unverständnis hervor. Letztlich sei das eine äußerst „linke Fusion“ mit negativen Auswirkungen für den Landkreis, wird da kolportiert. Nicht nur die Handwerksbetriebe sollen stocksauer sein, sondern auch die Firmen, die bislang für die überbetriebliche Ausbildung verantwortlich zeichneten.

Betroffen ist vor allem die Ausbildung in den Bereichen Kfz, Schweißer und Bau. Aber auch die Kreisvolkshochschule Nordhausen musste ihre Meisterausbildung ins Eichsfeld abgeben. So ist die Verlagerung dieses Ausbildungsteils für das Berufsförderungswerk Bau Thüringen e.V. ein „Schlag ins Gesicht“. Für die Bildungsunternehmen bedeutet das natürlich weniger Azubis, für die jungen Leute aus dem Landkreis Nordhausen längere Anfahrtswege. Ausgebildet wird in Leinefelde...ausführlich im nnz-Archiv


Preisspirale wurde voll aufgedreht
Seit vier Tagen ist der Euro der Alleinherrscher am europäischen Finanzhimmel. Auf diesen Zeitpunkt hat der deutsche Handel vermutlich schon lange gewartet. Ein „klitze-kleines“ Beispiel könnte dies belegen. Über 700 Artikel hat eine Handelskette reduziert, die auch im Landkreis Nordhausen zwei Supermärkte betreibt. Das klingt schon recht verlockend. Die einst frischen Baguettes gehören wahrscheinlich nicht zu diesen Angeboten. Hier wurde der Euro genutzt, um die Preise anzuziehen.

Kostete eine solche Gebäckstange Ende des vergangenen Jahres noch 99 Pfennige, so hielt man sich mit der Euro-Bargeldeinführung noch reichlich bedeckt und mit 51 Cent an die Regeln. Seit die D-Mark jedoch abgedankt hat, ist vermutlich auch das von der Politik so gelobte Gelübde des Einzelhandels dahin. Wer nach dem 1. März zum „Marktbäcker“ geht und ein Baguette zur Kasse schleppt, der muß dort nun 59 Cent berappen. Der Euro-Rechner rechnet denn auch schnell um: 1,15 Mark. Wie der Anstieg um 16 alte deutsche Pfennige zu begründen ist, das erschließt sich dem „Otto-Normal-Kunden“ wohl nur sehr schlecht.

Es ist der Griff in die Psycho-Kiste des Handel. Wir alle kennen ja die ausgefeilten Tricks mit dem „geführten Rundgang“ durch einen Supermarkt oder mit der gezielten Anordnung der Produkte in den Regalen. Die teuren Angebote in Augenhöhe, die preiswerten in Kniehöhe. Jetzt geht’s wieder ans Gehirn, speziell ans Gedächtnis der Kunden. Bislang musste doppelt ausgepreist werden, jetzt ist der Handel von dieser lästigen Pflicht entbunden, obwohl das unlängst der Nordhäuser Kreisverband der Europa-Union einforderte. Jetzt gibt’s nur noch Euro und Cent, schnell sind die Vergleichspreise vergessen...ausführlich im nnz-Archiv
Autor: nnz

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