nnz-Rückspiegel: 28. Februar 2002
Freitag, 28. Februar 2003, 07:00 Uhr
Nordhausen (nnz). Sie wollen wissen, was sich im Landkreis Nordhausen vor exakt einem Jahr ereignet hat? Kein Problem! Die nnz hat für Sie im Archiv geblättert. Heute:
Voll Schei... Bärentod und Schneebälle
Die Zukunft ist voll Schei....
Anfang dieser Woche hatte der SPD-Bundestagsabgeordnete Eckhard Ohl Geburtstag. Dazu erhielt er viele Glückwünsche, ach kleine Geschenke. So bekam Ohl auch einen Gruß von der Parlamentarischen Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, Susanne Kastner, unter dem Motto: Politik ganz einfach..
Der kleine Sohn geht zum Vater und fragt ihn, ob er ihm erklären könne, was Politik sei. Der Vater meint: Natürlich kann ich Dir das erklären. Nehmen wir z.B. mal unsere Familie: Ich bringe das Geld nach Hause, also nennen wir mich Kapitalismus. Deine Mutter verwaltet das Geld, also nennen wir sie Regierung. Wir beide kümmern uns ausschließlich um Dein Wohl, also bist Du das Volk. Unser Dienstmädchen ist die Arbeiterklasse und Dein Bruder der noch in den Windeln liegt, ist die Zukunft. Hast Du das verstanden ?!
Der Sohn ist sich nicht ganz sicher und möchte erst mal darüber schlafen. In der Nacht erwacht er, weil sein kleiner Bruder in die Windeln gemacht hat und schreit. Er steht auf und klopft an das elterliche Schlafzimmer, doch seine Mutter liegt im Tiefschlaf und läßt sich nicht wecken. Also geht er zum Dienstmädchen und findet dort den Vater bei ihr im Bett. Auf sein mehrmaliges Klopfen lassen sich die beiden jedoch nicht stören.
Am nächsten Morgen fragt ihn der Vater, ob er nun wisse, was Politik sei und es mit seinen Worten erklären könne. Der Sohn antwortet: Ja, jetzt weiß ich es! Der Kapitalismus mißbraucht die Arbeiterklasse, während die Regierung schläft. Das Volk wird total ignoriert und die Zukunft ist voll Scheiße!
Samson lebt nicht mehr
Nordhausen/Worbis (nnz). Schon mehrfach berichtete die nnz über den Bärenpark in Worbis. Oft waren es positive Nachrichten. Gestern wurde in Worbis Abschied genommen...
Gestern musste der ehemalige Zirkusbär Samson, der im Juni 1997 als vierter Bär im Bärenpark Worbis ein neues, tiergerechtes Zuhause gefunden hatte, eingeschläfert werden. Samson hatte aufgrund seiner jahrelangen Leiden als Zirkusbär starke Verschleißerscheinungen am Hüftgelenk und war kaum noch in der Lage, sich fortzubewegen, und das vermutlich auch nur unter großen Schmerzen.
Bär Samson wurde cirka 10 Jahre alt. Genaue Angaben zu seinem Alter konnte sein ehemaliger Besitzer nicht machen. Samson wurde als wenige Monate alter Bär für eine schreckliche Zirkuskarriere angeschafft. Dressiert für Zirkusvorführungen belustigte er einige Jahre die Besucher. Nach den Auftritten war ein umgebauter Kühlwagen, fünf Quadratmeter klein, sein jahrelanges Zuhause. Mit zunehmendem Alter, zunehmender Kraft, aber auch zunehmenden Verhaltensstörungen wurde Samson für die Auftritte in der Manege zu gefährlich und aussortiert. Für die Zirkuswelt war er wertlos geworden. Fortan verbrachte er seine Jahre nur noch in dem ausgedienten Kühlwagen. Um sich Bewegung zu verschaffen, sprang er stundenlang auf der Stelle; ein Hin- und Herlaufen war nicht möglich. Fütterungen und Tränken erfolgten nur noch sporadisch, und das in schlechter Qualität...ausführlich im nnz-Archiv
Nordhausen im Schneeball-System?
Die finanzielle Situation der deutschen Kommunen ist bekannt, sie ist schlecht. Doch es gab auch Zeiten, da einige Kommunen viel Geld hatten, sie konnten es sogar verleihen – an anderen Städte und Gemeinden. Möglich machte das – vermutlich auch für Nordhausen - ein Mann mit dem unscheinbaren Namen Hans-Jürgen Koch. Wer in dieser Woche zufällig das ARD-Wirtschaftsmagazin plusminus gesehen hatte, der kann sich so ungefähr vorstellen, wie das System Koch funktionierte. Der erfuhr aber auch, dass eine der betroffenen Kommunen die Stadt Nordhausen gewesen sein könnte.
Zur Vorgeschichte: Die Story des Finanzmaklers Koch begann in der 80er Jahren, zog sich aber auch in die 90er Jahre hin. Denn nach der Wiedervereinigung erschloß sich Herrn Koch mit den neuen, jungen und unerfahrenen Bundesländern ein neues und durchaus lukratives Feld. Seine Idee: Finanzstarke Gemeinden verleihen finanzschwachen Kommunen kurzfristig Geld. Das bringt Geld für die verleihende Gemeinde in Form von Zinsen, die nehmende Kommune spart teure Bankzinsen. Einfacher ging es nicht und sicherer auch nicht – das teilte Herr Koch den Kämmerern schriftlich mit, auch der Kämmerei in Nordhausen. Letztlich gab es nur einen Gewinner dieses Schneeballsystems: Hans-Jürgen Koch.
Während einige deutsche Kommunen bereitwillig Auskunft über ihre Erfahrungen geben, hält sich Nordhausen noch sehr bedeckt. Öffentlich sind diese Kommunen geworden, da sie gegen Koch eine Prozeß anstengten. Die millionenschweren Klagen treiben natürlich auch die Prozesskosten in die Höhe. So forderte zum Beispiel der baden-württembergische Ortenaukreis von der nordrhein-westfälischen Stadt Eschweiler Anfang dieses Jahres 29 Millionen Mark geliehene Gelder zurück. Eschweiler wollte nicht zahlen und verlor den Prozeß. Die Prozesskosten hier werden allein auf über 225.000 Euro geschätzt, heißt es im Manuskript des plusminus-Beitrages...ausführlich im nnz-Archiv
Autor: nnzVoll Schei... Bärentod und Schneebälle
Die Zukunft ist voll Schei....
Anfang dieser Woche hatte der SPD-Bundestagsabgeordnete Eckhard Ohl Geburtstag. Dazu erhielt er viele Glückwünsche, ach kleine Geschenke. So bekam Ohl auch einen Gruß von der Parlamentarischen Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, Susanne Kastner, unter dem Motto: Politik ganz einfach..
Der kleine Sohn geht zum Vater und fragt ihn, ob er ihm erklären könne, was Politik sei. Der Vater meint: Natürlich kann ich Dir das erklären. Nehmen wir z.B. mal unsere Familie: Ich bringe das Geld nach Hause, also nennen wir mich Kapitalismus. Deine Mutter verwaltet das Geld, also nennen wir sie Regierung. Wir beide kümmern uns ausschließlich um Dein Wohl, also bist Du das Volk. Unser Dienstmädchen ist die Arbeiterklasse und Dein Bruder der noch in den Windeln liegt, ist die Zukunft. Hast Du das verstanden ?!
Der Sohn ist sich nicht ganz sicher und möchte erst mal darüber schlafen. In der Nacht erwacht er, weil sein kleiner Bruder in die Windeln gemacht hat und schreit. Er steht auf und klopft an das elterliche Schlafzimmer, doch seine Mutter liegt im Tiefschlaf und läßt sich nicht wecken. Also geht er zum Dienstmädchen und findet dort den Vater bei ihr im Bett. Auf sein mehrmaliges Klopfen lassen sich die beiden jedoch nicht stören.
Am nächsten Morgen fragt ihn der Vater, ob er nun wisse, was Politik sei und es mit seinen Worten erklären könne. Der Sohn antwortet: Ja, jetzt weiß ich es! Der Kapitalismus mißbraucht die Arbeiterklasse, während die Regierung schläft. Das Volk wird total ignoriert und die Zukunft ist voll Scheiße!
Samson lebt nicht mehr
Nordhausen/Worbis (nnz). Schon mehrfach berichtete die nnz über den Bärenpark in Worbis. Oft waren es positive Nachrichten. Gestern wurde in Worbis Abschied genommen...
Gestern musste der ehemalige Zirkusbär Samson, der im Juni 1997 als vierter Bär im Bärenpark Worbis ein neues, tiergerechtes Zuhause gefunden hatte, eingeschläfert werden. Samson hatte aufgrund seiner jahrelangen Leiden als Zirkusbär starke Verschleißerscheinungen am Hüftgelenk und war kaum noch in der Lage, sich fortzubewegen, und das vermutlich auch nur unter großen Schmerzen.Bär Samson wurde cirka 10 Jahre alt. Genaue Angaben zu seinem Alter konnte sein ehemaliger Besitzer nicht machen. Samson wurde als wenige Monate alter Bär für eine schreckliche Zirkuskarriere angeschafft. Dressiert für Zirkusvorführungen belustigte er einige Jahre die Besucher. Nach den Auftritten war ein umgebauter Kühlwagen, fünf Quadratmeter klein, sein jahrelanges Zuhause. Mit zunehmendem Alter, zunehmender Kraft, aber auch zunehmenden Verhaltensstörungen wurde Samson für die Auftritte in der Manege zu gefährlich und aussortiert. Für die Zirkuswelt war er wertlos geworden. Fortan verbrachte er seine Jahre nur noch in dem ausgedienten Kühlwagen. Um sich Bewegung zu verschaffen, sprang er stundenlang auf der Stelle; ein Hin- und Herlaufen war nicht möglich. Fütterungen und Tränken erfolgten nur noch sporadisch, und das in schlechter Qualität...ausführlich im nnz-Archiv
Nordhausen im Schneeball-System?
Die finanzielle Situation der deutschen Kommunen ist bekannt, sie ist schlecht. Doch es gab auch Zeiten, da einige Kommunen viel Geld hatten, sie konnten es sogar verleihen – an anderen Städte und Gemeinden. Möglich machte das – vermutlich auch für Nordhausen - ein Mann mit dem unscheinbaren Namen Hans-Jürgen Koch. Wer in dieser Woche zufällig das ARD-Wirtschaftsmagazin plusminus gesehen hatte, der kann sich so ungefähr vorstellen, wie das System Koch funktionierte. Der erfuhr aber auch, dass eine der betroffenen Kommunen die Stadt Nordhausen gewesen sein könnte.
Zur Vorgeschichte: Die Story des Finanzmaklers Koch begann in der 80er Jahren, zog sich aber auch in die 90er Jahre hin. Denn nach der Wiedervereinigung erschloß sich Herrn Koch mit den neuen, jungen und unerfahrenen Bundesländern ein neues und durchaus lukratives Feld. Seine Idee: Finanzstarke Gemeinden verleihen finanzschwachen Kommunen kurzfristig Geld. Das bringt Geld für die verleihende Gemeinde in Form von Zinsen, die nehmende Kommune spart teure Bankzinsen. Einfacher ging es nicht und sicherer auch nicht – das teilte Herr Koch den Kämmerern schriftlich mit, auch der Kämmerei in Nordhausen. Letztlich gab es nur einen Gewinner dieses Schneeballsystems: Hans-Jürgen Koch.
Während einige deutsche Kommunen bereitwillig Auskunft über ihre Erfahrungen geben, hält sich Nordhausen noch sehr bedeckt. Öffentlich sind diese Kommunen geworden, da sie gegen Koch eine Prozeß anstengten. Die millionenschweren Klagen treiben natürlich auch die Prozesskosten in die Höhe. So forderte zum Beispiel der baden-württembergische Ortenaukreis von der nordrhein-westfälischen Stadt Eschweiler Anfang dieses Jahres 29 Millionen Mark geliehene Gelder zurück. Eschweiler wollte nicht zahlen und verlor den Prozeß. Die Prozesskosten hier werden allein auf über 225.000 Euro geschätzt, heißt es im Manuskript des plusminus-Beitrages...ausführlich im nnz-Archiv
