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Beraten lassen

Mittwoch, 29. September 2010, 13:26 Uhr
Es gibt Dinge, über die spricht man eigentlich nicht, das Leiden an vergrößerten Hämorrhoiden gehört sicher dazu. Dabei kann jeder davon betroffen sein - unabhängig von Alter oder Geschlecht...


Schätzungsweise jeder zweite Deutsche hat mit Beschwerden im Analbereich zu kämpfen. Dabei kann eine diskrete und kompetente Beratung in der Apotheke des Vertrauens in vielen Fällen schnell für Hilfe sorgen.

"Hämorrhoiden hat jeder, denn es handelt sich ganz einfach um ein Geflecht gut durchbluteter Gefäße, die den Enddarm umschließen und zwar bei jedem Menschen", erklärt Apothekerin Julie Garke, Pressesprecherin der Region Nordhausen. Sorgen machen die Hämorrhoiden erst dann, wenn sie vergrößert sind und Beschwerden wie Bluten, Jucken, Nässen sowie Schmerzen verursachen. Im fortgeschrittenen Stadium kann selbst Sitzen, Gehen oder Radfahren zur Qual werden.

Doch soweit sollte es nicht kommen. Es ist wichtig, den Beschwerden so frühzeitig wie möglich nachzugehen und ein vertrauliches Gespräch in der Apotheke kann dabei der entscheidende erste Schritt sein. Alle Thüringer Apotheken sind auf derartig heikle Gesprächsthemen eingestellt und können im Bedarfsfall in eine spezielle Beratungsecke ausweichen. Die apothekerliche Verschwiegenheit stellt für den Patienten gleichzeitig sicher, dass alles diskret bleibt.

"Wir versuchen, es den Patienten auch bei schwierigen Themen so leicht wie möglich zu machen, ins Gespräch zu kommen. Natürlich ist es nicht einfach, ein Thema wie Hämorrhoiden anzusprechen, aber eben wichtig", berichtet Garke. "Gelebte Diskretion in der Apotheke ist dabei der erste Schritt, denn sie bietet die Basis für ein vertrauensvolles Gespräch, das unsere Patienten eigentlich suchen. Und dann können wir zielgerichtet helfen."

Denn so vielfältig wie die Ursachen können auch die Behandlungen sein. Neben einer genetisch bedingten Bindegewebsschwäche zählen langes Sitzen oder chronische Verstopfung in Folge falscher Ernährung zu den Auslösern. Auch während der Schwangerschaft kann es zu der Erkrankung kommen. Behandelt werden Hämorrhoiden entweder mit schmerzstillenden Arzneistoffen, pflanzlichen Präparaten oder Produkten mit probiotischen Bakterien. "Angewendet werden die Salben oder Zäpfchen am besten nach dem Toilettengang beziehungsweise vor dem Schlafengehen", so Garke. "Sitzbäder mit Eichenrinde oder Kamille fördern die Heilung zusätzlich."

Garke rät, bei Hämorrhoidalleiden nicht ausschließlich auf Medikamente zu setzen: "Wichtig ist, die Verdauung in Schwung zu halten. Dazu gehört eine ausgewogene Ernährung, bei der Ballast- und Quellstoffe nicht fehlen dürfen, sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr." Um die Darmtätigkeit zu unterstützen, können Leinsamen- oder Kleiepräparate eingenommen werden. Regelmäßige Bewegung sowie ein spezielles Beckenbodentraining können die Beschwerden ebenfalls lindern oder ihnen sogar vorbeugen.

Neben Ernährung und Bewegung spielt auch die Hygiene eine wichtige Rolle: "Der Behandlungserfolg kann gebessert werden, wenn weiches Toilettenpapier verwendet wird und Betroffene sich nach dem Stuhlgang gründlich mit warmem Wasser oder einer milden Waschlotion reinigen", rät Garke.
Autor: nnz

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