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Ab Freitag produziert Deusa wieder - weitere Gespräche

Mittwoch, 17. Januar 2001, 16:46 Uhr
Bleicherode (nnz). Die Gespräche mit einem potentiellen Investor, einem Unternehmen aus Lübeck, sind gestern bei der Deusa in Bleicherode fortgesetzt worden. Das Lübecker Handelshaus schätzte Insolvenzverwalter Carsten Bloss gegenüber der nnz als solide und ernstzunehmend ein. Die Anlagen in Bleicherode wurden inzwischen wieder angefahren, die eigentliche Produktion soll erst am Freitag wieder aufgenommen werden. Dann würden auch alle Mitarbeiter wieder im Drei-Schicht-System arbeiten. Die Löhne für die über 100 Beschäftigten werden durch einen Kredit vorfinanziert. Parallel laufen nach nnz-Informationen Verhandlungen mit der DG-Bank über die Erteilung eines Massekredites. Insolvenzverwalter Bloss muß sich in den kommenden Tagen mit der Kali+Salz AG in Kassel auseinandersetzen. An die Aktiengesellschaft in Hessen habe die Deusa Forderungen in Höhe von rund fünf Millionen Mark. Hier wolle Bloss unter anderem einen abgeschlossenen aber kompliziert gestalteten Liefervertrag bewerten und prüfen, ob die Forderungen aus Bleicherode gerechtfertigt seien.
Hauptgrund für die Beantragung des Insolvenzverfahren war nach nnz-Recherchen Zahlungsschwierigkeiten der Deusa an ihren Energielieferanten. Diese Lieferungen, die am Tag rund 35.000 Mark kosten, sollen jetzt wieder aufgenommen werden, Bloss persönlich habe sich beim Energieversorger verbürgt. Allein die Kosten für Energie machen mehr als 40 Prozent der Gesamtkosten der Deusa aus.
Die Chancen für eine Übernahme der Deusa stehen nicht schlecht. Zwar wolle sich Carsten Bloss nicht hundertprozentig festlegen, aber die Wiederaufnahme der Produktion am Freitag sei ein wesentlicher Schritt für weitere Gespräche und nicht zuletzt auch für den Erhalt der Arbeitsplätze.
Autor: psg

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