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„SELMA“ in Limlingerode

Samstag, 18. September 2010, 09:13 Uhr
Schülerinnen und Schüler der Staatlichen Regelschule „Hainleite“ in Wolkramshausen präsentieren in genau einer Woche in Limlingerode ihr Programm „Selma“. Die Mädchen und Jungen des Kurses „Darstellen und Gestalten“ der Klasse 9 beschäftigten sich auf ganz persönliche Art und Weise mit dem Leben und den Texten einer jugendlichen Dichterin mit bewegendem Schicksal.

Aufführung (Foto: privat) Aufführung (Foto: privat)

Dabei entstand eine collagenhaft - theatrale Aktion aus biografischem Material, Briefen an Selma und ihren berührenden Gedichten - klingend, bebildernd, bewegend. Selma Meerbaum-Eisinger wird 1924 in Czernowitz in der Bukowina im heutigen Rumänien geboren. Sie beginnt mit fünfzehn Jahren das aufzuschreiben, was sie bewegt, was ihr zu Herzen geht - der frühe Tod des Vaters, die Begebenheiten in der Schule, das Erleben der Natur, die unerwiderte Liebe.

Selma ist Jüdin und muss ab 1941 im Ghetto leben. Sie stirbt mit nur achtzehn Jahren im Arbeitslager Michailowska in der Ukraine an Typhus. 57 Gedichte sind geblieben. Erinnerungen voller Sehnsucht, Trauer und Glück. Selmas handschriftlich verfasstes Büchlein „Blütenlese“ erzählt von der Liebe zu einem jungen Mann. Dieser, Lejser Fichmann, übergibt nach ihrem Tod das Buch an eine Freundin und versucht, nach Palästina zu fliehen. Er kommt nie an.

Selmas Gedichte finden einen Weg nach Israel, geraten in Vergessenheit. Die deutsche Sprache ist dort lange Zeit ein Tabu. 1968 gelangt ein Gedicht in die Ostberliner Anthologie „Welch Wort in die Kälte gerufen“, von Heinz Seydel herausgegeben. In der Bundesrepublik erscheinen 1980 beim Verlag „Hoffmann und Campe“ die gesammelten Gedichte. Die Resonanz ist groß - auch international. Mittlerweile gibt es Übersetzungen in viele Sprachen und Umsetzungen in Musik und auf der Bühne.

Eine weitere Version wird also am 25. 9. in Limlingerode von Jugendlichen dargeboten. Die Veranstaltung beginnt um 14.30 Uhr im Dichterstättenhaus und führt dann in die evangelische Kirche. Die Besucher sollten warme Kleidung bereithalten, denn im Kirchengemäuer ist es sehr kühl.

25. September 2010, 14.30 Uhr, Dichterstätte Limlingerode
Autor: nnz

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