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Uhu gerettet

Mittwoch, 15. September 2010, 13:28 Uhr
Die imposanten leuchtenden Augen eines Uhus strahlten die ganze Zeit durch die Transportbox auf dem Weg zur Vogelschutzwarte Seebach. Naturschützer hatten den Vogel letzte Woche in der Nähe von Auleben gefunden und zu einem Falkner nach Ellrich gebracht. Lisa Müller hat die tierische Geschichte aufgeschrieben...


Gerettet (Foto: privat) Gerettet (Foto: privat) In Ellrich konnte das völlig erschöpfte und abgemagerte Tier die ersten Tage notdürftig aufgepäppelt werden. Doch das sollte keine dauerhafte Lösung sein. Deswegen wurde die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes Nordhausen eingeschaltet und mit der weiteren Fürsorge des Uhus betraut. Mitarbeiter brachten das Tier schließlich zur Vogelschutzwarte nach Seebach. Dort angekommen, wurde der Patient zunächst registriert, gewogen und ein wenig gefüttert, bevor er dann seine Übergangsvoliere beziehen konnte.

Zunächst deutete alles auf darauf hin, dass der Vogel aus einer privaten Haltung ausgesetzt worden war. Der Uhu verhielt sich äußerst handzahm und war scheinbar nicht in der Lage sich selbstständig in freier Wildbahn zu ernähren. In der Vogelschutzwarte Seebach stellte sich dann jedoch heraus, dass er vor nicht allzu langer Zeit in der Nähe von Nordhausen von Vogelschützern der Warte selbst ausgewildert worden war. Aber das Tier war aufgrund seines Alters schon zu geschwächt, um in der Natur überleben zu können. Der Versuch, den Uhu in die Freiheit zurück zu lassen, war also gescheitert. In der Vogelschutzwarte kann er nun bis zu seinem Lebensende bleiben und wird dort gut versorgt. Er bewohnt sein eigenes Gehege und muss nun erst einmal wieder zu Kräften kommen.

Die Vogelschutzwarte Seebach ist die älteste in ganz Deutschland. Sie ist ein Heim für kranke und pflegebedürftige Vögel und Brutstätte vieler Vogelarten. Der Verein arbeitet unter anderem eng mit staatlichen Dienststellen Thüringens zusammen. Naturliebhaber, die beispielsweise einen verletzten Vogel finden, setzen sich oftmals mit der jeweiligen Naturschutzbehörde in Verbindung. Wie in diesem Fall auch, werden die Tiere dann von den Mitarbeitern der Behörde zu den Vogelschützern nach Seebach gebracht.

Dort werden die Tiere eingehend untersucht und gesund gepflegt. „Das höchste Ziel ist selbstverständlich die Auswilderung“, so Frau Preuß, Mitarbeiterin der Vogelschutzwarte. „Sollte dies aber nicht möglich sein, bietet unsere Anlage auch Platz für Vögel, die nicht wieder in die Freiheit entlassen werden können. Sie bekommen dann eine artgerechte Voliere, wo sie ihren Lebensabend in Würde verbringen können.“

Der kranke Uhu aus dem Landkreis Nordhausen ist also gut aufgehoben. Uhus stehen streng unter Naturschutz. Sie gehen eine lebenslange Partnerschaft ein und bleiben meist viele Jahre an ein und demselben Brutplatz. „Erfreulicher Weise gibt es im Landkreis Nordhausen einige Pärchen dieser großartigen Vogelart“, so Annette Gümmer von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Nordhausen.
Lisa Müller
Autor: nnz

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