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nnz-Forum: Auf dem Friedensweg

Donnerstag, 20. Februar 2003, 19:27 Uhr
Nordhausen (nnz). In der vergangenen Woche traf sich in Nordhausen der Arbeitskreis „Frieden“. Erste Gedanken und Ausblicke in einer Betrachtung von Peter Kube.


Am Mittwoch voriger Woche trafen wir uns im Humboldt ­ Gymnasium. Wir sahen den Film „Die Kinder von Bagdad“. Wir hörten, was ein kurdischer Iraker, was Menschen aus unserer Stadt und dem Landkreis zu dieser Herausforderung sagten, wie sie denken und fühlen und wie wir schließlich gemeinsam überlegten, was zu tun sei und zogen mit Kerzen zur Stele am Rathaus.

Etwa 20 bis 25 fuhren aus Nordhausen am Samstag, 15. 2., nach Berlin.
Wir erlebten dort die Ablehnung einer Politik, die zu schnell, zu einseitig orientiert als die Konsequenz eines militärischen Aufmarsches den scheinbar unausweichlichen Krieg sieht. Wir erlebten den Friedenswillen, die Manifestation des Eingeständnisses, dass ein Krieg die Niederlage an sich ist und wir nicht einsehen, dass schon alle Möglichkeiten ausgeschöpft sein sollen, einen Krieg zu verhindern. Die Kräfte im Irak, die keine Diktatur mehr wollen und die Inspektoren, die eine konsequente Beachtung der UNO-Resolutionen und mit Nachdruck die Einhaltung der Aggressionsunfähigkeit des Irak einfordern, sie brauchen einen größeren Handlungsspielraum…

Krieg bringt keine Lösung! Krieg jetzt verhindert andere Wege der Konfliktbearbeitung und schafft mehr Risiken als Entspannung. Die Menschen im Irak brauchen unsere Hilfe, nicht unsere Bomben. Sie müssen befreit werden von einem Diktator, der ein Volk entwürdigt und quält durch Folter, Vergewaltigung, Hunger und mehr. Ein Diktator, der ganz rational seine Macht und sein Wohlergehen sichert, hat in der demokratischen Völkergemeinschaft keinen Platz.

Auch hier in Nordhausen finden sich Menschen zu Friedensgebeten, zu Mahnwachen, zu Unterschriftensammlungen zusammen. Vorträge und Gespräche wie am 18. Februar mit Dr. Masala, Ausstellungen wie die in der Köllingstraße 1a, sie zeigen uns, wie komplex und vielschichtig diese Situation war, ist und sich entwickelt. Welche Bedingungen der Frieden braucht, das wollen wir wissen. Eine Demonstration, ein Vortrag, ein Bild oder ein Lied reichen nicht: Aktiv für den Frieden eintreten ist wichtiger, als gegen einen begonnenen Krieg zu agieren ­ und die Kosten dafür zu tragen. Noch ist der Frieden möglich!

Einen Punkt zu schaffen, der für alle ein Sammelpunkt sein kann, das ist unser Anliegen. Wir möchten ein sichtbares Zeichen des Friedenswillens und ein Forum des Gespräches, der Verabredung, der Entwicklung eigener und gemeinsamer Schritte als Friedenswillige schaffen.
Deshalb rufen wir auf, dass jeden Montag 18.00 Uhr an der Stele vor dem Rathaus ein Friedenstreff ist. Wir wollen dort unsere Kerzen für Demokratie und Frieden im Irak, für die Verhinderung eines Krieges entzünden. Im Anschluss (ca. 18.30) laden wir zum Friedensforum Nordhausen ein. Eine offene Gesprächsstätte, die aktuelle und grundlegende Überlegungen verbinden will.
Peter Kube für den Arbeitskreis Frieden

Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: nnz

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