Alte Menschen nicht an den Stadtrand verbannen
Dienstag, 16. Januar 2001, 16:11 Uhr

Nordhausen (nnz). Im Mai dieses Jahres soll das Altenpflegeheim an der Nordhäuser Rautenstraße fertig sein. Der "Klotz", der da auf das Gelände der ehemaligen Jacobikirche gestellt wurde, war seit der Planung umstritten. "Wir haben uns für diesen sicherlich gewagten Standort bewußt entschieden. Alte Menschen, die ein erfülltes Leben hinter sich haben, haben ein Recht darauf, auch im Alter mitten drin zu sein", argumentiert Pape. Für ihn sei diese Entscheidung von Anfang an richtig gewesen, es werde in Zukunft keinen Neubau eines Heims am Rande einer Kommune geben. Erste gute Erfahrungen habe er bereits mit den Standort in der Bochumer Straße gemacht. Die Nähe zu einem kleinen Einkaufs- und Servicezentrum habe sich für das Selbstwertgefühl der betreuten Menschen sehr positiv ausgewirkt. Mit dem Projekt in der Rautenstraße sollen diese Erfahrungen weiter umgesetzt werden. Alte und betreuungsbedürftige Menschen nicht abschieben, sondern sie integrieren, das soll mit dem neuen Heim umgesetzt werden. Pape ist sich sicher, daß die künftigen Bewohner auch bei der nächsten Roland-Parade die Fenster ganz weit öffnen werden.
Platz ist hier für 69 alte Menschen. Für sind nicht nur Zimmer vorgesehen, mit 40 Quadratmeter wird ihnen das Gefühl eines "eigenen Reiches" vermittelt, Teil des angestrebten Selbstwertgefühls eben. Mittendrin sind die alten Menschen auch mittels eines Konzepts, das dem Haus einen offenen Charakter vermitteln soll und wird. Im Erdgeschoß gibt es einen öffentlichen Bereich, keine elektronisch gesicherten Türen. Menschen sollen rein in das Haus an der Rautenstraße, sollen in einem Café genüßlich verweilen und sich den Tisch mit den Bewohnern teilen. Kulturelle und Bildungsveranstaltungen laden alle Altersgruppe ab Mai als Gäste ein. Sonderveranstaltungen für Alte? "Nein, danke", winkt Pape ab. Das würde ihm und seinen Vorstellungen von Integration der Senioren nun wirklich gegen den Strich gehen.
