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Die wilden Götter kehren zurück

Montag, 17. Februar 2003, 14:04 Uhr
Limlingerode (nnz). Die richtig wilden Götter hausen im hohen Norden. Darüber sind sich Experten einig. Und: die Jungs und Mädels da oben sind auch immer für eine Überraschung gut. Wenn Sie neugierig geworden sind, dann klicken Sie doch einfach – empfiehlt Heidelore Kneffel.


„Uns ist in Sagen und Märchen gar Wundersames erzählt...“ Der Förderverein Dichterstätte Sarah Kirsch lädt am Samstag, dem 22. Februar 2003, alle Freunde der Dichtkunst um 14.30 Uhr nach Limlingerode in die Lange Reihe 11 ein. Auf dem Programm steht Sagenhaftes aus dem hohen Norden. Gesine Bula und Karin Kisker lesen aus Tor Age Bringsvaerds Buch „Die wilden Götter“, das in deutscher Übersetzung 2001 in der von Hans Magnus Enzensberger herausgegebenen Reihe „Die andere Bibliothek“ bei Eichborn erschienen. Eine lange Erzähltradition verhalf den sterblichen Göttern des Nordens zu wunderbarer Unsterblichkeit. Erstmals aufgeschrieben wurden ihre sagenhaften Abenteuer im Mittelalter.

Und so ist Bringsvaerds Prosafassung der alten Versepen das vorläufig letzte Glied einer langen Tradition des Weitererzählens. Von Richard Wagner wurde die nordische Mythologie einst ebenso genial wie schwerfüßig auf die Opernbühne verschleppt. Durch den Nationalsozialismus bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, fristet sie bei uns bis heute ein Schattendasein in der rechten Schmuddelecke. Mit diesen alten Klischees räumt der Autor gründlich auf. Seine Götter überraschen durch Originalität, Humor und Weisheit. Sie sind weder unsterblich noch allwissend, und seine Welt erscheint selbst Odin rätselhaft. Welch göttliche Menschlichkeit! „Uns ist in Sagen und Märchen gar Wundersames erzählt...“

Wer es hören möchte, ist eingeladen.
Autor: nnz

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