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Protest geht weiter...

Freitag, 20. August 2010, 07:01 Uhr
Gestern Abend waren in Sundhausen wieder viele Menschen unterwegs, um im Stillen und mit Worten gegen die geplante Etablierung eines Autohofes in der Nähe des Ortes zu protestieren...

Stiller Protest (Foto: privat) Stiller Protest (Foto: privat)

„Ich habe die Hoffnung, daß kein Autohof hier gebaut wird, weil sonst viele Kinder krank werden ...“ Diese wohl beeindruckendsten Worte in der gestrigen Andacht zum Thema Autohof vor Sundhausen sprach ein kleines Mädchen vor der versammelten Kirchengemeinde, die Mutti hatte ein Kerze entzündet.

Die Worte von Superintendent Michael Bornschein aus der Andacht der vergangenen Woche gingen wie ein Lauffeuer durch Sundhausen – Mut hatte er allen Sundhäusern zugesprochen. So war es nicht verwunderlich, daß gestern – wieder Donnerstag um 19:00 Uhr - zum Glockenläuten die St. Laurentius-Kirche abermals gefüllt war. Etwas, was ungewöhnlich ist, findet gerade in Sundhausen statt. Selten hat Pfarrer Eckhard Wolff seine Kirche gleich an mehreren aufeinanderfolgenden Andachten so voll erlebt. Wieder waren auch Kinder in der Kirche. Durch die offene Tür drang auch vom Kirchplatz Kinderlachen in das Gotteshaus. „Hoffnung“ war das Stichwort. „Hoffnung ist der Antrieb zum Handeln ... Wer die Hoffnung verliert, der stirbt.“ Auch Pfarrer Wolff versuchte den Anwesenden in dieser Andacht Mut zu machen für ihre Anstrengungen.

Vor der Kirche fanden sich ähnlich wie am vergangen Donnerstag zahlreiche Familien aus allen Ortsteilen ein. Rasch formierte sich der Zug, der an Länge diesmal größer war, als in der vergangenen Woche. Wieder zog er durch die Riesleber Straße zum inzwischen abgeernteten Feld am Dorfrand, auf welchem der gigantische Autohof entstehen soll. Die Kinder spazierten zwischen den Erwachsenen. Man tauschte sich aus und hatte natürlich, wie auch zu den vergangen Andachten darauf gehofft, daß sich Verantwortliche aus der Stadt an den Diskussionen beteiligen würden, aber niemand war auch gestern den Einladungen gefolgt.

Einige Sundhäuser glaubten vielleicht auch, daß sich doch der eine oder andere der wenigen Ortschaftsräte zu ihren Bürgern gesellte, die immer noch den nun klar im Widerspruch zum mehrheitlichen Bürgerwillen stehenden, direkt vor dem Ort geplanten Autohof befürworten. Den beiden Ortschaftsräten, die in der Versammlung am Dienstag klar und ehrlich ihre alte Position aufgegeben und sich offen auf die Bürgerseite gestellt hatten, zollte man Respekt und Anerkennung.

Aufgrund des Lärmes durch die Autobahn am Dorfrand fiel es den Mitgliedern der Bürgerinitiative später schwer, die neuesten Entwicklungen an die Sundhäuser kund zu tun. Friedlich und besonnen, wie auch bereits an den vergangenen Veranstaltungen, lief alles ab. Die Worte des kleinen Mädchens aus der Kirche werden sicher die Gemüter noch lange beschäftigen, brachten sie doch klar zum Ausdruck, was jeder weiß. Für Sundhausen wird ein Autohof an solch einem Standort nichts Gutes bringen. Man erwartet hier schnellstens von Vernunft geleitete Entscheidungen.
Autor: nnz

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