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Zwischen Zufriedenheit und Kritik

Dienstag, 11. Februar 2003, 13:16 Uhr
Nordhausen (nnz). Die Bürgermeisterwahlen in der Gemeinde Hohenstein sind Geschichte. Jetzt meldet sich die SPD des Landkreises Nordhausen zu Wort. Die ist einerseits zufrieden, andererseits übt sie Kritik am alten und neuen Bürgermeister.


Über das Abschneiden ihres SPD-Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl in Hohenstein war Dagmar Becker(SPD) als Kreisvorsitzende sichtlich zufrieden. „Wir sind das erstemal in dieser Gemeinde angetreten und dann gleich knapp 37 Prozen der Stimmen zu bekommen, ist wirklich gut“, erklärte Dagmar Becker. Das ist mehr als der Kanzler im Moment bekommen würde, meinte Becker ironisch dazu.

Gleichzeitig wiesen die Genossen Vorwürfe zurück, dass man den eigenen Kandiaten gepuscht habe. „Wir haben keine Plakate herausgegeben, sondern gerade mal einen Handzettel für insgesamt 350 Euro drucken lassen und in die Haushalte verteilt“, stellte Becker für die Sozialdemokraten klar. Der SPD-Kandidat Karl-Heinz Ehrhardt hatte sich zudem in jedem Ort in einer Bürgerversammlung vorgestellt, was aber bei einem „Neuling“ nicht ungewöhnlich ist, um sich bekannt zu machen. Schließlich wähle keiner gern die Katze im Sack. „Den Handzettel hätten wir uns auch gespart, wenn wir gewusst hätten, dass Herr Höche die Kandidatenwahlwerbung auf Gemeindekosten drucken lässt“, meinte Becker in Richtung des Bürgermeisters.

Hier winkt Martin Höche auf nnz-Anfrage genervt ab. In einer Sonderausgabe des Amtsblattes der Gemeinde Hohenstein zur Wahl habe jeder Kandidat eine Seite zur Verfügung gehabt. Das sei fair und vor allem mit den Kandidaten von PDS und SPD im Vorfeld so abgesprochen gewesen, kontert Höche.

Becker warf dem alten und neuen Bürgermeister auch vor, die geringe Wahlbeteiligung einkalkuliert zu haben. Er selbst habe bewusst extra einen Schulferiensonntag als Wahltag ausgesucht, um in Kauf zu nehmen, dass die jüngeren Wähler und Familien hoffentlich verreist sind und somit der Wahl fernbleiben. Becker hatte sich im Vorfeld gewünscht, dass hier die Kommunalaufsicht des Landkreises eingegriffen hätte. „Ein solcher Sonntag als Wahltermin wäre in anderen Bundesländern niemals zugelassen worden“, erklärte Becker. Zu diesen Vorwürfen wollte Höche sich nicht äußern, das sei nicht sein Niveau.
Autor: nnz

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