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Dramatik in den Schlussminuten

Samstag, 08. Februar 2003, 21:37 Uhr
Nordhausen (nnz). Zum Rückrundenauftakt in der Fußball-Landesklasse empfing Wacker 90 Nordhausen den FSV 06 Eintracht Hildburghausen. Gegen die abstiegsbedrohte Elf aus Südthüringen stand nur ein Sieg zur Debatte. Ein Bericht von nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg.

Trotz nasskaltem Wetter waren immerhin 230 zahlende Zuschauer in den Albert-Kuntz-Sportpark gekommen, die viele Tore und Wacker 90 siegen sehen wollten. Der schwer bespielbare Boden forderte von den Aktiven nicht nur sehr viel Kraft und Stehvermögen, sondern öffnete auch dem Zufall Tür und Tor. Distanzschüsse wären das beste Rezept auf diesem knöcheltiefem Schneematsch gewesen. Aber damit taten sich beide Teams schwer.

Die Südthüringer zeigten im Mittelfeld ansatzweise ein gefälliges Spiel, waren aber an der gegnerischen Strafraumgrenze mit ihrem Latein am Ende. Wacker suchte vorerst das Heil im Kurzpassspiel, was auf diesem Platzverhältnissen ebenfalls nichts einbrachte. Die erste nennenswerte Chance hatte Kulbacki in der 9. Minute, als er aus 15 Meter abzog. Aber das Leder strich knapp am Tor vorbei. Der Pole hatte in der Folgezeit noch zwei weitere gute Möglichkeiten (16. und 19.). Sie blieben jedoch ebenfalls ungenutzt. In der 21. Minute setzten die Gäste ein Achtungszeichen, als Beilicke frei zum Schuss kam. Es war die einzige Großchance der Hildburghäuser in im Spiel. Erwähnenswert in der ersten Halbzeit noch ein Gewaltschuss von Piotroswki aus 25 Meter, bei dem der Gästekeeper große Mühe hatte. Torlos wurden die Seiten gewechselt.

Die Männer um Kapitän Sven Pistorius kamen mit neuem Schwung aus der Kabine. Sie erarbeiteten sich nun Chancen im Minutentakt. Als Pohl in der 50. Minute an der Strafraumgrenze von den Beinen geholt wurde, schickte der gute Unparteiische den Sünder nach Gelb Rot vorzeitig zum Duschen. Wacker berannte pausenlos das gegnerische Tor. So strich Piotroswkis Kopfball knapp über die Latte (53.), zwei Minuten später setzte er aus 16 Meter das Leder neben den Pfosten. Ein Kopfball von Kulbacki verfehlte das Tor ebenfalls nur um Zentimeter (60.) und Pistorius traf nach schönem Solo nur das Außennetz (61.) Die beste Möglichkeit hatte wiederum Kulbacki, der den ausgezeichneten Klemm zu einer Glanzparade zwang (63.). Der erlösende Treffer wollte jedoch nicht fallen. Powerplay im Gästestrafraum. Aber die Hildburghäuser Abwehr verteidigte mit Geschick und viel Glück das wertvolle Unentschieden.

Weißhaupt brachte Taute für Pohl und fünf Minuten vor Ultimo kam Kühne für Piotroswi. Der quirlige Offensivspieler hatte sich in der Vergangenheit schon mehrfach als Joker erwiesen. So auch diesmal. Eine rüde Attacke von Beilicke an Kohlhause honorierte Schiedsrichter Hoffman aus Dachwig mit der Roten Karte (88.). Der fällige Freistoß wurde abgewehrt. Dann landete das Leder irgendwie vor den Füßen von Kühne. Der nahm Maß und schoss überlegt und unhaltbar ein. Ein wertvoller Arbeitssieg, der die Nordhäuser im Kampf um den Aufstieg weiterhin hoffen lässt.

Die Partie FSG Salza gegen Hinternah-Schönbrunn wurde wegen Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt.
Autor: rh

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