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Remis nach Aufholjagd

Donnerstag, 29. Juli 2010, 10:32 Uhr
Abgesehen von den Thüringenligisten SCHOTT Jena (1:1) und Mühlhausen (2:0) nach jeweils 45 Minuten war der 1. FC Romonta Amsdorf 1921 aus der Verbandsliga Sachsen-Anhalt der stärkste Gegner in der Vorbereitungsphase des FSV Wacker 90 Nordhausen…

Schwerer Gegner (Foto: Olaf Dobrzykowsky) Schwerer Gegner (Foto: Olaf Dobrzykowsky)

Aus der Stammabwehrformation des Vorjahres (Wiegleb, Taute, Elle, Kolan) konnte aus den verschiedensten Gründen nur Daniel Wiegleb auflaufen. Der erneut auf der rechten Verteidigerposition aufgebotene Stephan Hoffmann zog sich zudem in der 25. Minute eine Verletzung zu, deren Schwere noch abgewartet werden muss. Er wurde durch Christian Liemann ersetzt.

Die Probleme im Abwehrverhalten waren über weite Phasen des Spiels unübersehbar. Schon nach 13 Minuten bot sich Gründler eine Chance, doch er konnte den Ball nicht an Torwart Martin Vopel vorbei ins Netz bringen. Drei Minuten später spielte Torsten Klaus seinem Kameraden Benedikt Streicher den Ball maßgerecht in den freien Raum, doch dessen Schuss ging am Ziel vorbei ins Aus.

Nach 22 Minuten servierte Czarnetzki dem in den freien Raum gelaufenen Mewes den Ball mit einer mustergültigen Flanke, doch dessen Kopfball wurde erneut eine sichere Beute Vopels. Sein Bruder Marcus verpasste das Leder nach einer Ecke von Klaus auf die rechte Außenbahn zu Pistorius und dessen Eingabe von dort um Haaresbreite.

Echte Gefahr für Amsdorfs Schlussmann Gola beschwor erst ein straffer Flachschuss von Klaus herauf (31.). Doch der Tormann hielt. Romonta spielte ballsicher und ruhig, die Abwehr stand bis dahin gut. Die Gästeführung in der 34. Minute war dann auch nicht unverdient. Einen kräftigen Freistoß aus 30 Metern musste der Wacker-Keeper prallen lassen und Schuhmann hatte keine Mühe, den Nachschuss zu verwandeln. Die Nordhäuser kamen bis zur Halbzeitpause noch zu sechs Eckbällen, aber Tore waren Fehlanzeige.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wechselten beide Teams je zweimal. Eine bis auf den letzten Pass gelungene Kombination in der 52. Minute sah dann Streicher in Abseitsposition. Vier Minuten danach nutzte der völlig übersehene Fengler einen eklatanten Abwehrfehler zum 0:2. Nach 59 Minuten bedankte sich Czarnetzki, der zweimalige Torschützenkönig Sachsen-Anhalts, nach einem neuerlichen Fehler in der Zuordnung Wackers für das Geschenk und überwand Vopel ohne Mühe zum 0:3.

Jetzt ging ein Ruck durch die Reihen der Einheimischen. Ein Amsdorfer Beobachter fragte später laut, warum das erst nach dem klaren Rückstand der Fall war? Klaus schlenzte aus gut 25 Metern in der 61. Minute einen an ihm verursachten Freistoß mustergültig ins obere rechte Toreck. Die Aufholjagd hatte begonnen.

Der eingewechselte Lars Pohl spitzelte in der 66. Minute den Ball bravourös nach rechts in den freien Raum und Klaus konnte aus spitzem Winkel technisch perfekt in die untere lange Torecke treffen. Fast wäre ihm dieses Kunststück nach einem ähnlichen Pass von Sven Pistorius noch einmal geglückt.

In der 74. Minute schickte Pistorius mit seinem Ball Pohl in Richtung rechte Torauslinie. Von dort kam dessen genaue Flanke, die den Gästetorwart schlecht aussehen ließ. Daniel John bugsierte das Streitobjekt über die Linie zum 3:3-Ausgleich. Auf jeder Seite ergaben sich bei Freistößen noch Möglichkeiten zur erneuten Führung. Den Ball von Eberhard entschärfte Vopel (76.), der Versuch von Klaus aus 35 Metern wurde zur Ecke abgewehrt.

In der 87. Minute wurde Pohl an der Strafraumgrenze in gute Schussposition gebracht, doch der Siegtreffer gelang ihm nicht mehr. Trainer Jens Ludwig dürfte aus dem Auftreten wichtige Schlussfolgerungen für das Pokalspiel der 1. Hauptrunde am Sonntag beim nicht zu unterschätzenden Dritten der vergangenen Landesklasse-Saison, FC Blau-Weiß Dachwig, gezogen haben.
Klaus Verkouter/Fotos: Olaf Dobrzykowsky
Autor: nnz

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