Neue Brücken gefährden Vögel
Dienstag, 04. Februar 2003, 13:06 Uhr
Nordhausen (nnz). Es wird in Nordthüringen und in Nordhausen viel gebaut. Auch neue Brücken entstehen. Die jedoch könnten zu einer Gefahr für Vögel werden. Darauf hat jetzt die Untere Naturschutzbehörde im Landkreis Nordhausen hingewiesen.
Zahlreiche in Wassernähe lebende Vogelarten sind zunehmend in ihrem Bestand gefährdet. Zu ihnen zählen neben der Bachstelze, der Hausrotschwanz und Grauschnäpper vor allem die uns allen bekannte Wasseramsel. Ältere Brückenbauwerke boten ihnen bislang günstige Nistgewohnheiten. Doch die im Zuge des Straßen- und Wegebaus errichteten modernen Betonbrücken sind meistens so konstruiert, dass sie vielen Tierarten keinen oder nur noch geringen Lebensraum bieten.
Auf diesen bedrückenden Umstand hat jetzt die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises Nordhausen hingewiesen. Zwischenzeitlich haben Mitglieder der Fachgruppe Ornithologie und Vogelschutz Nordhausen mit Unterstützung der Behörde Nistkästen an geeigneten Stellen angebracht. Wie notwendig diese waren, zeigte sich darin, dass sie innerhalb kürzester Zeit von den bedrohten Vogelarten angenommen wurden. Derlei Beobachtungen wurden selbst dort gemacht, wo Fließgewässerabschnitte für das Brutgeschäft nicht sonderlich geeignet sind.
Die gesamte Problematik ist auch dem Straßenbauamt Nordthüringen bekannt. Mehrmals haben die Mitarbeiter der UNB in Schreiben auf die für bestimmte Vogelarten bedrohliche Situation hingewiesen. Die Behörde hat dabei zahlreiche Vorschläge unterbreitet, wie diesem Problem zu Leibe gerückt werden kann.
So sollten künftig bei Um- und Neubauten von Brücken über Fließgewässern künstliche Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten angebracht oder Voraussetzungen für eine spätere Anbringung geschaffen werden. Die Realisierung ist oft mit einfachsten technischen Mitteln möglich. Um unmittelbare Bohrungen im Brückenbauwerk zu vermeiden, haben sich unter der Brückenkonstruktion angeklebte Fließen bewährt, an denen die Nistkästen befestigt werden können. Die Anbringung sollte so erfolgen, dass die Nistkästen von Menschen nicht oder nur schwer einsehbar sind.
Bei gutem Willen auf allen Seiten, so die Naturschutzbehörde, sind im Interesse des Fortbestandes unserer heimischen Tierwelt solche Lösungen möglich. Die hauptamtlichen Naturschützer sind gerne bereit, mit den verantwortlichen Brückenbauern auch vor Ort Regelungen zu treffen. Weitere Informationen erteilt Rolf Schiffler unter der Tel. 03631 / 911 435.
Autor: nnzZahlreiche in Wassernähe lebende Vogelarten sind zunehmend in ihrem Bestand gefährdet. Zu ihnen zählen neben der Bachstelze, der Hausrotschwanz und Grauschnäpper vor allem die uns allen bekannte Wasseramsel. Ältere Brückenbauwerke boten ihnen bislang günstige Nistgewohnheiten. Doch die im Zuge des Straßen- und Wegebaus errichteten modernen Betonbrücken sind meistens so konstruiert, dass sie vielen Tierarten keinen oder nur noch geringen Lebensraum bieten.
Auf diesen bedrückenden Umstand hat jetzt die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Landkreises Nordhausen hingewiesen. Zwischenzeitlich haben Mitglieder der Fachgruppe Ornithologie und Vogelschutz Nordhausen mit Unterstützung der Behörde Nistkästen an geeigneten Stellen angebracht. Wie notwendig diese waren, zeigte sich darin, dass sie innerhalb kürzester Zeit von den bedrohten Vogelarten angenommen wurden. Derlei Beobachtungen wurden selbst dort gemacht, wo Fließgewässerabschnitte für das Brutgeschäft nicht sonderlich geeignet sind.
Die gesamte Problematik ist auch dem Straßenbauamt Nordthüringen bekannt. Mehrmals haben die Mitarbeiter der UNB in Schreiben auf die für bestimmte Vogelarten bedrohliche Situation hingewiesen. Die Behörde hat dabei zahlreiche Vorschläge unterbreitet, wie diesem Problem zu Leibe gerückt werden kann.
So sollten künftig bei Um- und Neubauten von Brücken über Fließgewässern künstliche Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten angebracht oder Voraussetzungen für eine spätere Anbringung geschaffen werden. Die Realisierung ist oft mit einfachsten technischen Mitteln möglich. Um unmittelbare Bohrungen im Brückenbauwerk zu vermeiden, haben sich unter der Brückenkonstruktion angeklebte Fließen bewährt, an denen die Nistkästen befestigt werden können. Die Anbringung sollte so erfolgen, dass die Nistkästen von Menschen nicht oder nur schwer einsehbar sind.
Bei gutem Willen auf allen Seiten, so die Naturschutzbehörde, sind im Interesse des Fortbestandes unserer heimischen Tierwelt solche Lösungen möglich. Die hauptamtlichen Naturschützer sind gerne bereit, mit den verantwortlichen Brückenbauern auch vor Ort Regelungen zu treffen. Weitere Informationen erteilt Rolf Schiffler unter der Tel. 03631 / 911 435.
