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Nordbrand: Vier Varianten möglich

Montag, 03. Februar 2003, 14:17 Uhr
Nordhausen/Nieder-Olm (nnz). Der Countdown läuft. In der Eckes AG in Nieder-Olm sollen nach nnz-Informationen die Zeichen auf Verkauf stehen. Und auf Sturm. Die nnz sprach heute ausführlich mit dem Chef des Betriebsrates, Uwe Michalski.


Die Mitarbeiter der alkoholischen Sparte der Eckes AG, zu der auch die Nordbrand Nordhausen GmbH gehört, machen mobil. Sie wollen am Mittwoch auf die Straße gehen, mit dabei werden auch Kollegen aus Nordhausen sein. Just an diesem Tag könnte der Aufsichtsrat über den Verkauf der Sparte entscheiden. Und da werden auch aus Sicht des Betriebsrates alle denkbaren Szenarien durchgespielt. Für Michalski gibt es deren vier:

So könne es durchaus möglich sein, dass der Verkauf der alkoholischen Sparte überhaupt nicht zustande komme, für ihn die denkbar günstigste. Als Mitglied des Aufsichtsrates würden ihm bislang noch keine Informationen oder Listen über potentielle Käufer vorliegen. Vielleicht setze die Konzernspitze aber auch auf die Überrumpelungstaktik, so Michalski. Übrigens sei die Verkaufsentscheidung aus dem Vorjahr aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht nachvollziehbar. „Da wird einem Torso das gesunde Bein abgeschlagen und mit dem kranken soll er weiterhumpeln. Der Verkauf der Alkoholsparte ist und bleibt eine unternehmerische Fehlentscheidung!“

Machbar wäre auch ein Verkauf an einen Investor aus dem Ausland. Bei dieser Variante sieht der Chef der Arbeitnehmervertretung die Arbeitsplätze in Nieder-Olm und Nordhausen weitestgehend erhalten. Schlimmer sei für ihn der Verkauf an einen deutschen Mitbewerber. Hier stehe die Befürchtung, dass die Produktion in dessen Geschäft integriert werde. „Dann sind alle Arbeitsplätze massiv gefährdet, auch die in Thüringen“, meinte Michalski. Als vierte mögliche Variante nannte er einen Teilverkauf von Produktion oder Vertrieb.

Letztlich, so der PR-Vorsitzende gegenüber nnz, gehe es um eine Kapitalentscheidung. Und genau da bestehe die Gefahr, dass der, der am wenigsten (zum Beispiel Arbeitskräfte) braucht, das meist bietet.
Autor: nnz

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