Richter Kropp: Amoklauf in der Schule?
Montag, 21. Juni 2010, 10:54 Uhr
Für Lehrer, Eltern und Schüler ist es ein absolutes Horroszenario: ein Amoklauf in der Schule. Die Städtenamen Erfurt und Winnenden haben dadurch traurige Berühmtheit erlangt. Wie kommen junge Leute dazu, solche Taten zu begehen, fragen sich viele. Wie kommen junge Leute dazu, solche Taten nur anzukündigen? Fragen, auf die auch vor Gericht eine Antwort gesucht wurde...
So im letzten Jahr in einem Gymnasium im Kyffhäuserkreis. Der 16jährige Angeklagte aus Artern war Nutzer eines sogenannten Chatrooms im Internet, einige Mitschüler hatten Zugriff auf diese Seite. In dem Gymnasium wurde das Thema Amoklauf behandelt, auch ein Aufsatz musste über das Thema geschrieben werden. Am 24. März 2009 schrieb der Angeklagte auf seiner Internetseite den Satz: Amoklaufen, wir haben eh nur lange Weile.
Mitschüler sprachen ihn darauf an und sagten ihm, dass er doch dumm sei. Weitere Mitschüler wurden darauf aufmerksam und informierten den Klassenlehrer hierüber. Dieser verständigte den Schulleiter, welcher die Polizei benachrichtigte. Bei einer Hausdurchsuchung beim Angeklagten wurde festgestellt, dass sich dort tatsächlich ein Waffenschrank mit Jagdwaffen befand, die dem Großvater gehörten.
Ende gut, alles gut? Der Angeklagte war vor Gericht geständig. Er habe im Internet eigentlich stänkern wollen. Unverständlich bleibt die Tat des jungen Mannes, wenige Tage nach den Vorfällen in Winnenden und angesichts der Sensibilisierung der Klasse mit diesem Thema. Der bereits wegen Sachbeschädigung in Erscheinung getretene junge Mann wurde zur Ableistung von 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig geworden, der Verteidiger hat Rechtsmittel eingelegt. Es bleibt zu hoffen, dass die Tat damit genügend aufgearbeitet wurde. Die aufmerksamen Mitschüler verdienen in jedem Fall ein Kompliment. Letztlich zeigt der Fall, dass die Problematik Amoklauf bei jungen Menschen vielfach nicht angekommen ist, auch wenn sie den Umgang damit nur spielerisch sehen.
Autor: nnzSo im letzten Jahr in einem Gymnasium im Kyffhäuserkreis. Der 16jährige Angeklagte aus Artern war Nutzer eines sogenannten Chatrooms im Internet, einige Mitschüler hatten Zugriff auf diese Seite. In dem Gymnasium wurde das Thema Amoklauf behandelt, auch ein Aufsatz musste über das Thema geschrieben werden. Am 24. März 2009 schrieb der Angeklagte auf seiner Internetseite den Satz: Amoklaufen, wir haben eh nur lange Weile.
Mitschüler sprachen ihn darauf an und sagten ihm, dass er doch dumm sei. Weitere Mitschüler wurden darauf aufmerksam und informierten den Klassenlehrer hierüber. Dieser verständigte den Schulleiter, welcher die Polizei benachrichtigte. Bei einer Hausdurchsuchung beim Angeklagten wurde festgestellt, dass sich dort tatsächlich ein Waffenschrank mit Jagdwaffen befand, die dem Großvater gehörten.
Ende gut, alles gut? Der Angeklagte war vor Gericht geständig. Er habe im Internet eigentlich stänkern wollen. Unverständlich bleibt die Tat des jungen Mannes, wenige Tage nach den Vorfällen in Winnenden und angesichts der Sensibilisierung der Klasse mit diesem Thema. Der bereits wegen Sachbeschädigung in Erscheinung getretene junge Mann wurde zur Ableistung von 50 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig geworden, der Verteidiger hat Rechtsmittel eingelegt. Es bleibt zu hoffen, dass die Tat damit genügend aufgearbeitet wurde. Die aufmerksamen Mitschüler verdienen in jedem Fall ein Kompliment. Letztlich zeigt der Fall, dass die Problematik Amoklauf bei jungen Menschen vielfach nicht angekommen ist, auch wenn sie den Umgang damit nur spielerisch sehen.
