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Mehrheit und Holländer

Dienstag, 28. Januar 2003, 12:06 Uhr
Ellrich (nnz). In Ellrich ist gestern der Haushalt der Stadtverwaltung beschlossen worden. Trotzdem standen einigen Stadträten und „Verwaltern“ da schon mal die Schweißperlen auf der Stirn...


So knapp sei vielleicht noch kein Ellricher Haushalt beschlossen worden, meinte Bürgermeister Gerald Schröder heute zur nnz. Vor allem die Personalkosten hatten es den Fraktionen angetan. Da hatte die Verwaltung nun schon angekündigt, den überhöhten Tarifabschluß im öffentlichen Dienst durch die sozialverträgliche Kündigungen von drei Mitarbeitern (Altersteilzeit) „abzufangen“, trotzdem wollten die Stadträte noch eins drauflegen. Vor allem im Hinblick auf das Jahr 2004.

Da wird der Ellricher Verwaltungshaushalt noch einmal mit 200.000 Euro zusätzlich belastet, wenn die zweite Stufe des Tarifabschlusses „zündet“. Zwar soll dann auch eine Beamtenstelle wegfallen, doch das kann keine Kompensation darstellen. „Also müssen im kommenden Jahr Kündigungen ausgesprochen werden. Das wird in erster Linie jüngere Leute betreffen“, reagierte der Bürgermeister verbittert gegenüber nnz.

Trotz aller notwendigen Sparwut wird auch in diesem Jahr in der Südharzstadt einiges bewegt. Wenn die angekündigten Fördermittel des Landes „irgendwann“ mal auf die Konten der Ellricher Stadtverwaltung fließen, dann wird es mit der Sanierung des Marktes weitergehen. Gleiches gilt für die Ortsdurchfahrt in Werna. Viele Projekte werden in diesem Jahr privat finanziert. Dazu gehören zum Beispiel der Abriß alter Ruinen und der Neubau von Häusern in Sülzhayn.

Auf diesen Ort haben nun auch die holländischen Investoren ihr Augenmerk gelegt, die sich einst für Rothesütte interessierten. Am so genannten „Haupthaus Lebenswende“ wollen die Niederländer einen „Ferienpark für Behinderte“ errichten. Ihre Ideen dazu hätten sich bei einer Ämterkonferenz vorgestellt. Mit dem Vorhaben des Südharz-Krankenhauses in Rothesütte (siehe nnz von heute) würde man sich aber nicht ins Gehege kommen, da hier in erster Linie behinderte Menschen aus Holland ihren Urlaub genießen sollen.
Autor: nnz

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