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Von Rio über Johannesburg nach NDH

Donnerstag, 23. Januar 2003, 09:49 Uhr
Nordhausen (nnz). „Von Rio nach Johannesburg“ hieß das Motto des Vortrags, den Landrat Joachim Claus (CDU) im Rahmen der „FHN-Impulse“ am Mittwoch an der Fachhochschule Nordhausen hielt. nnz berichtet.


Vorgetragen Landrat Claus war Teilnehmer des Umweltgipfels in Johannesburg im August vergangenen Jahres. Trotzdem vermochte er aus eigenem Erleben nur von einem begrenzten räumlichen und zeitlichen Abschnitt der viertägigen Konferenz vom 27. – 30.08.2002 zu berichten. Er zog dabei zur Veranschaulichung einen etwas sehr lokalen Vergleich zum Rolandfest in Nordhausen, dessen zahlreichen Veranstaltungen man auch nicht alle besuchen könne.

In seinem Referat zeichnete der Landrat vor den Zuhörern eine Übersichtsskizze, mit denen der „Geist von Johannesburg“ möglicherweise angerissen, aber nicht wirklich deutlich zum Ausdruck kam. Es gab in Johannesburg eben eine Vielzahl von Veranstaltungen, die schließlich in einige gemeinsame Abschluss-Erklärungen mündeten, die zwar Appelle, aber wenig konkrete Aufgaben enthielten oder gar Verpflichtungsbekundungen oder -absichten der einzelnen Teilnehmerstaaten erkennen ließen. Der Chef der Nordhäuser Landkreisverwaltung war eingeladen worden, um das Projekt der hier konzipierten Kommunalen Naturhaushaltswirtschaft vorzustellen. Mit dem er auch großes Interesse fand, wie er betonte.

Nach dem von ihm vermittelten Eindrücken ergibt sich ein Bild, das außerordentlich differenziert ist: die reichen Staaten der westlichen, der hochtechnisierten Welt gegenüber jener Zentral, Ost- oder auch Südafrikas, deren Menschen - von Aids geplagt – verzweifelt versuchen, wenigstens das Existenzminimum zu erreichen und bei der ihnen zuteil werdenden Hilfe - wenn sie denn überhaupt die Menschen erreicht – mit der Angst verbunden ist, sie würden durch den Einfluss der Geldgeberstaaten um ihre Identität gebracht werden. Und das wohl nicht zu Unrecht. Dabei wurden die Staaten Mittel- und Südamerikas noch nicht einmal erwähnt.

Begrenzt man diesen Gipfel von Johannesburg auf den Focus dieser „zivilisierten“, hochentwickelten westlichen Welt, wird eine Art Haushaltswirtschaft erkennbar, die im obersten Bereich vorwiegend von Appellen bestimmt ist und in dem Maße im Sinne von Umweltschutz und –erhalt, der Agenda 21 etwa, konkreter wird, in dem sie lokale Züge gewinnt. Zahlreiche Projekte in diesem Sinne, zu denen eben die Kommunale Naturhaushaltwirtschaft im Landkreis Nordhausen mit ihrem Kreislauf gehört, zeigen, dass man um sinnvolle Vorhaben bemüht ist. Die es in der Tat wert wären, auch im größeren Rahmen in die Agenda-Prozesse aufgenommen zu werden.

Der Vortrag des Landrats war aufschlussreich und durch die Unterstützung mit Folienbildern und -Tabellen auch gleichermaßen anschaulich. Verwunderlich lediglich, dass im anschließenden Diskussionsangebot wenig Fragen gestellt wurden. nnz wird am Wochenende mit einem Kommentar in Anlehnung an das Referat von Landrat Claus zu dem Themenkomplex Stellung nehmen.
Autor: nnz

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