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Es wird wieder gebaut

Montag, 31. Mai 2010, 13:35 Uhr
Es gibt da in Nordhausen so einige "Leer"Räume, die eigentlich gefüllt sein sollten. Der Bereich des Pferdemarktes zum Beispiel oder das Areal gleich neben dem Rathaus. Ein Leer-Raum soll noch in diesem Jahr gefüllt sein...

Mehrzweckgebäude im Modell (Foto: psv) Mehrzweckgebäude im Modell (Foto: psv)

Im Spätsommer soll der Bau des Mehrzwecksgebäudes samt Bibliothek hinter dem Rathaus im Stadtzentrum beginnen. Ab Mitte des Jahres würden die nötigen Fördermittel der Städtebauförderung voraussichtlich zur Verfügung stehen, sagte jetzt Mario Manolow vom Nordhäuser Stadtplanungsamt. Die entsprechenden Anträge und nötigen Absprachen mit dem Landesverwaltungsamt habe man bereits getroffen. Das Projekt ist Teil der umfassenden Neugestaltung des Quartiers „Kornmarkt“, das bereits in den vergangenen Jahren mit Fördermitteln des Freistaates unter dem Aspekt der Innenstadtentwicklung unterstützt wurde.

Inzwischen habe man beim Landesverwaltungsamt beantragt, bereits jetzt mit der Ausschreibung für den Bau zu beginnen. Man rechne in den nächsten Tagen mit einer – hoffentlich positiven – Nachricht aus Weimar. „Wenn diese eintrifft, können wir unmittelbar danach die Ausschreibung starten“, so Manolow. Die Baukosten belaufen sich schätzungsweise auf 11,5 Millionen Euro. Aus der Stadtkasse müssten allerdings nur 4,5 Millionen Euro kommen, die man in Jahresscheiben begleichen werde. „Der restliche und weitaus größte Teil der Gelder kommt direkt als Fördermittel“, sagte Nordhausens Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD).

Das Mehrzwecksgebäude werde zum einen aus einer Bibliothek mit einem Lesesaal bestehen. „Die Bibliothek wird zugleich ein Kultur- und Bildungszentrum, das kinder- und jugendfreundlich- und behindertengerecht eingerichtet ist.“ Vor der Bibliothek werde ein kleines Lesecafé gebaut, vor dem sich im Außenbereich Lese-Terrassen erstrecken werden.

Zum anderen werde im Gebäude ein Bürgersaal mit bis zu 250 Plätzen geschaffen: „Dort werden künftig – und nun in angemessenem Umfeld – die Stadtratssitzungen stattfinden. Darüber hinaus kann der Saal auch für Konferenzen und Tagungen genutzt werden, wo auch Vereine ihre Treffen abhalten können“, so Frau Rinke. „In einem weiteren, kleineren Beratungsraum ist Platz für die Tagungen der Ausschüsse des Stadtrates, für Projektarbeiten und ähnliches“, so die Oberbürgermeisterin.

Für genügend Parkplätze werde mit einer öffentlichen Tiefgarage mit 90 Stellmöglichkeiten auf zwei Ebenen unter dem Komplex gesorgt. Zudem stehen den zukünftigen Besuchern auch öffentliche Toiletten zur Verfügung. Eine platzartige Außenanlage verbinde das Mehrzweckgebäude mit dem Rathaus und dem Stadthaus so, dass die historischen Gebäude freigestellt und somit aufgewertet werden.

Der Lesesaal der Bibliothek werde auch die wertvolle „Himmelgartenbibliothek“ beinhalten mit wertvollen Büchern aus der Anfangszeit der Buchdruckerkunst, den so genannten „Inkunabeln“. Aufbewahrt werden die Bände in einer klimatisierten Anlage im Lesesaal. Die Bücher kommen aus dem Predigerseminar in Wittenberg zurück nach Nordhausen. Sie gehören der Blasii-Kirchgemeinde Nordhausen.
Autor: nnz

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