Auch im Südharz sterben Eschen
Freitag, 28. Mai 2010, 09:56 Uhr
Seit einigen Jahren kommt es im größeren Umfang zu Schäden an der Gemeinen und Schmalblättrigen Esche. Es begann in den 90er Jahren im Baltikum und in Polen. Seit 2002 tritt die neue Baumkrankheit, das sogenannte Eschentriebsterben in Deutschland auf. Und jetzt auch im Südharz...
Die Symptome können vor allem an Jungpflanzen und in Dickungen beobachtet werden. Die jetzige Jahreszeit ist besonders günstig zum Erkennen der Krankheit. Welche Merkmale sind typisch? Oft fällt ein verspäteter Blattaustrieb auf, dann sieht man welke Blätter, ein Eintrocknen der oberen Spross-Segmente kann folgen. Bei einer weiteren Untersuchung der Probanden stellt sich die Frage – Rindennekrose und Schleimfluss? Das Endstadium, abgestorbene Esche, ist bedenklich.
Der Erreger war lange unbekannt. 2006 wurde als Ursache ein Gefäßpilz identifiziert. Nach neuesten Forschungen wird vom Falschen Weißen Stengelbecherchen (lateinisch Hymenoscyphus pseudoalbidus) gesprochen. Es besteht aber noch weiterer Forschungsbedarf.
2009 kamen die ersten Informationen über das Auftreten der auffälligen Triebschäden bei Esche aus Mittelthüringen. Das Referat Waldschutz der Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei in Gotha gab ständig neue Erkenntnisse über den Stand des Eschentriebsterbens an die Thüringer Forstämter weiter. Die Befallstellen mit Symptomen des Erregers in Thüringen erhöhten sich permanent. Die Vermutung liegt nah, dass nun auch die neuartige Gefäßkrankheit in Thüringen – erkannt oder nicht erkannt – flächendeckend auftritt.
Diese Woche nahmen Forstexperten vom örtlichen Forstamt in Bleicherode und der Forstinspektion Sondershausen Laubholzkulturen und Jungwüchse mit größerem Eschenanteil unter die Lupe. Im südlichen Harzvorland, im Revier Gudersleben, wurden sie fündig. Revierleiter Wolfhard Gerlach, ein langjähriger Forstpraktiker mit geübtem Waldauge, hatten die Veränderungen in seinem Forst mit hohem Laubholzanteil schon längst beunruhigt.
In den Gemarkungen Hörningen, Woffleben und Gudersleben sind Eschen in Erstaufforstungen und Dickungen betroffen. Als goldrichtig hat sich erwiesen, neue Kulturen als Mischwald mit mehreren Baumarten zu begründen. Risikominimierung heißt das. Das Ulmensterben ist noch gar nicht so lange her. Direkte Bekämpfungsmaßnahmen sind bei dieser chronischen und akuten Erkrankung, die im Endstadium auch zum Absterben von Altbäumen führt, noch nicht bekannt. Entscheidungen, u.a. über den weiteren Anbau von Esche, sind wahrscheinlich.
Ein Totalausfall der Gemeinen Esche wäre ausgesprochen bedauerlich. Als anspruchsvolle Charakterart buchenwaldartiger Laubwälder ist sie im Südharz als Wasseresche und im Vorland u.a. als sogenannte Kalkesche präsent. Beim Waldumbau hin zu naturnahen, standortsgerechten, stufigen Laubmischwäldern war sie ein unverzichtbarer Bestandteil als einheimische Edellaubbaumart.
Autor: nnzDie Symptome können vor allem an Jungpflanzen und in Dickungen beobachtet werden. Die jetzige Jahreszeit ist besonders günstig zum Erkennen der Krankheit. Welche Merkmale sind typisch? Oft fällt ein verspäteter Blattaustrieb auf, dann sieht man welke Blätter, ein Eintrocknen der oberen Spross-Segmente kann folgen. Bei einer weiteren Untersuchung der Probanden stellt sich die Frage – Rindennekrose und Schleimfluss? Das Endstadium, abgestorbene Esche, ist bedenklich.
Der Erreger war lange unbekannt. 2006 wurde als Ursache ein Gefäßpilz identifiziert. Nach neuesten Forschungen wird vom Falschen Weißen Stengelbecherchen (lateinisch Hymenoscyphus pseudoalbidus) gesprochen. Es besteht aber noch weiterer Forschungsbedarf.
2009 kamen die ersten Informationen über das Auftreten der auffälligen Triebschäden bei Esche aus Mittelthüringen. Das Referat Waldschutz der Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei in Gotha gab ständig neue Erkenntnisse über den Stand des Eschentriebsterbens an die Thüringer Forstämter weiter. Die Befallstellen mit Symptomen des Erregers in Thüringen erhöhten sich permanent. Die Vermutung liegt nah, dass nun auch die neuartige Gefäßkrankheit in Thüringen – erkannt oder nicht erkannt – flächendeckend auftritt.
Diese Woche nahmen Forstexperten vom örtlichen Forstamt in Bleicherode und der Forstinspektion Sondershausen Laubholzkulturen und Jungwüchse mit größerem Eschenanteil unter die Lupe. Im südlichen Harzvorland, im Revier Gudersleben, wurden sie fündig. Revierleiter Wolfhard Gerlach, ein langjähriger Forstpraktiker mit geübtem Waldauge, hatten die Veränderungen in seinem Forst mit hohem Laubholzanteil schon längst beunruhigt.
In den Gemarkungen Hörningen, Woffleben und Gudersleben sind Eschen in Erstaufforstungen und Dickungen betroffen. Als goldrichtig hat sich erwiesen, neue Kulturen als Mischwald mit mehreren Baumarten zu begründen. Risikominimierung heißt das. Das Ulmensterben ist noch gar nicht so lange her. Direkte Bekämpfungsmaßnahmen sind bei dieser chronischen und akuten Erkrankung, die im Endstadium auch zum Absterben von Altbäumen führt, noch nicht bekannt. Entscheidungen, u.a. über den weiteren Anbau von Esche, sind wahrscheinlich.
Ein Totalausfall der Gemeinen Esche wäre ausgesprochen bedauerlich. Als anspruchsvolle Charakterart buchenwaldartiger Laubwälder ist sie im Südharz als Wasseresche und im Vorland u.a. als sogenannte Kalkesche präsent. Beim Waldumbau hin zu naturnahen, standortsgerechten, stufigen Laubmischwäldern war sie ein unverzichtbarer Bestandteil als einheimische Edellaubbaumart.
