Handwerker lassen Dampf ab
Dienstag, 21. Januar 2003, 13:24 Uhr
Nordhausen (nnz). Anfang Februar wollen Thüringer Handwerker sich gegen den Stillstand in der Wirtschaftspolitik wehren. Sie protestieren in Erfurt. Über die Situation im Nordthüringer Handwerk hat sich nnz mit dem Hauptgeschäftsführer unterhalten.
Die Schmerzgrenze für die Kreishandwerkerschaft sei eigentlich schon im vergangenen Jahr überschritten gewesen, doch was in diesem Jahr wirtschaftspolitisch abgelassen werde, das würde dem Faß den Boden ausschlagen, so Dr. Bernhard Senft gegenüber nnz. In den letzten zehn Jahren sei die Lage des Handwerks nie so schwierig gewesen, wie in dieser Zeit. Zurückgehende Beschäftigungszahlen, ein Hoffnungsschimmer sei nicht in Sicht. Dr. Senft: Wir sind heute wieder auf dem Stand der Jahre 1991/92.
Der Hauptgeschäftsführer ruft deshalb die 448 Mitgliedsbetriebe der Handwerkerschaft im Landkreis Nordhausen auf, sich an der Kundgebung am 7. Februar in der Landeshauptstadt zu beteiligen. An diesem Tag wolle man sich gegen 12 Uhr an Der Finkenburg treffen, 12.30 Uhr fahren die Busse unterhalb der Wassertreppe dann in Richtung Erfurt ab. Auch die Kollegen im Eichsfeld beteiligen sich an der Aktion.
Wir fordern eine Ende der Bremsergesetze, die Handwerk und Wirtschaft schädigen. Das betrifft die neue Stufe der Öko-Steuer oder das sogenannte Tariftreuegesetz. Allein die Einführung dieses Gesetzes wird im ostdeutschen Baugewerbe den Verlust von 30.000 Arbeitsplätzen bedeuten, mahnt Senft an. Weiterhin schlagen die Handwerker vor, dass zur aktiven Bekämpfung der Schwarzarbeit die Eigenheimzulageförderung an die Vorlage einer Handwerkerrechnung gekoppelt sein solle.
Und dann ist da auch noch das Kündigungsschutzgesetz. Das gehöre auf den Schrottplatz der Politik, so Dr. Bernhard Senft. Hier solle der gesetzliche Status Quo des Jahres 1998 hergestellt werden. Und zum Schluß geht es in den handwerklichen Forderungen um die ABM. Wir fordern eine Reduzierung der ABM, dafür sollen die kommunalen Haushalte finanziell besser ausgestattet werden, damit sie Investitionen an Handwerks- und Mittelstandsbetriebe vergeben können. Nur so kann der Arbeitsmarkt entlastet werden, richtet der Nordthüringer Senft seine Botschaft nach Berlin.
Die Nordthüringer Kreishandwerkerschaft verzeichnet gegenwärtig 1.896 Unternehmen in ihren Reihen, im Landkreis Nordhausen sind es 448. Da haben wir in den vergangenen Jahren zwar schon ganz schön zugelegt (2001=319), trotzdem geht mir das zu langsam. Zufrieden bin ich jedoch über die Tatsache, dass 80 Prozent der Existenzgründer im Handwerk den Weg in eine unserer Innungen finden, erläutert Dr. Senft abschließend gegenüber nnz.
Autor: nnzDie Schmerzgrenze für die Kreishandwerkerschaft sei eigentlich schon im vergangenen Jahr überschritten gewesen, doch was in diesem Jahr wirtschaftspolitisch abgelassen werde, das würde dem Faß den Boden ausschlagen, so Dr. Bernhard Senft gegenüber nnz. In den letzten zehn Jahren sei die Lage des Handwerks nie so schwierig gewesen, wie in dieser Zeit. Zurückgehende Beschäftigungszahlen, ein Hoffnungsschimmer sei nicht in Sicht. Dr. Senft: Wir sind heute wieder auf dem Stand der Jahre 1991/92.
Der Hauptgeschäftsführer ruft deshalb die 448 Mitgliedsbetriebe der Handwerkerschaft im Landkreis Nordhausen auf, sich an der Kundgebung am 7. Februar in der Landeshauptstadt zu beteiligen. An diesem Tag wolle man sich gegen 12 Uhr an Der Finkenburg treffen, 12.30 Uhr fahren die Busse unterhalb der Wassertreppe dann in Richtung Erfurt ab. Auch die Kollegen im Eichsfeld beteiligen sich an der Aktion.
Wir fordern eine Ende der Bremsergesetze, die Handwerk und Wirtschaft schädigen. Das betrifft die neue Stufe der Öko-Steuer oder das sogenannte Tariftreuegesetz. Allein die Einführung dieses Gesetzes wird im ostdeutschen Baugewerbe den Verlust von 30.000 Arbeitsplätzen bedeuten, mahnt Senft an. Weiterhin schlagen die Handwerker vor, dass zur aktiven Bekämpfung der Schwarzarbeit die Eigenheimzulageförderung an die Vorlage einer Handwerkerrechnung gekoppelt sein solle.
Und dann ist da auch noch das Kündigungsschutzgesetz. Das gehöre auf den Schrottplatz der Politik, so Dr. Bernhard Senft. Hier solle der gesetzliche Status Quo des Jahres 1998 hergestellt werden. Und zum Schluß geht es in den handwerklichen Forderungen um die ABM. Wir fordern eine Reduzierung der ABM, dafür sollen die kommunalen Haushalte finanziell besser ausgestattet werden, damit sie Investitionen an Handwerks- und Mittelstandsbetriebe vergeben können. Nur so kann der Arbeitsmarkt entlastet werden, richtet der Nordthüringer Senft seine Botschaft nach Berlin.
Die Nordthüringer Kreishandwerkerschaft verzeichnet gegenwärtig 1.896 Unternehmen in ihren Reihen, im Landkreis Nordhausen sind es 448. Da haben wir in den vergangenen Jahren zwar schon ganz schön zugelegt (2001=319), trotzdem geht mir das zu langsam. Zufrieden bin ich jedoch über die Tatsache, dass 80 Prozent der Existenzgründer im Handwerk den Weg in eine unserer Innungen finden, erläutert Dr. Senft abschließend gegenüber nnz.
