Die Nordhäuser im Jahr 2025
Donnerstag, 27. Mai 2010, 11:21 Uhr
Die Arbeitsgruppe "Demographischer Wandel und Gesundheitsförderung" hat sich zum Ziel gesetzt "Ideen zu entwickeln, wie man aus der Perspektive der Gesundheitsförderung positiv mit der Thematik einer alternden, schrumpfenden Bevölkerung umgehen kann."
Was das konkret bedeuten soll wurde beim ersten Treffen noch nicht geklärt, man beschäftigte sich erst einmal mit der Frage wie der Landkreis in 15 Jahren wohl aussehen möge.
Die Arbeitsgruppe wurde im Rahmen des Projekts zur kommunalen Gesundheitsförderung initiiert, das der Fachbereich Gesundheitswesen des Landratsamtes als Teil des Thüringer Gesundheitszieleprozesses im März gestartet hat.
Amtsärztin Ingrid Francke diskutierte in der Sitzung in dieser Woche mit Vertretern von Krankenkassen, freien Trägern, der IHK und der Stadtplanung der Stadt Nordhausen zunächst die Bevölkerungsentwicklung im Landkreis. Vor allem strukturschwache Regionen werden vom demographischen Wandel betroffen sein, sagte Martin Hoffmann von der Koordinierungsstelle des Runden Tisches Gesundheit im Gesundheitsamt. Dazu gehöre auch der Landkreis Nordhausen.
Nach Prognosen der Bertelsmann Stiftung werden 2025 knapp 17 Prozent weniger Menschen im Landkreis leben als 2006. So soll die Einwohnerzahl unter die Marke von 80.000 sinken. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung liege dann bei 51,2 Jahren. Gut 22 Prozent der Bevölkerung sollen 2025 zwischen 65 und 79 Jahren alt, jeder Zehnte über 80 sein. Gerade einmal 12 Prozent der Bevölkerung, so die Prognose, seien dann noch unter 18 Jahren.
Bestimmt wird diese Entwicklung von der sinkenden Geburtenrate und der steigenden Lebenserwartung. Dazu kommt das negative Wanderungssaldo, so Martin Hoffmann. Es ziehen mehr Leute weg als in den Landkreis hinein. Folgen des demographischen Wandels seien eine Belastung des sozialen und des Wirtschaftssystems, zum Beispiel im Hinblick auf den Nachwuchs an Fachkräften oder den Generationenvertrag, auf dem die Rente basiert.
Auch das Gesundheitssystem sieht sich an seine Grenzen getrieben, sagte Martin Hoffmann. Altern sei ein natürlicher Prozess, der nicht mit Krankheit gleichzusetzen sei. Dennoch sei auch festzustellen, dass bei steigender Lebenserwartung die chronischen Erkrankungen zunähmen, der Anteil Pflegebedürftiger steige, es gebe mehr psychische Erkrankungen und Multimorbidität, also mehrere Krankheiten gleichzeitig.
Außerdem verursache der Fortschritt der medizinischen Behandlungsmethoden steigende Kosten.
Die Arbeitsgruppe des Runden Tisches Gesundheit tagt nicht öffentlich. Ihre Diskussionsergebnisse und Vorschläge werden in den kommenden Monaten in die Beratungen am Runden Tisch selbst einfließen. Die zweite Arbeitsgruppe zur Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen trifft sich am kommenden Montag zum ersten Mal. Für weitere Fragen und Anregungen stehen die Mitarbeiter der Koordinierungsstelle Martin Hoffmann unter 03631/911-179 und Kathrin Wolff unter -186 zur Verfügung.
