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20 Jahre Partner - ein Rückblick

Donnerstag, 27. Mai 2010, 11:37 Uhr
Am 17. Juni 1990 wurde durch Unterschrift von Bochums Oberbürgermeister Heinz Eikelbeck und Bürgermeister Dr. Manfred Schröter aus Nordhausen der Vertrag der Städtepartnerschaft Nordhausen-Bochum besiegelt. Jetzt bedankt sich der Vorsitzende des Nordhäuser Städtepartnerschaftsvereins, Hans-Joachim Tischer, für die 20jährige Freundschaft und Unterstützung in einem Rückblick.


„Mit den Worten: ‚Wir Nordhäuser grüßen alle Bochumer von Herzen als unsere Freunde’, hatte Bürgermeister Dr. Manfred Schröter die Freundschaft zwischen beiden Partnerstädten kundgetan. Damals war nicht abzusehen, dass die Vereinsarbeit 20 Jahre überstehen würde. Erste Ansprechpartner waren auf Bochumer Seite Paul Thielen und bei den Nordhäusern Helmut Mehlich. Ziel der gemeinsamen Arbeit war es, die Beziehungen zu den Menschen in beiden Städten aufzubauen. Es galt, die bestehenden Mauern in den Köpfen der Menschen einzureißen. Gegenseitige Besuche und Gespräche halfen Verständnis auf beiden Seiten zu wecken. In dieser wichtigen Zeit wurden persönliche Kontakte und Freundschaften gebildet, die bis in die Gegenwart Bestand haben.

Im April 1991 wurde Jutta Wehmann als neue Vorsitzende gewählt. Die neue Vereinsvorsitzende sagte in ihrer Begrüßungsrede: ‚Wir wollen ein Zeichen setzen, dass es möglich ist, miteinander auszukommen, Geduld und Zeit füreinander zu finden – auch Opfer zu bringen, ohne immer für sich selbst abzusahnen.’ Zum damaligen Vorstand gehörten: Walter Gruben, Horst Kieber, Hans-Joachim Tischer, Horst Gerlach, Edith Köcher und Carmen Witzel.

Im Jahr 1992 begaben sich beide Vereine auf Europakurs. Auf Einladung der Kölner Jakob-Kaiser- Stiftung befassten sich die Partnervereine mit dem Thema Umweltschutz und Denkmalpflege in Europa. „Europa nach zwanzig Jahrhunderten“ blieb nicht nur Theorie sondern wurde beim Besuch des Europäischen Parlaments zum persönlichen Erlebnis.

Unter dem Motto „ Bochumer spenden für Hilfsbedürftige“ lief unter Federführung von Paul Thielen die erste Großaktion an. Die Bochumer Freunde sammelten in ihrer Heimatstadt 160 gebrauchte Fahrräder und brachten sie mit dem Nordhäuser Unternehmer Walter Gruben kostenlos in das Aussiedlerheim nach Klettenberg. Im Anschluss daran, wurden Nähmaschinen und Kühlschränke für das Begegnungszentrum in Nordhausen bereitgestellt.

In diesem Zeitraum wurde auch das zweitälteste Fachwerkhaus im Nordhäuser Altendorf vor dem Verfall gerettet. Im September 1993 wurde das restaurierte Haus als „ Bochum-Haus“ mit Gästen aus Bochum feierlich an die Stadt Nordhausen übergeben. Knapp 900.000,- DM hatte die Stadt Bochum für Substanzerhaltung und Umgestaltung bereitgestellt. Erst sollte eine Jugendherberge daraus werden. Dann wurde ein Hotel für Besucher aus der Partnerstadt Bochum geplant. Schließlich war eine Gaststätte mit Bochum-Kolorit im Gespräch. Als Bochumer und Nordhäuser gemeinsam die Schlüsselübergabe feierten, war aus dem Projekt ein Wohnhaus geworden.

Durch Pflege- und Betreuungsaufgaben in der Familie des Bochumer Vorsitzenden Paul Thielen wurde am 2.12.1994 Paul Schrader zum neuen Vorsitzenden gewählt. Die Vornamen waren also geblieben. In unermüdlicher Arbeit hat Paul Schrader die positive Vereinsarbeit fortgesetzt und ausgebaut. Ein wichtiger Ansprechpartner auf Nordhäuser Seite war zu diesem Zeitpunkt Horst Kieber. In gegenseitiger Unterstützung wurden Partnerschaftsbesuche vorbereitet.

So wie in der Absichtserklärung von damals verankert, kamen sich die Bürger beider Städte immer näher, wuchsen Freundschaften, die über damalige Hilfsaktionen hinaus längst den Status von Freundschaften fürs Leben erlangten.

Im Jahre 1996 gab es eine Veränderung in der Nordhäuser Vereinsführung. Zum neuen Vorsitzenden wurde Josef Hoyer gewählt. Dem Vorstand gehörten weiter an: Walter Gruben Horst Kieber, Anneliese Timptner und Hans-Joachim Tischer.

Die Besuche der Nordhäuser nach Bochum gingen zurück. Unbeeindruckt davon kamen die Bochumer jedoch regelmäßig in ihre Partnerstadt Nordhausen. In vielen Gesprächen wurde festgestellt, wir müssen unsere Arbeit wieder intensivieren und ausbauen. Es fanden in dieser Zeit Austausche von Schulklassen und Chören statt. Die Rolandgruppe besuchte regelmäßig das Maiabendfest in Bochum. Entsprechend besuchte die Engelbertgruppe aus Bochum das Nordhäuser Rolandsfest. In all diesen Jahren haben wir unseren Nordhäuser Mitgliedern monatlich eine Veranstaltung angeboten. So zum Beispiel Wanderungen, Bowlingabende, Grillfeste, Martinifeiern Weihnachtsfeiern, Mitgliederversammlungen und vieles mehr. In dieser Zeit lag es uns am Herzen die Austausche nach Bochum wieder zu intensivieren und neue Mitglieder für unsere Arbeit zu gewinnen.

Ab 1. Januar 2005 wurde wieder ein neuer Vorstand gewählt. Neuer Vorsitzender wurde Hans-Joachim Tischer. Dem Vorstand gehören weiter an: Herbert Lausch, Anneliese Timptner, Gerda Göpffarth, Klaus Wulf und ab 2008 Thomas Zahn für Herbert Lausch. In den Folgejahren wurden die Besuche wieder regelmäßig nach Bochum durchgeführt.

In den 20 Jahren unserer gemeinsamen Arbeit zeigten sich unsere Bochumer Freunde immer als spendable Gäste. All diese Aktivitäten über einen Theatersitz, eine Bank für den Petriturm aufzuzählen würden diesen Rahmen sprengen. Heute bedanken wir uns bei unseren Bochumer Freunden für Spendengelder in Höhe von rund 18.000.- Euro, die vor allem zur Unterstützung von Jugend- und Sozialeinrichtungen verwendet wurden. Die Arbeit im Jahr 2009 stand ganz im Zeichen „20 Jahre Grenzöffnung“. Im Bürgersaal des Nordhäuser Rathauses waren Bürger beider Städte von den Schilderungen des ehemaligen Pfarrers Rudolf Rüther und seines Mitstreiters Holger Wengler nachhaltig beeindruckt. Eine gemeinsame Fahrt nach Leipzig zur Nikolaikirche erinnerte an die Geschehnisse von 1998 in beeindruckender Weise.

Für 20 gemeinsame schöne Jahre möchten die Nordhäuser ihren Freunden in Bochum recht herzlich danken und ihren Wunsch auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit unterstreichen.

All diese Arbeit hätte der Vorstand ohne fremde Hilfe und Unterstützung nicht bewältigen können. Deshalb gilt unser Dank der Stadt Nordhausen mit ihrer Oberbürgermeisterin Frau Barbara Rinke und Bürgermeister Matthias Jendricke mit seinen Mitarbeitern für ihre zu jeder Zeit tatkräftige Unterstützung und Hilfe. Dank auch der Kreissparkasse Nordhausen, der Sparda- Bank Nordhausen und der Finanzdirektion Erfurt für ihre finanzielle Unterstützung.

Für die bevorstehenden Aufgaben Wünsche ich uns allen viel Erfolg und gutes Gelingen.“
Hans- Joachim Tischer, Vorsitzender
Autor: nnz

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