nnz-Rückspiegel: 21. Januar 2002
Dienstag, 21. Januar 2003, 06:55 Uhr
Nordhausen (nnz). Sie wollen wissen, was sich im Landkreis Nordhausen vor exakt einem Jahr ereignet hat? Kein Problem! Die nnz hat für Sie im Archiv geblättert. Heute:
Reemtsma, Deusa und prickelnd
Reemtsma-Betriebsrat: Erste Reaktionen
Der Bericht der nnz über die Reaktion der Gewerkschaft zum Verhalten des Reemtsma-Betriebsrates hat eine große Resonanz hervorgerufen. Am Samstag bezog sich unter anderem die BILD-Zeitung auf den nnz-Beitrag. Heute erhielt die nnz-Redaktion weitere Reaktionen.
Nicht ganz so scharf wie Anke Siedentop äußerte sich das Nordhäuser Landratsamt. Grundsätzlich wurde aber die Kritik der NGG-Funktionärin unterstrichen. Der mit dem Thema Reemtsma befasste Leiter des Landratsbüros, Manfred Thiel, sprach gegenüber nnz von einer seidenweichen Haltung des Betriebsrates, die nicht geeignet war, den Standort Nordhausen auch nur annähernd zu retten. Mehr Kampfgeist und Impulse hätte ich da schon erwartet, so Thiel.
Sowohl Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) als auch Landrat Joachim Claus (CDU) hätten die kommunalpolitischen Möglichkeiten ausgereizt. In Gesprächen mit dem Reemtsma-Vorstand hätten beide ihre Befindlichkeiten zur Schließung des Standortes zum Ausdruck gebracht. Auf Initiative von Rinke und Claus sei erst die Unterschriften-Aktion gestartet worden. Auch der Auftritt des Betriebsrates und der Belegschaft auf einer Kreistagssitzung seien durch den Impuls aus der Kreisverwaltung zustande gekommen. Eigentlich, so fragt Thiel, hätte es doch ungekehrt sein müssen? Weiterhin verweist das Landratsamt auf einen umfangreichen Schriftverkehr mit dem Wirtschaftsministerium, dem Bundeskanzleramt sowie auf persönliche Gespräche von Landrat Claus mit Ministerpräsident Vogel sowie Wirtschaftsminister Franz Schuster. Letzter habe persönlich in Hamburg vorgesprochen...ausführlich im nnz-Archiv
Alles paletti bei der Deusa?
Bei der Deusa in Bleicherode stehen in den kommenden Wochen wesentliche Veränderungen an. Diese beziehen sich allerdings nicht auf geplante Investitionen... Die Unternehmensleitung plant nach Angaben des DGB gravierende Einschnitte in das tarifliche Gefüge der Beschäftigten. So soll durch die Geschäftsführung unter anderem der Firmentarifvertrag aufgekündigt werden. Dafür sollen den Mitarbeitern nach Ansicht der Gewerkschaft unzumutbare Einzelverträge aufdiktiert werden. Die beinhalten eine Verlängerung der Arbeitszeit, eine Reduzierung der Überstundenzuschläge und weitere gravierende Veränderungen im Lohn- und Gehaltsgefüge, so DGB-Regionsvorsitzender Ulrich Hannemann gegenüber nnz. Der Gewerkschafter bestätigte damit auch den Grundtenor eines nnz-Beitrages unter dem Titel Von Euphorie zur Ernüchterung. Während einer Belegschaftsversammlung sollen morgen die Deusa-Beschäftigten über ihre gegenwärtigen, vor allem aber über ihre künftige Situation im Unternehmen informiert werden...ausführlich im nnz-Archiv
Staatlich anerkannter Erholungsort
Nun haben die Sülzhayner es amtlich: Der Ort ist Staatlich anerkannter Erholungsort. Heute wurde die entsprechende Urkunde übergeben. Der Rahmen der Übergabe war eher bescheiden gewählt, wie Teilnehmer der Veranstaltung im Nachhinein berichteten. Mehr Medienvertreter als Offizielle – so das Fazit. Da hatte vermutlich die Ellricher Stadtverwaltung geschlampt. Der Vertreter des Landrates war denn auch überhaupt nicht mit der Resonanz zufrieden. Hier hätte nach all der langen Zeit ein anderer Rahmen gewählt werden können. Vorstellbar wäre aus Sicht von Manfred Thiel zum Beispiel eine Übergabe im Haus des Gastes unter Anteilnahme der Menschen von Sülzhayn gewesen.
Nicht mit eingeladen war auch der Kur- und Fremdenverkehrsverein des Ortes, dessen Mitglieder sich jahrelang für eine Zertifizierung eingesetzt hatten. An Michael Seifert und seine Leute hatte wohl niemand gedacht. Dafür würdigte Landrat Joachim Claus (CDU) das Engagement von Ortsteilbürgermeister Horst Lange. Manfred Thiel übergab dem rüstigen Rentner ein Geschenk des Landkreises. Wer sich über die Geschichte der Prädikatisierung des Südharzortes informieren will, der ist dazu herzlich ins Archiv der nnz eingeladen.
Prickelnde Sitzung im kleinen Saal
Die Tagesordnung der heutigen Kreistagssitzung verhieß keine Aufregung. Sie schloß sich damit nahtlos an ihre Vorgänger im zurückliegenden Jahr an und gleicht sich damit dem Niveau des städtischen Finanzausschusses an. Von einigem Interesse war da lediglich die Neufassung des Gesellschaftervertrages der Südharz-Krankenhaus Nordhausen gGmbH. Das Interesse der Öffentlichkeit wurde jedoch auf Vorschlag des Verwaltungstrios (Claus, Grünwald, Jendricke) nicht so hoch bewertet und dieser Tagesordnungspunkt wurde in die Nichtöffentlichkeit verabschiedet. Dafür wurden die künftigen Besetzungen der Aufsichtsräte der Harzer Schmalspurbahnen (HSB), des BIC-Nordthüringen, der Theater GmbH oder der Entwicklungsgesellschaft Südharz-Kyffhäuser (ESK) zelebriert. So soll Matthias Jendricke im Aufsichtsrat der HSB sitzen, der Landrat wird sich dem krisengeschüttelten BIC annehmen, Grünwald solle die Kreisverwaltung im Krankenhaus und im Theater repräsentieren.
Autor: nnzReemtsma, Deusa und prickelnd
Reemtsma-Betriebsrat: Erste Reaktionen
Der Bericht der nnz über die Reaktion der Gewerkschaft zum Verhalten des Reemtsma-Betriebsrates hat eine große Resonanz hervorgerufen. Am Samstag bezog sich unter anderem die BILD-Zeitung auf den nnz-Beitrag. Heute erhielt die nnz-Redaktion weitere Reaktionen.
Nicht ganz so scharf wie Anke Siedentop äußerte sich das Nordhäuser Landratsamt. Grundsätzlich wurde aber die Kritik der NGG-Funktionärin unterstrichen. Der mit dem Thema Reemtsma befasste Leiter des Landratsbüros, Manfred Thiel, sprach gegenüber nnz von einer seidenweichen Haltung des Betriebsrates, die nicht geeignet war, den Standort Nordhausen auch nur annähernd zu retten. Mehr Kampfgeist und Impulse hätte ich da schon erwartet, so Thiel.
Sowohl Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) als auch Landrat Joachim Claus (CDU) hätten die kommunalpolitischen Möglichkeiten ausgereizt. In Gesprächen mit dem Reemtsma-Vorstand hätten beide ihre Befindlichkeiten zur Schließung des Standortes zum Ausdruck gebracht. Auf Initiative von Rinke und Claus sei erst die Unterschriften-Aktion gestartet worden. Auch der Auftritt des Betriebsrates und der Belegschaft auf einer Kreistagssitzung seien durch den Impuls aus der Kreisverwaltung zustande gekommen. Eigentlich, so fragt Thiel, hätte es doch ungekehrt sein müssen? Weiterhin verweist das Landratsamt auf einen umfangreichen Schriftverkehr mit dem Wirtschaftsministerium, dem Bundeskanzleramt sowie auf persönliche Gespräche von Landrat Claus mit Ministerpräsident Vogel sowie Wirtschaftsminister Franz Schuster. Letzter habe persönlich in Hamburg vorgesprochen...ausführlich im nnz-Archiv
Alles paletti bei der Deusa?
Bei der Deusa in Bleicherode stehen in den kommenden Wochen wesentliche Veränderungen an. Diese beziehen sich allerdings nicht auf geplante Investitionen... Die Unternehmensleitung plant nach Angaben des DGB gravierende Einschnitte in das tarifliche Gefüge der Beschäftigten. So soll durch die Geschäftsführung unter anderem der Firmentarifvertrag aufgekündigt werden. Dafür sollen den Mitarbeitern nach Ansicht der Gewerkschaft unzumutbare Einzelverträge aufdiktiert werden. Die beinhalten eine Verlängerung der Arbeitszeit, eine Reduzierung der Überstundenzuschläge und weitere gravierende Veränderungen im Lohn- und Gehaltsgefüge, so DGB-Regionsvorsitzender Ulrich Hannemann gegenüber nnz. Der Gewerkschafter bestätigte damit auch den Grundtenor eines nnz-Beitrages unter dem Titel Von Euphorie zur Ernüchterung. Während einer Belegschaftsversammlung sollen morgen die Deusa-Beschäftigten über ihre gegenwärtigen, vor allem aber über ihre künftige Situation im Unternehmen informiert werden...ausführlich im nnz-Archiv
Staatlich anerkannter Erholungsort
Nun haben die Sülzhayner es amtlich: Der Ort ist Staatlich anerkannter Erholungsort. Heute wurde die entsprechende Urkunde übergeben. Der Rahmen der Übergabe war eher bescheiden gewählt, wie Teilnehmer der Veranstaltung im Nachhinein berichteten. Mehr Medienvertreter als Offizielle – so das Fazit. Da hatte vermutlich die Ellricher Stadtverwaltung geschlampt. Der Vertreter des Landrates war denn auch überhaupt nicht mit der Resonanz zufrieden. Hier hätte nach all der langen Zeit ein anderer Rahmen gewählt werden können. Vorstellbar wäre aus Sicht von Manfred Thiel zum Beispiel eine Übergabe im Haus des Gastes unter Anteilnahme der Menschen von Sülzhayn gewesen.
Nicht mit eingeladen war auch der Kur- und Fremdenverkehrsverein des Ortes, dessen Mitglieder sich jahrelang für eine Zertifizierung eingesetzt hatten. An Michael Seifert und seine Leute hatte wohl niemand gedacht. Dafür würdigte Landrat Joachim Claus (CDU) das Engagement von Ortsteilbürgermeister Horst Lange. Manfred Thiel übergab dem rüstigen Rentner ein Geschenk des Landkreises. Wer sich über die Geschichte der Prädikatisierung des Südharzortes informieren will, der ist dazu herzlich ins Archiv der nnz eingeladen.
Prickelnde Sitzung im kleinen Saal
Die Tagesordnung der heutigen Kreistagssitzung verhieß keine Aufregung. Sie schloß sich damit nahtlos an ihre Vorgänger im zurückliegenden Jahr an und gleicht sich damit dem Niveau des städtischen Finanzausschusses an. Von einigem Interesse war da lediglich die Neufassung des Gesellschaftervertrages der Südharz-Krankenhaus Nordhausen gGmbH. Das Interesse der Öffentlichkeit wurde jedoch auf Vorschlag des Verwaltungstrios (Claus, Grünwald, Jendricke) nicht so hoch bewertet und dieser Tagesordnungspunkt wurde in die Nichtöffentlichkeit verabschiedet. Dafür wurden die künftigen Besetzungen der Aufsichtsräte der Harzer Schmalspurbahnen (HSB), des BIC-Nordthüringen, der Theater GmbH oder der Entwicklungsgesellschaft Südharz-Kyffhäuser (ESK) zelebriert. So soll Matthias Jendricke im Aufsichtsrat der HSB sitzen, der Landrat wird sich dem krisengeschüttelten BIC annehmen, Grünwald solle die Kreisverwaltung im Krankenhaus und im Theater repräsentieren.
