„Big Brother“ ohne Wirkung?
Montag, 20. Januar 2003, 09:50 Uhr
Nordhausen (nnz). Im vergangenen Jahr wurde in Nordhausen die Überwachung von Container-Stellplätzen aufgenommen. Pilotprojekt sollte dabei der Standort in der Bruno-Kunze-Straße sein. Gibt es schon Erfahrungen, wollte die nnz wissen?Erfahrungen gebe es bislang kaum, antwortete der zuständige Fachbereichsleiter des Landratsamtes, Matthias Erhold, auf die Frage der nnz. Das Problem lag allerdings im technischen Bereich. Die Übertragung vom Ort des Geschehens, zum Ort der Auswertung war in der Anfangszeit problematisch. So konnte mit der eigentlichen Überwachung erst mit Beginn dieses Jahres begonnen werden. Nun wolle man erste Erfahrungen über einen Zeitraum von vier bis fünf Wochen sammeln.
Trotzdem zeigte die Installation die Small Brother nach dem Bekanntwerden erste Früchte. Der Platz um die Container war sauber, ein Bild, an das sich Anlieger wohl erst gewöhnen mussten. Dann aber wurden vermutlich die ersten Unzulänglichkeiten der Anlage ausspioniert. Oder die Falschentsorger gingen professioneller vor, fuhren mit ihren Autos nicht vor die Kamera, nutzten vielleicht auch die Dunkelheit aus.
Seit einiger Zeit sind wieder wilde Ablagerungen zu beobachten (siehe auch nnz-Foto). Wie notwendig jedoch die Videoabschreckung ist zeigt das Beispiel vom Stellplatz an der Bleiche. Dieser gleicht einem Müll-Kriegsschau-Platz. Vor allem nach den Festtagen wurde entsorgt, was die Geschenkewut abwarf. Aber auch Gewerbetreibende nutzen diesen Standort immer noch als beliebtes Ausflugsziel. Die Mitarbeiter der Stadtwerke kommen mit dem Groß-Reine-Machen kaum hinterher. Nur Stunden nach dem Säubern werden Kartons aller Materialien wieder hingeschmissen.
