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Europa und die Kriminalität

Freitag, 17. Januar 2003, 11:55 Uhr
Nordhausen (nnz). Eine etwas andere Unterrichtsstunde erlebten am Vormittag Schülerinnen des Nordhäuser Herder-Gymnasiums. Sie waren Gast einer Weiterbildung in der Polizeidirektion. Dabei ging es um ein größeres Europa und um steigende Kriminalität.


Gemischtes Auditorium Die Polizei in Thüringen will vorbereitet sein: Im kommenden Jahr wird das europäische Haus größer. Hinzu kommen Länder, deren Lebensstandard nicht unbedingt mit dem in Deutschland zu vergleichen ist. Experten sprechen dabei von einem Armutsgefälle. Und damit verbunden ist das wahrscheinliche Ansteigen der Kriminalität, vor allem in Deutschland. Schon jetzt haben Polizei und andere Sicherheitsbehörden mit Drogenschmuggel oder organisierter Kriminalität zu kämpfen, deren Ursprung in Osteuropa zu finden ist. Der Trend wird sich nach oben fortsetzen, sind sich die Polizeibeamten einig.

Um dieser Herausforderung künftig gewappnet zu sein, muß sich die Polizei darauf einstellen. Hans-Joachim Schaaf, der Vorsitzende der Europäischen Akademie in Arnstadt, hielt im Hue-de-Grais-Saal der Polizeidirektion einen Vortrag zu dieser Problematik. Da waren nicht nur leitende Polizeibeamte der Nordthüringer Direktion zugegen, sondern eben auch die jungen Menschen, die im Herder-Gymnasium einen Leistungskurs belegen. Innerhalb dieses Leistungskurses wollten sie sich über das Zusammenspiel von EU-Erweiterung und Kriminalitätsprävention informieren.

„Wir hatten im Vorfeld dieser Veranstaltung in Nordhausen mehrere Schulen angeschrieben. Letztlich kam eine Rückmeldung nur von diesem Gymnasium“, berichtete Polizeidirektor Günther Lierhammer der nnz. Der Nordhäuser Polizeichef ist trotzdem froh, dass die Schüler heute an den Informationen teilhaben können. Es sei für ihn zwar wichtig, dass die Polizei auf die neue Situation vorbereitet und die die Beamten für sie sensibilisiert werden, doch auch die Bürger sollten da nicht außen vor bleiben. „Und dass sich junge Menschen für diese Problematik interessieren, das finde ich besonders ermutigend“, so Lierhammer abschließend.
Autor: nnz

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