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Ausgegrenzt. Ausgeplündert. Ausgelöscht.

Montag, 17. Mai 2010, 12:49 Uhr
Die Ausstellung „Arisierung“ in Thüringen – Ausgegrenzt. Ausgeplündert. Ausgelöscht., die seit November 2008 durch Thüringen wandert, wird Anfang Juni Nordhausen erreichen. Weitere Einzelheiten in Ihrer nnz...


Dank der Unterstützung der Kreissparkasse Nordhausen und Stiftung kann die Exposition vom 1. Juni bis 29. Juli 2010 in der Hauptgeschäftsstelle der
Kreissparkasse Nordhausen, Kornmarkt 9 gezeigt werden. Das Projekt wurde von einer Gruppe engagierter Geschichtsstudenten des Historischen Instituts der Friedrich-Schiller-Universität Jena unter Leitung von Dr. Monika Gibas in Kooperation mit der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, den Thüringischen Staatsarchiven und der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen erarbeitet.

Die Ausstellung dokumentiert an ausgewählten Thüringer Beispielen, wie von 1933 an die organisierte Verdrängung der jüdischen Minderheit aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens erfolgte. Das Hauptaugenmerk gilt dabei Wirtschaftsunternehmen, die ihren jüdischen Inhabern entrissen wurden. Dargestellt werden Fallbeispiele aus verschiedenen Städten Thüringens, so u. a. aus Apolda, Eisenach, Erfurt, Gera, Gotha, Jena, Kaltensundheim, Pößneck, Saalfeld und Weimar.

Auch in Nordhausen gab es zahlreiche jüdische Unternehmen. Die Ausstellung zeigt anhand zahlreicher Dokumente als Beispiel für die von den Nationalsozialisten vorangetriebene „Entjudung der Wirtschaft“ der Stadt Nordhausen, wie die Ausgrenzung, Ausplünderung und Vertreibung der Familie des Pferdehändlers Max Heilbrun betrieben wurde.

Schülerinnen und Schüler des Humboldt- und des Herder-Gymnasiums haben, angeregt durch die Ausstellung, schon im Vorfeld ihrer Eröffnung in Nordhausen eigene Recherchen begonnen. Erste Ergebnisse sollen am 24. Juni im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung präsentiert werden.

Der Ausstellungskatalog ist in der s-selecta-Reihe der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen erschienen. Er ist gegen eine Schutzgebühr von 5,00 Euro beim Leipziger Universitätsverlag (Tel.: 0341/9900440 oder online-Bestellung über www.univerlag-leipzig.de) erhältlich.
Autor: nnz

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