Maja summt im Landkreis
Dienstag, 27. April 2010, 15:33 Uhr
Wenn die Mitarbeiter des Bildungswerks der Thüringer Wirtschaft in Nordhausen sich über Maja unterhalten, meinen sie damit keine kleine Biene – auch wenn die Namensvetterin schnell als Maskottchen des Projekts auserkoren wurde.
MAJA steht für Motivation, Alltagsunterstützung und Jobperspektiven für Alleinerziehende, ein Projekt, das das Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft, kurz BWTW, im Auftrag der Arge des Landkreises betreut. Das Ziel: Für die rund 30 Teilnehmer – darunter ein Mann – sollen sich durch verschiedene Workshops und Trainings die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.
Unter den Empfängern von Arbeitslosengeld II sind Alleinerziehende überdurchschnittlich vertreten. Besonders betrifft dies Alleinerziehende unter 25 Jahren. Im MAJA-Projekt erleben die Teilnehmer ein Gemeinschaftsgefühl und merken, dass sie mit ihrer Problemlage nicht allein sind, sagt Thomas Bähring, Regionalverantwortlicher des BWTW in Nordthüringen. Ganz wichtig sind die sozialen Kontakte, die die Alleinerziehenden knüpfen, ergänzt die Projektleiterin Anett Hein. So war ein wichtiger Punkt in der Kennenlern-Phase, ein Netzwerk zu stricken, in dem sich die Teilnehmer gegenseitig helfen – sei bei der Kinderbetreuung, Fragen zu Behörden oder anderen Themen.
Je nach den individuellen Interessen und Wünschen besuchen die Teilnehmer zwischen Mitte 20 und Mitte 40 Jahren Workshops: Einige behandeln Schulfächer wie Deutsch, Mathe, Englisch, andere Arbeitsrecht oder PC-Kurse gestaffelt nach den Vorkenntnissen. Dabei werden auch die Teilnehmer einbezogen. So hat Mandy Kliemannel, gelernte Fachkraft für Fotografie, für ihre Kollegen einen Kurs in Bildbearbeitung erarbeitet.
Ergänzt werden diese Weiterbildungen mit Betriebsbesuchen, beispielsweise bei Nordbrand, und – ganz wichtig – durch Praktika. Das erste zweiwöchige Praktikum haben die Alleinerziehenden schon hinter sich. Es gab eine sehr erfreuliche Resonanz von den Praktikumsfirmen, sagt Anett Hein.
Um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, ist ein wichtiger Baustein von MAJA das Bewerbungstraining, angefangen bei der Suche nach Stellenangeboten bis hin zum Üben des Vorstellungsgesprächs. Hier sei das Ziel, dass die Teilnehmer selbstbewusst auftreten, um den potentiellen neuen Arbeitgeber von sich zu überzeugen, so Anett Hein. Es geht auch darum, Hemmnisse im Kopf zu überwinden. Viele Teilnehmer können oder wollen nicht wieder in ihren erlernten Beruf zurück, sagt die Projektleiterin. Hier gilt es, Alternativen zu finden. Dies ist bei zwei Teilnehmerinnen bereits gelungen. Sie fangen im August mit einer Ausbildung zur Erzieherin und zur Ergotherapeutin an. Eine Teilnehmerin hat eine Arbeit auf 400-Euro-Basis gefunden. An ihren freien Tagen besucht sie noch die MAJA-Workshops, die sie interessieren und weiterbringen.
Noch bis Ende Mai dauert der erste Durchlauf des Projekts. Dann sind sechs Monate um und es kommen neue Teilnehmer. Ich bin schon traurig, dass es bald zu Ende geht, sagt Antje Kilian. Die Mutter von zwei Kindern wird ihr zweites Praktikum in einer Praxis für Ergotherapie machen. Drei Wochen im Mai sind dafür eingeplant. Zum Schluss geht es danach noch einmal intensiv um die Herausforderung: Wie finde ich eine passende Stelle?
Wünschenswert wäre auch nach Projektende eine gezielte soziale Anlaufstelle für arbeitssuchende Alleinerziehende, meint BWTW- Regionalverantwortlicher Thomas Bähring: Es würde die Nachhaltigkeit solcher Projekte stärken, wenn wir uns nicht nur punktuell mit bestimmten Zielgruppen mit Problemlagen kümmern, sondern kontinuierlich.
Wer allein erziehend ist und sich für das Projekt MAJA interessiert, sollte sich an seinen Fallmanager wenden. Um gerade auf die Bedürfnisse von Alleinerziehenden einzugehen, kann das Projekt auch in Teilzeit besucht werden.
Autor: nnzMAJA steht für Motivation, Alltagsunterstützung und Jobperspektiven für Alleinerziehende, ein Projekt, das das Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft, kurz BWTW, im Auftrag der Arge des Landkreises betreut. Das Ziel: Für die rund 30 Teilnehmer – darunter ein Mann – sollen sich durch verschiedene Workshops und Trainings die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.
Unter den Empfängern von Arbeitslosengeld II sind Alleinerziehende überdurchschnittlich vertreten. Besonders betrifft dies Alleinerziehende unter 25 Jahren. Im MAJA-Projekt erleben die Teilnehmer ein Gemeinschaftsgefühl und merken, dass sie mit ihrer Problemlage nicht allein sind, sagt Thomas Bähring, Regionalverantwortlicher des BWTW in Nordthüringen. Ganz wichtig sind die sozialen Kontakte, die die Alleinerziehenden knüpfen, ergänzt die Projektleiterin Anett Hein. So war ein wichtiger Punkt in der Kennenlern-Phase, ein Netzwerk zu stricken, in dem sich die Teilnehmer gegenseitig helfen – sei bei der Kinderbetreuung, Fragen zu Behörden oder anderen Themen.
Je nach den individuellen Interessen und Wünschen besuchen die Teilnehmer zwischen Mitte 20 und Mitte 40 Jahren Workshops: Einige behandeln Schulfächer wie Deutsch, Mathe, Englisch, andere Arbeitsrecht oder PC-Kurse gestaffelt nach den Vorkenntnissen. Dabei werden auch die Teilnehmer einbezogen. So hat Mandy Kliemannel, gelernte Fachkraft für Fotografie, für ihre Kollegen einen Kurs in Bildbearbeitung erarbeitet.
Ergänzt werden diese Weiterbildungen mit Betriebsbesuchen, beispielsweise bei Nordbrand, und – ganz wichtig – durch Praktika. Das erste zweiwöchige Praktikum haben die Alleinerziehenden schon hinter sich. Es gab eine sehr erfreuliche Resonanz von den Praktikumsfirmen, sagt Anett Hein.
Um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, ist ein wichtiger Baustein von MAJA das Bewerbungstraining, angefangen bei der Suche nach Stellenangeboten bis hin zum Üben des Vorstellungsgesprächs. Hier sei das Ziel, dass die Teilnehmer selbstbewusst auftreten, um den potentiellen neuen Arbeitgeber von sich zu überzeugen, so Anett Hein. Es geht auch darum, Hemmnisse im Kopf zu überwinden. Viele Teilnehmer können oder wollen nicht wieder in ihren erlernten Beruf zurück, sagt die Projektleiterin. Hier gilt es, Alternativen zu finden. Dies ist bei zwei Teilnehmerinnen bereits gelungen. Sie fangen im August mit einer Ausbildung zur Erzieherin und zur Ergotherapeutin an. Eine Teilnehmerin hat eine Arbeit auf 400-Euro-Basis gefunden. An ihren freien Tagen besucht sie noch die MAJA-Workshops, die sie interessieren und weiterbringen.
Noch bis Ende Mai dauert der erste Durchlauf des Projekts. Dann sind sechs Monate um und es kommen neue Teilnehmer. Ich bin schon traurig, dass es bald zu Ende geht, sagt Antje Kilian. Die Mutter von zwei Kindern wird ihr zweites Praktikum in einer Praxis für Ergotherapie machen. Drei Wochen im Mai sind dafür eingeplant. Zum Schluss geht es danach noch einmal intensiv um die Herausforderung: Wie finde ich eine passende Stelle?
Wünschenswert wäre auch nach Projektende eine gezielte soziale Anlaufstelle für arbeitssuchende Alleinerziehende, meint BWTW- Regionalverantwortlicher Thomas Bähring: Es würde die Nachhaltigkeit solcher Projekte stärken, wenn wir uns nicht nur punktuell mit bestimmten Zielgruppen mit Problemlagen kümmern, sondern kontinuierlich.
Wer allein erziehend ist und sich für das Projekt MAJA interessiert, sollte sich an seinen Fallmanager wenden. Um gerade auf die Bedürfnisse von Alleinerziehenden einzugehen, kann das Projekt auch in Teilzeit besucht werden.

