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Donnerstag, 09. Januar 2003, 12:45 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Nordhäuser BUND-Kreisverband befürchtet eine drastische Verschärfung der Hochwassergefahr in der Goldenen Aue durch die geplante Flächenversiegelung. Mehr dazu in einem Statement, welches die nnz im Forum veröffentlicht.
Nachdem die Region der Goldenen Aue wiedereinmal nur knapp einer Katastrophe durch Hochwasserüberschwemmungen entgangen ist, sieht sich der BUND in seiner skeptischen Einschätzung zur geplanten Flächenversiegelung innerhalb des geplanten Industriestandortes bestätigt.
Der Krummbach sowie der Leimbach sind bei stärkerem und längerem Regen seit je her maßgebliche Hochwasserzuleitungen der Helme und Zorge. Schon jetzt schränkt die Verrohrrung dieser Bachläufe im Bereich der B80 den ungehinderte Hochwasserabfluss ein, so daß die Felder rechts der B80 (geplantes Industriegebiet) überflutet wurden. Bis jetzt können große Teile der Niederschlagsmengen auf den Feldern versickern. Sollte diese Fläche versiegelt werden, würde diese Pufferfunktion aufgehoben.
Entweder man zwingt die Wassermassen dann in die Kanalisation (was nicht genehmigt wird), oder leitet diese dann in die angrenzenden Bäche. Zwangsläufig würde sich die Hochwassersituation des Krummbaches und der Helme weiter verschärfen. Die Ortschaften Windehausen, Uthleben und Sundhausen, die schon jetzt betroffenen waren, wären dann weiteraus stärker bedroht. Im neuen B-Plan-Entwurf des Industriegebietes wurden sämtliche Regenwasserrückhaltekonzepte zugunsten einer optimalen Ausnutzung des Industriestandortes entfernt. Eine Flächenversiegelung von mindestens 80% der über 100 ha großen Fläche wird angestrebt. Der BUND fordert daher den Planungsverband auf die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union umzusetzen.
Regenwasserrückhaltebecken werden hier nicht mehr favorisiert, da das Grundübel Flächenversiegelung so nicht beseitigt werden kann, sondern man fordert hier, das den Flüssen und Bächen wieder mehr Raum gegeben werden muß. Die dazu vom Plandungsverband geplante Verrohrrung und Überbauung des Krummbaches muß daher unter Berücksichtigung der EU-Richtlinie sowie in Anbetracht der real stark angestiegenen Hochwasserbedrohung vehement abgelehnt werden.
Ebenso muss die Hochwassersituation in Thüringen als Ganzes gesehen werden. Das Hochwasser der Unstrut muss auch in Beziehung zum Hochwasser der Helme gesehen werden. Denn die Helme fließt bekanntermaßen in die Unstrut. Die Unstrut in die Saale und diese in die Elbe! Der BUND Kreisverband fordert daher dringend die Kommunen sowie auch die Landesregierung auf, von Flächenversiegelungen, wie sie in der Goldenen Aue angedacht sind, abzusehen. Daher fordert der BUND die Bürger, speziell in den betroffenen Gemeinden, auf, gegen den geplanten Bebauungsplan Industriegebiet Goldene Aue (der jetzt öffentlich im Nordhäuser Rathaus ausgelegt wird) Einspruch einzulegen. Die Bürger könnten nur so dafür Sorge tragen, das eine wirkliche Katastrophe, wie letzten Sommer in Sachsen, vermieden wird. Die finanziellen Mittel des Landes zum Hochwasserschutz wurden aufgrund der schwierigen Finanzlage des Landes herunter gefahren.
Die versprochene Aufstockung durch das Umweltministerium ist auch hier nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Wichtiger als Geld für Schutzmaßnahmen auszugeben, wäre ein Umdenken hin zu einer Politik, die erst gar nicht derartige Situationen herausfordert. Der BUND wird im Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue eine Informationsveranstaltung speziell zum Thema Hochwasser durchführen.
Korb, BUND-Kreisverband Nordhausen
Nachdem die Region der Goldenen Aue wiedereinmal nur knapp einer Katastrophe durch Hochwasserüberschwemmungen entgangen ist, sieht sich der BUND in seiner skeptischen Einschätzung zur geplanten Flächenversiegelung innerhalb des geplanten Industriestandortes bestätigt.
Der Krummbach sowie der Leimbach sind bei stärkerem und längerem Regen seit je her maßgebliche Hochwasserzuleitungen der Helme und Zorge. Schon jetzt schränkt die Verrohrrung dieser Bachläufe im Bereich der B80 den ungehinderte Hochwasserabfluss ein, so daß die Felder rechts der B80 (geplantes Industriegebiet) überflutet wurden. Bis jetzt können große Teile der Niederschlagsmengen auf den Feldern versickern. Sollte diese Fläche versiegelt werden, würde diese Pufferfunktion aufgehoben.
Entweder man zwingt die Wassermassen dann in die Kanalisation (was nicht genehmigt wird), oder leitet diese dann in die angrenzenden Bäche. Zwangsläufig würde sich die Hochwassersituation des Krummbaches und der Helme weiter verschärfen. Die Ortschaften Windehausen, Uthleben und Sundhausen, die schon jetzt betroffenen waren, wären dann weiteraus stärker bedroht. Im neuen B-Plan-Entwurf des Industriegebietes wurden sämtliche Regenwasserrückhaltekonzepte zugunsten einer optimalen Ausnutzung des Industriestandortes entfernt. Eine Flächenversiegelung von mindestens 80% der über 100 ha großen Fläche wird angestrebt. Der BUND fordert daher den Planungsverband auf die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union umzusetzen.
Regenwasserrückhaltebecken werden hier nicht mehr favorisiert, da das Grundübel Flächenversiegelung so nicht beseitigt werden kann, sondern man fordert hier, das den Flüssen und Bächen wieder mehr Raum gegeben werden muß. Die dazu vom Plandungsverband geplante Verrohrrung und Überbauung des Krummbaches muß daher unter Berücksichtigung der EU-Richtlinie sowie in Anbetracht der real stark angestiegenen Hochwasserbedrohung vehement abgelehnt werden.
Ebenso muss die Hochwassersituation in Thüringen als Ganzes gesehen werden. Das Hochwasser der Unstrut muss auch in Beziehung zum Hochwasser der Helme gesehen werden. Denn die Helme fließt bekanntermaßen in die Unstrut. Die Unstrut in die Saale und diese in die Elbe! Der BUND Kreisverband fordert daher dringend die Kommunen sowie auch die Landesregierung auf, von Flächenversiegelungen, wie sie in der Goldenen Aue angedacht sind, abzusehen. Daher fordert der BUND die Bürger, speziell in den betroffenen Gemeinden, auf, gegen den geplanten Bebauungsplan Industriegebiet Goldene Aue (der jetzt öffentlich im Nordhäuser Rathaus ausgelegt wird) Einspruch einzulegen. Die Bürger könnten nur so dafür Sorge tragen, das eine wirkliche Katastrophe, wie letzten Sommer in Sachsen, vermieden wird. Die finanziellen Mittel des Landes zum Hochwasserschutz wurden aufgrund der schwierigen Finanzlage des Landes herunter gefahren.
Die versprochene Aufstockung durch das Umweltministerium ist auch hier nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Wichtiger als Geld für Schutzmaßnahmen auszugeben, wäre ein Umdenken hin zu einer Politik, die erst gar nicht derartige Situationen herausfordert. Der BUND wird im Zusammenarbeit mit der Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue eine Informationsveranstaltung speziell zum Thema Hochwasser durchführen.
Korb, BUND-Kreisverband Nordhausen
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor. |
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